Bewegend, lebensnah, vielsichtig – Ein Kind mit Autismus zu begleiten, ist auch eine Reise zu sich selbst

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Heute mache ich etwas auf meinem Blog, was ich noch nie gemacht habe. Aber was mir am Herzen liegt und ich besonders gerne mache. Meine erste Buchrezension erscheint.

Das Buch „Ein Kind mit Autismus zu begleiten, ist auch eine Reise zu sich selbst“ habe ich bereits seit knapp 7 Wochen daheim, doch ich habe 6 Wochen gebraucht, um es wirklich komplett zu lesen. Zum Teil, weil mir mit meinem Sohn, doch teilweise die Zeit fehlte zum Lesen, zum Teil, weil es mich so bewegte, dass ich bewusst eine Pause machte und darüber nachdachte, oder zum Teil, weil ich aus dem Buch einen positiven Moment entnahm und ihn gerade innerlich festhalten wollte.

Die Autorin, Silke Bauerfeind, hat mit ihrem Buch sämtliche meiner Erwartungen erfüllt und teils auch übertroffen. Erwartungen hatte ich, da ich mit zu den 183 Eltern gehöre, die ihren Fragebogen ausgefüllt hatten und auch dies ist ein Grund, warum ich uns immer wieder sehe in diesem Buch.

Beginnen tut die Autorin mit einem Gedicht und der anschließenden Erklärung wie sie selbst Kontakt zum Thema Autismus bekommen hat und warum es ihr so am Herzen liegt. Sie bringt in ihr Buch immer wieder Momente mit ihrem autistischen Sohn Niklas ein, welche den frühkindlichen Autismus von ihm in Teilen zeigen, sodass sich auch ein außenstehender ein Bild davonmachen kann.

Startend mit allgemeinen Informationen geht Silke Bauerfeind Stück für Stück tiefer in das Thema rein. Sie stellt die besondere Art der Wahrnehmung vor und hier nicht nur als Elternteil, sondern auch durch Autisten selber. Sie redet über ihre Art der Kommunikation. Gebärdensprache. Die wir zum Beispiel nicht brauchen, aber die ich faszinierend finde. Es war schön zu erfahren wie sie diesen Weg gefunden haben.
Sie erzählt von Arztbesuchen und zeigt was man da zum Beispiel beachten muss bzw. auch beachten kann. Nicht alles davon passt auf jeden, aber auch ich bin froh, wenn wir so wenig Zeit im Wartezimmer haben wie möglich, denn kurzzeitig geht es mal, aber, wenn wir lange da sind und es unruhig wird, dann wurde es schon hin und wieder zur Herausforderung. Auch von Therapien berichtet sie und sagt ganz klar, bei welcher Art von Therapie man aufhorchen sollte. Allerdings ohne einen befehlenden Ton und ohne Vorwürfe in eine bestimmte Richtung zu machen.
Silke Bauerfeind leitet weiter vom Thema Inklusion über Brückenmenschen und „Vorurteile und Missverständnisse“ zu dem Teil, der mich am meisten bewegte. Denn auch wenn vorher schon immer wieder Zitate aus den Fragebögen kamen wurden sie hier nun intensiv genutzt und brachten daher dieses Buch für mich zum Leben.

Immer wieder zeigt sie die Sicht von uns Eltern. Wie haben wir uns selbst verändert, wie hat sich unser Umfeld geändert, wie sind die Reaktionen, mit was für Sorgen haben wir zu kämpfen, was verletzt uns, wie geht es evtl. Geschwisterkindern, wie holen wir uns Kraft oder auch nicht, wo können wir Hilfe bekommen, wovor haben wir Angst, aber auch was wollen wir sagen und was ist denn schön an unserem Leben mit unseren autistischen Kindern?

In diesem zweiten und auch dritten Teil habe ich oft hier gesessen und musste eine Pause machen, da ich so gerührt war. Ich saß hier und weinte, weil ich uns wiedererkannte. Weil ich Situationen genauso oder ähnlich schon erlebt hatte. Es gab Stellen in dem Buch wo ich dachte: „Ja, darüber könnte ich selber auch mal berichten“ Und jedes Mal ärgerte ich mich, dass ich keinen Stift in der Nähe hatte, denn Silke Bauerfeind hat das so toll in ihrem Buch gemacht. Sie hat immer wieder Platz im Buch gelassen, dass man selber Notizen machen kann. Und ich denke das werde ich nutzen, wenn ich es nun zum zweiten Mal lesen werde.

Als letztes möchte ich nun aber noch anmerken, was mir am meisten gefallen hat. Die meisten Stellen, an denen sie eine blumige Sprache verwendet hat, hat Silke Bauerfeind mit (rw) markiert, damit auch Autisten dieses Buch lesen können und verstehen, dass diese Stelle nicht wörtlich zu nehmen ist. Ganz große klasse, denn so spricht das Buch alle möglichen Menschen an, Eltern von Autisten, Autisten selbst, Therapeuten, Ärzte und auch einfach Menschen, die sich für das Thema interessieren und einen Blick in die Welt des Autismus werfen wollen. Danke für dieses bewegende, lebensnahe und vielsichtige Buch!

Meine Eindrücke vom #RMEB 

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Gestern war ich auf meinem ersten Bloggertreffen. Endlich hatte es mal geklappt. Hauptsächlich dank Sarah von Schwesternliebe & Wir, die fragte ob ich mit mag und mich direkt mit anmeldete und auch mit nahm dahin.
Am Samstag ging ich sehr nervös zu Bett.  Irgendwie war ich total aufgeregt und schlief daher erst um kurz nach Mitternacht ein. Um 4:30 Uhr war meine Nacht dann schon rum.  Mein Sohn hatte einen Alptraum und schrie,  weshalb ich ihn dann zu mir holte aber nicht mehr schlafen konnte.

Um 5:30 Uhr stand ich dann endgültig auf und machte mich fertig.  Um 7 rief dann Sarah an,  dass sie noch etwas braucht und ich tröstete meinen Sohn noch etwas der plötzlich doch traurig war.  Ein Tag ohne Mami.  Dann war es aber soweit.  Mein Freund kümmerte sich um meinen Sohn und ich ging runter,  wo dann auch sehr schnell Sarah mit ihren 2 bezaubernden Töchtern war.

Wir fuhren ziemlich lange.  Machten eine kurze Pause und verfuhren uns einmal bis wir dann mit Verspätung am Hofgut ankamen.  Wir fanden die anderen schnell und ich war aber ziemlich schnell aus der Gruppe wieder weg.  Da ich mit der großen Tochter von Sarah im Heu spielte.  Ich war aber auch irgendwie sehr nervös immer noch und dankbar mich quasi so aklimatisieren zu können.  Irgendwann kam Sarah dann mit der kleinen hinzu und wir gingen was trinken.  Dabei zeigte mir dann die kleine wie das geht und auch die Große begleitete mich.  Ja,  meine ersten Momente waren so ganz ohne Berührung mit Erwachsenen.

Das änderte sich aber mit dem Frühstück dann und auch dank dem Mann von Die Gute Kinderstube, der die beiden Töchter von Sarah mit rausnahm und irgendwie fast gar nicht mehr mit den zweien wieder kam😀
Ich kam dann auch in nette Gesprächund wurde langsam warm,  obwohl es mir dann zwischendurch nicht so gut ging.  Wenig schlaf und das wechselnde Wetter,  sowie meine Aufregung sorgten dafür das mir schwindlig und schlecht würde.  Ich zog mich dann etwas auf einen Stuhl zurück und nach etwas Ruhe ging es auch wieder soweit,  dass ich mit Sarah sogar noch bis 14 Uhr dort war und nette Gespräche führte, obwohl ich zwischendurch zu Sarah auch sagte,  dass ich gerne Heim mag.

Schade nur das ich zu schüchtern bin.  Mit einigen hab ich nicht geredet.  Es waren für mich dann doch so viele neue Menschen.  Es tut mir leid und lag einfach nur daran,  dass ich viel zu aufgeregt war,  da ich es nicht mehr gewohnt bin unter Menschen zu kommen.  Ich hatte wirklich viel Spaß bei euch!

Danke Frida und Marsha für die Organisation und für die Goodie Bags mit denen ich nicht gerechnet hatte.  Ich hab sie daheim mit meinem Sohn Luca begutachtet. Und er hat direkt die Regenbogenschlange geöffnet🙂

Daheim hatte mich übrigens eine weitere Überraschung erwartet. Luca kam auf mich zugestürmt und rief.  „Mama,  ich kann jetzt schwimmen!  So ohne Schwimmflügel.“  Ich bin vor Stolz fast geplatzt.  Mit 8 Jahren endlich der Durchbruch😀

Beim Treffen mit dabei waren:

Sepp und Frida von 2KindChaos

Marsha von Mutter & Söhnchen

Sabrina von Wunschkind Herzkind Nervkind

Dani von Glucke und so

Sarah von Schwesternliebe & wir

Carina von Nordhessenmami

Anke von Gemüsebaby

Christina von Rabaukenmami

Mara von Erdbeerlila

Julia von Die gute Kinderstube

Martina von Jolinas Welt

Sabrina von Babykeks

 

Was seit gestern passiert ist. Danke!

Danke

Wow, ich bin sprachlos. Gestern habt ihr eine Welle an Wärme in meinem Herzen ausgelöst. Dank euch habe ich viele tolle Ideen und weiß auch wir werden ein gutes Unterstützernetzwerk haben und das brauchen wir auch.

Wir haben, dank Ella (Ellas Blog), eine Adresse bekommen von einem  Rehahundeverein. Dieser hat mich gestern auch direkt zurückgerufen. Der Wahnsinn. Aktuell warte ich nun auf ein Datenerfassungsblatt. Die Mail kam schon, aber leider ohne Anhang. Wenn dies ausgefüllt ist werde ich mich mit der Ausbilderin treffen und mit ihr alles genau besprechen, denn der Verein würde uns wohl unterstützen.

Und diese Unterstützung hat es in sich. Wir würden ein Spendenkonto bekommen über den Verein, extra für uns, und sie würden einen Hund komplett ausbilden. Während der Ausbildung müssen wir dann Spenden sammeln. Aber die Summe wird sehr hoch. Dafür haben wir dann aber eine Betreuung an der Seite, die uns das ganze Hundeleben hilft und auch Nachschulungen machen wird und das auf eine Distanz durch ganz Deutschland. Das klingt doch genial, oder? (Den Verein nenne ich bei Namen, wenn alles wirklich fix ist)

Ich bin einfach sprachlos. Ich möchte aber auch wie auf Facebook allen anderen Danken, die jetzt im Hintergrund und auch mit ihrer Kreativität beistehen. Ich weiß noch nicht wo der Weg wirklich hingeht. Dafür muss ich nun mit dem Verein reden. Ich weiß aber das wir viel Öffentlichkeitsarbeit brauchen werden und auch an die Presse gehen müssen. Denn die Summe wird ohne sie nicht beisammen kommen und ja ich habe Angst davor, bin etwas nervös, aber ich weiß wofür ich das mache. Ich möchte euch daher bitten, sollte ich ins wanken kommen oder den Mut verlieren bitte sprecht uns Mut zu dann.

Aber vor allem, Danke an euch Ella, Tollabea, Kinderbuchlesen, Glücklich scheitern, Frau Chamailion, Perlenmama, Mira und Sandra. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll zu so viel Unterstützung und Herz! Ihr werdet, egal wie es ausgeht, immer in meinem Herzen bleiben.

Hilfe gesucht!

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Ich tu mich schwer das zu machen, aber ihr Lieben wir brauchen Hilfe. Wir haben lange mit uns gehadert, aber wir glauben, dass dieser Schritt meinem Sohn und somit auch uns als Familie helfen kann. Allerdings können wir ihn ohne Hilfe nicht finanzieren.

Wie ihr wisst ist mein Sohn Autist. Und gerade in den Ferien hatte er nun auch wieder einige Meltdowns. Leider wird noch immer oft gemeint, dass er einfach normal wütend ist und diese Aggressionen total unter Kontrolle habe. Wir wollen ihm helfen aus diesen Meltdowns einfacher heraus zu kommen bzw. evtl. zu verhindern, dass diese kommen. Auch wollen wir seine Weglauftendenzen unter Kontrolle zu bekommen, denn erst in den Ferien ist er aus einem Hotel abgehauen. Wir haben daher echt schon viel getestet, doch es gibt eine Sache auf die er gut anschlägt. Auf Tiere.

Nun haben wir geforscht, uns erkundet und sind durch Zufall auf eine Seite mit Assistenzhunden gekommen. Das war vor 1 ½ Jahren schon. Ich dachte immer, die gibt es nur für körperlich behinderte Menschen oder aber Blindenhunde, aber für Autisten? Doch die gibt es wirklich, aber man kann sie nicht fertig ausgebildet kaufen, denn sie werden individuell auf jeden einzelnen Autisten trainiert.

1 ½ Jahre habe ich immer wieder überlegt und jetzt ist auch mein Lebensgefährte soweit, dass er sagt: „Lass es uns versuchen. Lass uns schauen, dass wir Hilfe bekommen bei der Finanzierung und einen Hund ausbilden.“ Also habe ich angerufen bei der Organisation und nachgefragt was da an Kosten auf uns zu kommt. Wir reden hier von einer Summer von „Roundabout 6000 Euro“ (Zitat aus dem Telefonat), da die nächste Trainingsstelle 120 km entfernt ist und wir wöchentlich hin müssen dann über wohl 2 Jahre gehen wir von ca. 7000 Euro insgesamt aus mit Fahrkosten, damit wir es sicher finanzieren können. Alle laufenden Kosten können wir selber tragen, also Futter, Tierarztkosten etc. Das sollte für uns kein Problem sein. Auch kann ich sicherstellen, dass der Hund 24/7 bei mir ist, denn das muss er sein, da wir Eltern bei Autismushunden die Hauptverantwortung tragen. Und auch vom Vermieter gibt es hier keine Probleme. Die Bahn würde also frei stehen für eine Anschaffung. Aber es gibt ein Problem. Und hier kommt ihr ins Spiel.

Ich habe keine Ahnung wie ich ein Spendenkonto eröffne, ob es eine Organisation gibt, die uns unterstützen würde beim Sammeln (und ich habe schon viel geschaut, aber laut Vereinigung sammeln die Leute privat über Facebook und so) oder ob ich das Privat machen muss, dann kommen aber irgendwelche Steuern auf uns zu und ich muss evtl. mehr sammeln als den Grundbetrag. Außerdem kann ich ohne helfenden Verein keine Spendenquittung ausstellen. Wie könnt ihr also helfen? Ihr könnt gerade in den Anfängen helfen, indem ihr evtl. einen Verein kennt, der sich der Sache annehmen würde oder indem ihr mir helft das juristisch und gesetzlich richtig privat auf die Beine zu stellen und wenn es nur durch Tipps ist. Wenn ihr mehr über die Ausbildung erfahren wollt oder auch die Trainingsvereinigung, dann würde ich euch auch einen Link dazukommen lassen.

Aktuell überlege ich dann die Spenden über Betterplace zu sammeln, doch wie funktioniert das? Das würde in Verbindung mit unserer lokalen Presse sein. Wo ein Vater mich drauf hingewiesen hat den ich kenne und der dort arbeitet, aber aktuell im Urlaub ist. Also wenn irgendwer Ahnung oder Tipps hat, dann bitte meldet euch bei mir. Ich erzähle dann mehr darüber.

Auch würde ich mich freuen, wenn wer ein kreatives Händchen hat und gegen einen Obulus evtl. ein kleines einfaches Logo erstellen würde, was man für die Aktion verwenden könnte. denn ich kann leider sowas gar nicht. Oder denkt ihr das ist unsinnig? Ihr seht Fragen über Fragen und ich wäre dankbar, wenn ihr mir helft mein Chaos im Kopf zu sortieren.

Rückblick 1. Schuljahr

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Wir haben jetzt fast 2 Wochen Ferien. Fast 3 Wochen in den ihr nichts von uns gehört habt. Lag vielleicht daran, dass mein Sohn auf Freizeit war und ich einen Grundputz daheim gemacht habe. Aber auch daran, dass ich etwas Ruhe brauchte und nach der Rückkehr von der Ferienfreizeit einige Meltdowns hier waren. Dennoch möchte ich euch, bevor ich von den Ferien und der Freizeit erzähle, von der 1. Klasse berichten.

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Die letzte Woche der 1. Klasse war bestückt mit Ausflügen und Vorbereitungen für meinen Sohn und mich. Es war so aufregend die letzte Schulwoche vor den großen Sommerferien zu begehen und einfach mal zurück zu blicken was so geschehen ist. 1 Jahr Schule ist nun hinter uns. 1 Jahr mit 3 Schulbegleitern, aber auch vielen schönen und positiven Erlebnissen. (Zu der Schulbegleitersituation werde ich nochmal einen gesonderten Beitrag schreiben, denn heute mag ich euch einfach vom ersten Schuljahr berichten.)

Vor einem Jahr ist er nun eingeschult worden. Lief es die ersten Tage gut, kam nach 2 Wochen der erste Einbruch mit negativ Meldungen. Das lag aber daran, dass mein Sohn direkt eine unzuverlässige Schulbegleitung hatte und wir sie das erste Mal wechseln mussten. Was aber besonders aufgefallen ist. Er hatte nie Probleme im normalen Unterricht. Er fokussiert sich auf die Aufgaben der Lehrerin. Nur dort wo es laut und aufregend wird, hat er Probleme.

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Da sind der Musikunterricht, der Sportunterricht und auch der monatlich stattfindende Schultreff. Er liebt sie, aber er bekommt auch ständig Reizüberflutungen, denn es ist dann immer was los.

Anders sieht es in den Pausen aus. Hier ist er ziemlich ausgegrenzt und wird teilweise bewusst angegangen von anderen Schülern. Lange erzählte er mir nichts davon, doch seit ich es weiß und mit dem entsprechenden Förderlehrer telefoniert habe, wird besonders darauf geachtet. Gemeinsam mit der neuen Schulbegleitung. Leider kommt es auch in den Pausen zu regelmäßigen Overloads, die bis hin zu einem Meltdown gehen können. Aber die Schule bemüht sich wahnsinnig toll, um meinen Sohn.

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Das sehe ich auch daran, dass ich, wenn ich da bin (ich bin auch Mitglied im Schulelternausschuss), gefragt werde, ob man noch was beachten kann, oder einfach auch mal Schönes berichtet wird.

Bei den Hausaufgaben ist er sehr Gewissenhaft, aber man merkt immer wieder den Autismus. Wenn die Lehrerin ein Herz um die Aufgaben macht heißt es, dass es eine Extraaufgabe ist, die nicht gemacht werden muss, also lässt er sie weg. Sagt die Lehrerin, dass sie heute keine Hausaufgaben auf haben und er aber vorher was von ihr markiert bekommen hat. Sagt er im Hort und daheim, dass sie nichts aufhaben. Dies führt dazu, dass ich regelmäßig kontrollieren muss, ob er wirklich nichts aufhat und dann argumentieren muss, warum er denn jetzt doch was machen muss. Eine Sache die wir noch klären müssen mit der Schule.

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Was die Lerninhalte betrifft, da ist mein Sohn wirklich gut mitgekommen und ich sehe, dass die Entscheidung richtig war ihn auf eine Schwerpunktschule zu geben. Er rechnet gerne und konnte schon im Dezember lesen. Kurz vor Ende der Ferien konnte ich sogar vergleichen durch Zufall wie gut das schon ist. Eine Mitschülerin von ihm las was und es ist ihr etwas schwergefallen. Er las dagegen die Worte total flüssig. Allgemein seit er das Lesen für sich entdeckt hat tut er das so gerne. Sogar Rechnen liebt er. Erst die Tage hat er sogar in den Ferien freiwillig ein paar Aufgaben gerechnet. Ich wollte ihn eigentlich Ruhe gönnen, aber er will selber, weil er meint, da bin ich noch nicht so gut, ich will noch üben.

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Seine Leistungen zeichnen sich übrigens in einem wunderbaren Zeugnis aus, das durchweg positiv geschrieben ist. So beteiligt er sich gut im Unterricht und im Bereich Sachkunde (hier haben sie viel Tiere zum Thema gehabt) beeindruckt er sogar mit seinem Expertenwissen (das letzte Wort ist tatsächlich so im Zeugnis am stehen). Glaubt mir, dass macht einen wahnsinnig Stolz. Stellt euch vor ihr bekommt ein doppelseitiges schriftliches Zeugnis und es liest sich durchweg positiv. Das ist so schön. Klar wird auch auf sein Verhalten eingegangen, aber es klingt so, dass sie es berücksichtigen, dass er Autist ist. Und genau das ist so schön. Die Schule wirbt mit dem Slogan „Eine Schule für alle“ und das scheint sie mir bisher zu sein.

Natürlich gab es auch mal Schwierigkeiten, aber bisher haben wir zusammengearbeitet und sie wollen es weiter mit ihm versuchen. Ich denke wir schaffen noch weitere 3 Jahre an der Schule, wenn es so weiterläuft. Besonders, wenn jetzt alles klappt und wir zum Jahresende in die Nähe der Schule ziehen können.

(Der Beitrag ist bildtechnisch übrigens mit Werken von meinem Sohn aus dem Unterricht bereichert)

Party-Patriotismus oder doch eher Rassismus?

Fußball von STorch

Gestern spielte Deutschland gegen Frankreich. Eigentlich freute ich mich auf das Spiel. War allerdings auch persönlich für keine Mannschaft. Mir ist das gleich wer gewinnt. Die einzige Mannschaft die ich wirklich mochte war die Isländische. Liegt aber evtl. daran, dass sie so super mit ihren Fans harmoniert, aber anderes Thema.
Mein Freund war klar für Deutschland und der schlafende Sohn für Frankreich. Er hat irgendwie Spaß an der Sprache und ist begeistert von dem Land. Auch wenn er noch nie da war. Habe hier also Fans beider Mannschaften im Hause. SOlidarisch für das hlafene Kind hab ich dann ein wenig mit Frankreich mitgefiebert. Das ist mir aber nach dem ersten Tor für Frankreich vergangen. Nicht weil ich es als Fehlentscheidung des Schiris sah, dass ein 11 Meter gegeben wurde, sondern angefangen bei der Reaktion meines eigenen Freundes.

„Das ist kein Elfer. Aber was erwartet man auch, wenn ein Italiener pfeifen darf heute.“

Das saß. Ich fühlte mich unwohl und flüchtete mich ins Twitter rein. Ich hatte die Hoffnung, dass es da etwas friedlicher ist in meiner Timeline. Und wurde bitter enttäuscht. Da standen dann Äußerungen wie „verschissener Itaker“. Gehört das wirklich zum guten Ton im Fußball? Ich merke aktuell wie ich gerade wegen sowas immer mehr innere Probleme mit dem Thema bekomme. Kritisch, da mein Freund am besten das ganze Jahr über Fußball schauen könnte. Ich nicht mehr. Ich bin entnervt. Aber wieder zurück zum eigentlichen Thema.

Nach dem Spielende, der Freund war schon daheim bei sich, legte ich mich schlafen mit einem mulmigen Gefühl und als ich heute morgen ins Facebook schaute war ich richtig deprimiert. Ein Journalist – Sören Kohlhuber – hatte einige Tweets gesammelt und als Fotogalerie gepostet. Diese mag ich euch – ausschnittweise – hier zeigen:

So Äußerungen haben für mich nichts mehr mit reiner Enttäuschung zu tun, dass man verloren hat. So Äußerungen sind für mich auch kein Party-Patriotismus mehr. So Äußerungen sind ganz klar rassistisch in meinen Augen.  Und wirklich ekelhaft. Fande ich die Aussagen gegen den Schiedsrichter schon erschreckend, gab es hier noch eine Schippe drauf.
Wie kann man bitte auf die Idee kommen, dass die Terroranschläge gegen Frankreich gerechtfertigt sind, weil sie gewonnen haben?
Wie kommt man auf die Idee, die Franzosen als Afrikaner zu beschimpfen und zu sagen, dass deren Familie ja eh versunken am Meer liegt und man denen es ja deshalb gönnen soll. Das ist abartig: Hier wird Fußball gemischt mit Hautfarbe und dem Leid von Menschen, die fliehen vor Krieg und politischer Verfolgung.
Oder noch schlimmer: Zu sagen, dass Frankreich wohl mal wieder eine Nackenschelle von Deutschland braucht (was damit gemeint ist sollte jeder interpretieren können). Wie kommt man auf die Idee, dass die Frantzosen mit einem Bierglas weggehauen gehörten und die nur Glück haben, dass sie ihren Urlaub nicht da machen?! Das sind angedeutete Straftaten die hier legitimier werden, weil das Spiel nicht zu Gunsten Deutschlands ausgegangen ist. Das ist widerlich!
Und dann kommt auch noch von Storch. Nicht nur, dass sie andere rechtliche Änderungen herabwürdigt und es anscheinend okay findet, wenn Männer ihre Frauen vergewaltigen. So zumindest deute ich ihren Tweet, sondern es kommt noch härter. Sie spricht den Spielern, der deutschen Nationalmannschaft ihre Nationalität ab.

Fußball von STorch

Sorry, aber Boateng (geboren in Berlin), Khedira (geboren in Stuttgart), Özil (geboren in Gelsenkirchen), Can (geboren in Frankfurt a. Main) etc. sie alle haben den deutschen Pass. Sie alle sind in Deutschland geboren, hier aufgewachsen. In der WM- waren sie noch gut genug. Da sind sie Weltmeister geworden und jetzt 2 Jahre später ist es schick, wenn von Storch behauptet, dass die Nationalmannschaft von unserem Land nicht Deutsch ist?

Was bitte ist passiert, dass dies wieder okay ist? Was ist passiert, dass Fußball solche Ausmaße annimmt? Warum finden das so viele okay?

Für mich ist auf jeden Fall sämtliche Freude am Fußball vorbei. Mein Sohn hat sich heute tierisch gefreut, dass Frankreich gewonnen hat und ich fühle mich einfach nur benommen und traurig. Nicht weil Deutschland verloren hat, sondern weil aus Party-Patriotismus ganz klar Rassismus geworden ist.

Ich wünsche mir ein Land zurück, was die Vielfalt der Menschen akzeptiert und alle Menschen inkludiert. Ein Land, in dem ich mich wohl fühle, weil Menschen Menschen sind und nicht nach Hautfarbe beurteil werden. Das Land, indem ich mich als Kind sicher fühlte, und als junger Mensch, und wusste es ist schön Nachbarn und Freunde mit anderen kulturellen Hintergründen zu haben. Ein Land indem ich von der Vielfalt seiner Bewohner so viel lernen konnte. So wie damals von meiner türkischen Nachbarin, die mich einführte in ihre Welt und deren Kinder ich einführte in unsere Welt. Eine Nachbarin, die mir immer zur Seite stand und die mir in solchen Momenten schmerzlich fehlt. Denn Momentan zerreißt es mir das Herz, dies alles so zu erleben.

WMDEDGT Juli 2016

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Wir haben den 5. und dank Mamas Mäuse verpasse ich es dieses Mal nicht. Heute ist der Tag an welchem Frau Brüllen wieder fragt: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ Auch ich werde euch heute mal in unseren Tag mitnehmen. Ich mach das ja hin und zu, wenn ich nicht gerade vergesse, dass der 5. ist. Da es via App übrigens super geht, werde ich regelmäßig Updates geben zum aktuellen Tagesverlauf🙂 Doch was geschah eigentlich bisher?

02:15 Uhr: Ich werde wach. Da legt sich doch tatsächlich der Sohn zu mir ins Bett. Er dachte es ist schon morgens. Als er im Wohnzimmer war stellte er aber fest, dass es noch tief nachts ist und dachte sich, dann geh ich jetzt bei Mama weiter schlafen.

05:20 Uhr: Meine Nacht ist zu Ende. ich kann nicht mehr schlafen, bleibe aber noch etwas liegen.

05:40 Uhr: Ich stehe auf und trinke erst mal Kaffee.

06:10 Uhr: Nun muss auch der Sohn aufstehen. Ich wecke ihn und wir kuscheln noch kurz. Dann stehen wir auf und ich mache sein Frühstück, dazu einen Kakao und sein Medikament.

06:30 Uhr: Ist es dann mittlerweile und ich ziehe mich an und mache das Schulfrühstück fertig.

06:50 Uhr: Nun muss sich auch der Sohn anziehen.

07:00 Uhr: Wir müssen runter zum Fahrdienst, denn der Sohn muss zur Schule. Ich gehe dann wieder hoch und stöber ein wenig in anderen Blogs und werde erst mal wach.

08:10 Uhr: Ich mache mir noch einen Kaffee und dazu Müsli. Sollte doch mal langsam Frühstücken.

09:03 Uhr: Ich warte auf den Bus. Muss eine Überweisung abholen und will ein kleines Heft holen, denn ich möchte wieder Achtsamer in der Elternschaft sein und mache daher die Aufgaben von Geborgen Wachsen mit.

09:47 Uhr: Ich gehe in die Stadt shoppen. Finde ein Kleid und Schuhe dazu und scheitere am Schmuck. Ein kleines Tief überkommt mich, da ich schon so lange keinen Schmuck mehr hatte, dass ich gar nicht mehr weiß was man zu was tragen kann.

10:54 Uhr: Ich warte auf den Bus nach Hause.

11:42 Uhr: Ich habe mir einen Salat gemacht und schaue jetzt Pretty Little Liars Staffel 2 Folge 10.

13:07 Uhr: Ich fahre los den Sohn abholen. Haben um 15 Uhr einen Termin und die Fahrt zum Hort dauert etwas.

15:00 Uhr: Mittlerweile ist der Sohn in der Psychotherapie und ich warte auf ihn. Davor waren wir noch Milchshakes kaufen.

16:30 Uhr: Wir waren beim Kinderarzt zur Tetanus Impfung und fahren nun heim.

17:23 Uhr: Endlich sind wir daheim, nachdem unser Bus Verspätung hatte. Der Sohn sitzt nun an den Hausaufgaben. Leider sind sie noch nicht ganz fertig.

18:10 Uhr: Ich tätige die Beobachtungsaufgabe.

18:23 Uhr: Der Freund kommt endlich Heim.

18:43 Uhr: Es gibt ein kleines Drama, weil ich den TV ausgemacht habe zum essen. Irgendwann isst das Kind doch und lässt sich dann ins Bett bringen. Wir lesen ein personalisiertes Buch, wo er der Held ist.

19:43 Uhr: Das Kind ist nun ins Bett gebracht und ich kann nun entspannen. 

20:15 Uhr: Ich schaue Achtung Abzocke mit dem Freund und erinnere mich an meinen letzten Urlaub vor 9 Jahren. Eine Klassenfahrt nach Rom.

22:00 Uhr: Für heute ist Schluss. Gute Nacht.