Bessere Bedingungen für Erzieher und Erzieherinnen

Heute möchte ich auf eine in meinen Augen sehr wichtige Petition aufmerksam machen. Wie vielen bekannt ist haben wir für unserer Erzieher und Erzieherinnen wirklich keine guten Rahmenbedingungen. Die Ausbildung wird nicht finanziert, d.h. sie bekommen keinerlei Ausbildungsvergütung während der Schule. Sie haben 2 * 6 Wochen Praktika und das Anerkennungsjahr in dem die Vergütung auch nicht gerade lokrativ ist. Dies ist schon vor Ausbildungsbeginn eine große Abschreckung gerade, wenn man selber Familie hat und diesen Beruf erlernen möchte. Die Ausbildung sollte auch qualitativ hochwertiger sein, damit Erzieher und Erzieherinnen besser auf ihre kommende Aufgaben vorbereitet sind. Wenn ich an meine 6 Monate Ausbildung zurück denke, dann hatte ich nicht die Hoffnung, dass ich danach vorbereitet bin auch mit Verhaltensauffälligen Kinder bzw. Kindern mit Behinderung zurecht zu kommen, dabei sollen Kindertagesstätten künftig auch inklusiv gestaltet werden.

Wie sollen aber Erzieher und Erzieherinnen dies bewältigen. Sie müssen Fotodokumentationen machen, Berichte schreiben, beobachten, Auffälligkeiten erkennen, Elterngespräche führen und sollen allen Kindern gleich gerecht werden, dies ist mit den aktuellen Vorraussetzungen nicht machbar. Da müssen wir nicht drüber diskutieren. Auch die Vergütung ist mehr als schlecht, wenn man fertig ausgebildet ist.

Doch neben der massiven Belastung der Erzieher und Erzieherinnen ausgesetzt sind leiden auch noch andere unter diesen Bedingungen. Die Eltern, welche sich nicht mehr gehört fühlen bzw. teilweise nicht ausreichend gehört fühlen, weil es vielleicht Kinder in der Gruppe des eigenen Kindes gibt, die mehr Aufmerksamkeit brauchen als das eigene. Auch die Kinder sind leidtragende.

L. und ich können einen Lied davon singen wie es für ein Kind enden kann, wenn die Erzieher und Erzieherinnen aus völliger Überlastung nicht mehr betreuen wollen und anfangen ein Kind auszugrenzen und loswerden zu wollen, weil sie nicht mehr können. Es mag keine pure Boshaftigkeit sein, sonder wirklich Überforderung, aber dem muss entgegengewirkt werden. Die Gruppen sollten in meinen Augen kleiner sein bzw die Betreuungsschlüssel besser. Wie oft kommt es vor, dass die Erzieher und Erzieherinnen überbelastet sind und deswegen massiv krank werden. Kaum eine Erzieherin bzw Erzieher kann ihren/seinen Beruf bis zum Rentenalter erfüllen, da die Belastung zu groß ist.

Aus diesen Gründen bitte ich euch unterstützt die Petition:

https://www.openpetition.de/petition/online/ministerin-schwesig-bessere-rahmenbedingungen-fuer-erzieher-innen-sonst-geht-fruehe-bildung-baden

Ganz liebe Grüße

Eure Cestralia

Advertisements

4 Gedanken zu “Bessere Bedingungen für Erzieher und Erzieherinnen

  1. Hallo Wunderweib,

    leider mussten wir die Erfahrungen in 2 Kita’s machen. Mein Sohn besucht mittlerweile die 3. Kita und in einer Woche eine Tagesklinik, weil sein Selbstwertgefühl sehr gelitten hat 😦

    In der ersten Einrichtung sprang man zwischen ihr Kind ist hochbegabt und einfach nicht erzogen hin zu wir brauchen einen I-Helfer für ihr unmögliches Kind, damals bekam ich Rückenwind von der Frühförderstelle, die selbst schockiert war, wie diese Kita mit meinem Kind umging. Diese Einrichtung ging sogar soweit, dass sie den anderen Kindern verbot in seine Nähe zu kommen…. Es sah keiner das das Kind gerade ausm Frauenhaus mit mir kam. Das es dem Kind nicht gut ging das es Hilfe und Therapie bekam… Er war das böse schreiende und schlagende Kind.

    Dann zogen wir um und die erste Kita in unserem jetzigen Wohnort nahm sich ihn erst an, aber durch die größe der Kita (5 Gruppen, 2 Krippengruppen, teiloffenes Konzept, riesen Speisesaal) und die Wutanfälle meines Sohnes waren auch die schnell überfordert. Als ich dann in der Erzieherausbildung im ersten 6 Wochenpraktikum war kündigten mir die Tageseltern auf Grund eines Wutanfalls meines Kindes ( einer in 4 Wochen..)und das nahm die Kita direkt zum Grund den Ganztagsplatz zu kündigen. Sie gingen dann sogar soweit, dass mein Sohn ohne mich auf keine Ausflüge mehr durfte, nicht nachmittags nachm Mttagessen wieder kommen durfte und sie mir den Platz zu 100% zum Sommer kündigten. Die Worte waren: „Normalerweise kündigen wir ja keinem Kind das in einem Jahr in die Schule kommt, aber bei ihrem Kind geht es nicht anders“ Das ist jetzt etwas über ein Jahr her.

    Ich bin selbst zutiefst entsetzt, dass es sowas gibt und noch heute ein Jahr später höre ich über Luca’s alte Gruppe und Kita nichts gutes. Die Eltern beschweren sich, dass nun nachdem mein Sohn weg ist ihre Kinder schlecht behandelt werden.

    Wir hatten Glück, dass wir dann einen der heißbegehrten heilpädagogischen Plätze bekommen haben und die Zurückstellung durch ging, so dass er nun noch ein Jahr länger da bleiben kann.

    Heute fühlen wir uns sehr gut aufgehoben, aber traurig machen mich die Erfahrungen dennoch. Ich freue mcih über jede Erzieherin und Heilerziehungspflegerin, welche ihren Job in den Kita’s gut macht. Wenn ich nun die Zulassung bekomme, studiere ich ab Oktober Sozial- und Organisationspädagogik, um mein fachliches Wissen weiter auszubessern und meine Arbeit im Jugendhilfeausschuss zu optimieren.

    Ich weiß die Antwort ist nun etwas ausführlich geworden, aber so kann ich sie für mich stehen lassen.

    Ganz liebe Grüße und danke für deinen Kommentar!

    Cestralia

    Gefällt mir

  2. Danke für deine ausführliche Antwort.
    Was waren das vorher für Kitas? Integrative?
    Ein teiloffenes Konzept wäre aus meiner Sicht nicht hilfreich, was du auch bestätigst.
    Eine heilpädagogische Kita wäre das Richtige, die habt ihr jetzt auch. Gott sei Dank, dein Sohn hat sicher viel negatives erlebt und muss das verarbeiten.
    Die richtige Kita mit einem passenden Konzept zu finden ist schwierig.

    Gefällt mir

  3. Die vorherigen Kitas waren ganz normale Regelkitas. Ab einer gewissen Kitagröße würde ich glaube ich grundsätzlich von einem teiloffenen Konzept abraten, da es einfach nur zu viel durcheinander macht und damit oft Kinder auch überfordert sind.

    Luca ist ja jetzt in einer integrativen Kita. Die haben 3 Gruppen a 15 Kinder und eine Krippengruppe. Sie arbeiten mit geschlossenem Konzept, wobei die Kinder sich natürlich draußen auf dem Außenspielplatz treffen 🙂 Es ist für Luca viel besser und die klaren Strukturen, die gleichbleibend sind tun ihm richtig gut.

    Es ist schwierig eine passende Kita zu finden, gerade wenn sie dann noch voll besetzt sind, wenn man eine entsprechende gefunden hat.

    Luca hat viel negatives erleben müssen und ich merke es noch heute an ihm. Aber zumindest hat er nun Erzieher und Erzieherinnen, welche hinter ihm stehen und ihn nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen. Seine Heilerziehungspflegerin die für ihn zuständig ist könnte ich mir auch nicht besser vorstellen. Sie ist in meinem Alter aber äußerst Qualifiziert und das finde ich wirklich Klasse 🙂

    Liebe Grüße

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s