Studium und ein Presseartikel

Hallo ihr Lieben,

ja ich existiere noch, allerdings waren die letzten Wochen sehr turbulent. L. hat nun die Pflegestufe 0 und wir konnten den Familienentlastenden Dienst einschalten zur Unterstützung, außerdem bin ich gerade dabei eine Eltern-Einführung mit zu machen zum Thema Autismus. Außerdem bin ich ja nun Studentin und fleißig am lernen und in den Vorlesungen. In 3 Wochen habe ich 2 Wochen Urlaub spätestens dann werde ich euch mehr berichten dazu.

Warum schreibe ich heute? Ich habe einen Artikel entdeckt, dank einem tollen Team, welchen ich so nicht akzeptieren konnte. Deswegen habe ich zu diesem Artikel eine Reaktion als Leserin formuliert.

Als erstes nun der Link zu diesem Artikel: http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/4607949/Wer-Strafe-nicht-vollzieht-wird-unglaubwurdig

Nun jeder hat dazu seine Meinung und evt gibt es auch unter euch Menschen die sagen ist doch okay was der Autor da verfasst hat, aber ich sehe das nicht so, daher hier nun meine Meinung dazu, welche ich im Diskussionsforum übrigens auch so gepostet habe ich euch aber nicht vorenthalten wollte:

Sehr geehrter Herr Gerber,

sie sind der Meinung, dass gewaltfreie Erziehung irreal ist und Kinder, welche gewaltfrei erzogen worden sind, Rücksichtslos sind und negative Schwingungen verbreiten. Nun ich weiß nicht in welcher Welt Sie leben, aber ich erziehe meinen Sohn gewaltfrei und der Dank dafür ist ein fröhliches, aufgewecktes Kind, welches keine Angst hat mir die Wahrheit zu sagen, wenn es etwas zerdeppert hat im Eifer des Gefechtes (was übrigens sehr selten vorkommt und wenn auch nur daheim, fremde Gegenstände sind noch nie zerstört worden)

Dann kommt es hinzu, dass von außen ich oft zuhören bekomme (obwohl mein Kind übrigens unter einer seelischen Behinderung leidet und auch aus gesundheitlichen Gründen hin und zu nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechend reagiert) mein Kind sei ja total „Zucker“ und selten so ein liebes Kind erlebt. Im Restaurant kann er sich benehmen obwol mir Tischsitten im extremmaß nicht so wichtig sind.

Ich muss dafür keine Gewalt anwenden um den Respekt zu erlangen. Natürlich sind Konsequenzen wichtig, aber sie sollten passend sein. Wir wollen das unsere Kinder keine Gewalt anwenden. Ist es dann nicht merkwürdig, wenn wir Gewalt anwenden zur Erziehung? Ist sie also gerechtfertigt, weil wir konsequent sein müssen, wenn unserer Kinder sie aber anwenden ist das falsch? Haben sie mal versucht einem Kind dieses paradoxe Bild zu erläutern? Es geht nicht!

Dann zitiere ich sie nun:
„Okay ist Übers-Knie-Legen, das ich aber demonstrativ-inszeniert und nur mit leichtem Klopfen durchführe; es geht darum, das Kind in eine „blöde“ Lage zu bringen, die nicht wehtut.“

Was Sie da beschreiben ist und bleibt eine Demütigung! Was regelmäßiges Demütigen mit einem Kind macht können Sie sich evt. ausmalen. Es verliert an Selbstwert! Das kommt auf das gleiche hinaus wie wenn Sie ihrem Kind ständig sagen würden es sei dick, obwohl es schlank ist. Es kann zu Störverhalten führen!

Dann sagen Sie „Ich stehe zum Ohrenzieher. Wozu ich wirklich stehe, ist der Ohrenzieher als strengste Sanktion: Da wird M. nach „1, 2, 3“ am Ohr gezogen.“ Soll man Ihnen demnächst dann auch am Ohr ziehen, wenn ihr Kind der Meinung ist sie Verhalten sich fehl? Darf es das in strenger Konsequenz dann auch bei Ihnen? Sie leben es ja vor, dass diese Art der Gewalt absolut okay ist. Und ich wette darauf, dass ihr Kind es bei ihnen nicht darf. Sie sind ja Erwachsen, da gibt es wohl Sonderrechte in Ihren Augen, womit wir wieder zum Paradoxon kommen. Ich darf Gewalt anwenden. Du nicht!

Nun schwenke ich noch einmal zum Anfang ihres Artikels. Hier sagen Sie: „Seine Urteilsfähigkeit, Voraussicht und Kausalitätserkenntnis sind so begrenzt wie sein Weltverständnis. Nicht, dass Erwachsene superklug sind, aber sie wissen mehr, Punkt“ hiermit stellen Sie sich grundsätzlich als Besser als ihr Kind hin. Wussten Sie das Kinder weitaus weltoffener, herziger und gerechter sind als Erwachsene? Kinder führen keine Kriege, somit glaube ich auch das sie eine gewisse Intelligenz haben. Natürlich müssen sie lernen die Welt zu verstehen, aber Sie können nicht behaupten alles grundsätzlich besser zu wissen. Damit würden Sie sich, wenn auch ungewollt als perfekt darstellen. Entschuldigung, aber weder Sie noch ich noch irgendwer anderes ist Perfekt.

Ich an ihrer Stelle würde mal überdenken, was ihr Verhalten in Zukunft für Auswirkungen hat auf ihr Kind. Aber wahrscheinlich wird ein reflektierender Blick erst wirken, wenn Ihnen ihr Kind später sagt:” Und das war nicht okay, dass du das und jenes gemacht hast. Es war nicht okay das du mich, durch deine Gewalt in der Erziehung, erniedrigt hast.

Mit freundlichen Grüßen

Eine Leserin

Und ja ich habe meine Gedanken ein wenig überspitzt dargestellt zum Teil. Fand es aber auch notwendig um meinen Blickpunkt dazu aufzuzeigen.

Liebe Grüße

Eure Cestralia

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