Irgendwann müsst ihr doch einmal….

Gestern, war einer dieser Tage, wo mein Sohn mich nachdenklich gemacht hat. Nicht im negativen, aber er hat was in meinen Kopf wachgerüttelt was ich schon lange wegdränge. Das Thema mit dem Partner zusammenziehen und ja Heiraten. Aber einmal von vorne.

Wir waren gestern zusammen unterwegs. Mein Freund hat Urlaub und hat uns ins Krankenhaus begleitet zum EEG. Wir haben das Auto am anderen Ende der Stadt geparkt, da wir auf Grund seiner Arbeit dort einen kostenlosen Parkplatz haben. In der Nähe davon ist ein Brautladen an dem wir auch vorbei mussten. Wir liefen so vorbei und L. brauchte länger. Er schaute sich die Kleider ganz genau an. Ich fragte ihn: „Gefallen dir die Kleider?“ Und er so: “ Mama komm mal her. Ich muss dir was sagen.“ Ich beugte mich runter und er flüsterte: „Wenn du irgendwann mal heiratest, dann musst du das Kleid mit den Rosen nehmen. Das ist schön.“ Ja erwischt. Heiraten für meinen Sohn ein wichtigeres Thema als für mich. In den letzten 2 Jahren fragt er mich so 2 mal im Jahr, wann ich denn endlich heirate. Süß,wenn ich darüber nachdenke, aber anscheinend für ihn auch sehr wichtig. Nun hatte ich das Kleid nicht genau gesehen, weil ich mit einem Tunnelblick daran vorbei bin. Nahm mir aber vor ihn später nach dem EEG zu fragen, wenn wir wieder zum Auto gehen.

Gedacht, getan. Wir laufen also wieder am Geschäft vorbei, da bleib ich stehen und frag: „Welches Kleid meintest du denn?“ Er zeigte es mir dann und es hatte so ein merkwürdiges grautönchen auch an sich. Es gefiel mir auf Grund dessen nicht. Es gab aber ein Kleid, ein kurzes, welches ich toll fand. Mein Partner meinte dann aber dafür braucht man Beine. Ich schaute ihn mit verspielter Empörung an und er rettete sich mit “ Ja allgemein Beine, aber warum muss das Kleid weiß sein?“ Ich meinte: „Weil das für mich dazu gehört. Ein weißes Kleid“ Dann kam L. an: „Wann heiratet ihr denn mal? Irgendwann müsst ihr doch mal heiraten!“

Ja wann? Darüber haben wir uns beide keinen Kopf gemacht. Wir haben getrennte Wohnungen, da es uns so möglich ist auch mal einen Ausflug zu machen und es so unkomplizierter mit der Bürokratie ist. Ich weiß zum Beispiel, dass es alles komplexer mit dem Studenten-Bafög wäre, wenn wir zusammen leben würde und es ist jetzt schon anstrengend genug, da ich jedesmal mit einem Anwalt arbeiten muss bei der Beantragung, da meine Eltern sonst ihre Unterlagen verweigern. Meinen Exmann muss ich immer anschreiben, obwohl er laut Scheidungsurteil nicht unterhaltsverpflichtend mir gegenüber ist, etc. Auf jedenfall sitz ich schon jetzt immer knapp 5 Monate an dem Antrag. Also haben wir uns entschieden, nach meinem Studium zusammen zu ziehen, wenn ich arbeite. Ja, das ist eine lange Zeit, aber anders würden wir uns in den finanziellen Ruin jagen und ich würde mich abhängig machen. Wenn ich eins Hasse ist es die finanzielle Abhängigkeit vom Mann. Es gibt eh schon Menschen die meinen ich würde meinen Partner nur ausnutzen, die so etwas hinterrücks erzählen.

Zum Glück weiß er das das Schwachsinn ist, da ich ihn nie um Geld bitte und alle notwendigen Gelder selbst erspar und evt Nachzahlungen für die Wohnung zur Not in Raten abfinanzier. Ich weigere mich hier seine Unterstützung anzunehmen. Was wir zusammen machen und abwechselnd zahlen sind Lebensmittel, da wir oft zusammen kochen. Übernachten tut aber jeder in seiner Wohnung und auch so gibt es Momente an den wir uns mal gar nicht sehen am Tag, weil jeder hat auch so seine Hobbys.

Ja so ist das bei uns. Evt sind einiges ja auch nur ausreden, um es einfacher zu haben, aber in unserer Organisation passt das gerade einfach nicht rein. Was uns als wir dann aber weiter überlegt haben und das mal ein wenig ausgespielt haben aufgefallen ist. Wir hätten nicht einen Trauzeugen, weil wir beide keine engen Freundschaften pflegen, wo ich sagen würde, ja die Person müsste unbedingt Trauzeuge werden oder so. Eigentlich erschreckend, aber ich hätte ehrlich gesagt traurigerweise nicht mal Zeit dafür. Wie soll ich Freundschaften pflegen, wenn ich von morgens bis abends an der Uni bin oder lerne oder mich um meinen besonderen Sohn kümmere. Allein die Tatsache ein Verhaltensauffälliges Kind zu haben schießt dich ins Abseits. Klar gibt es einige Menschen die ich nett und sympathisch finde, aber die sehe ich beim Ehrenamt oder in der Uni, aber nicht Privat und so ist für uns am Ende das Thema wieder in weite Ferne gerückt auch wenn wir beide als Paar, dem nicht abgeneigt sind, aber erst mal ein abgeschlossenes Studium, dann können wir weiter sehen. Einen Schritt nach dem andren und bis dahin ist es aber schön immer mal wieder von einer kleinen Hochzeit zu träumen und es zu genießen, dass man in so Momenten nochmal ganz bewusst merkt, wie sehr man sich eigentlich liebt.

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