Studentische Solidarität

Ich könnte als Mami jetzt über die Mummywars schreiben. Ich könnte darüber schreiben wie sich Mütter immer wieder gegenseitig erzählen was andre denn falsch machen in ihren Augen, aber nein das will ich nicht, denn dazu gibt es genug gute Blogbeiträge. Sehr gefallen hat mir dieser von Freiraumkind: http://www.freiraumkind.de/2015/07/27/m%C3%BCtter-dieser-welt-vereinigt-euch/

Nein ich will heute mal über studentische Solidarität sprechen. Es gab Zeiten, als ich noch zur Schule ging und der Bachlor noch nicht existierte, da hörte ich Gerüchteweise, dass Studenten sich gegenseitig helfen, dass Studenten eine eingeschworene Gemeinschaft sind. Daher freute ich mich anfangs auch richtig auf das Studium, doch dann las ich immer wieder davon, dass Studenten angeblich nur noch Egozentrisch sind und das machte ein wenig Angst. Daher schreib ich in der Erstigruppe für Sozialpädagogen ein Angebot. Ich wollte eine Uniführung anbieten, um die ersten künftigen Kommilitoninnen und Kommilitonen kennen zu lernen und es war der Wahnsinn. Ich brauchte noch 3 Helferinnen für die Führung, da sich verdammt viele dafür interessierten und froh waren, so zumindest schon mal die Uni und ein paar Leute kennen zu lernen. Viele zogen ja erst nach Trier. Das ließ auf hoffen.

Das erste Semester war dann auch erst mal ein guter Zusammenhalt. Klar gab es auch mal Probleme, aber die ließen sich im Großen und Ganzen gut lösen. Das erste Mal, dass ich mir bewusst wurde, dass dies nicht immer so sein wird, war nun im zweiten Semester. Das erste Mal bekam ich mit, dass es schwierig war an Informationen zu kommen, wenn man nicht in eine Vorlesung konnte oder im Seminar fehlte, aber okay irgendwie bekam man das gemanagt. Im Notfall wurde dann der Dozent angeschrieben. Richtig stark bewusst, dass die Solidarität auch mal fehlen kann und eine Art Egoismus hervorkommt, war vor knapp 2 Wochen als eine Kommilitonin, um die gesammelten Mitzeichnungen und Zusammenfassungen von einer Vorlesung fragte. Für mich war das kein Thema. Ich hatte alles beisammen und hab ihr das über Facebook zukommen lassen. Allerdings sahen dies nicht alle so unproblematisch. Sie wurde zum Teil auch echt angemacht und es kamen Sprüche wie: „Wenn wir hier schon so weit sind, hätte ich auch direkt gerne ALLES. Dann komm ich einfach gar nicht mehr zur Uni, wenn es so leicht ist“. Man warf ihr vor, dass sie keinen Grund genannt hatte und dass es doch dreist sei so etwas zu verlangen. Ich war ziemlich Baff. Hier fragte ein Mensch um Hilfe und bekam so eine Abfuhr. Ein Kommilitone brachte das was in mir vorging ziemlich auf den Punkt: „Boah… und selbst wenns keinen Grund gibt… wo bleibt denn die Studentische Solidarität… Was ist denn das für ein Kindergarten hier?! Oo“

Ja wo war sie, die Solidarität unter Studenten, wo war die Hilfsbereitschaft, der Gedanke evtl. brauch ich auch mal Hilfe, dann revanchiert sich das? Der Gedanke ich helfe einfach mal einen Menschen in Not? Der gedankliche Perspektivenwechsel, den wir als künftige Pädagogen anwenden sollten bevor wir verurteilen? Er war nicht da. Es wurde der Kommilitonin dann sogar vorgeschlagen sich doch am Prüfungstag krank zu schreiben statt mit zu schreiben. Es setzte sich dann noch eine weitere Kommilitonin für sie neben mir ein und eine ehemalige Psychologiestudentin schreib: „So eine sinnlose Diskussion hab ich in 6 Semestern Psycho Studium nicht erlebt.
Sogar unsere Psycho-Fachschaft und in unserer Psycho-Gruppe werden Zusammenfassungen und Skripte hochgeladen, die irgendwer mal gemacht hat zu irgendeiner Vorlesung oder oder oder. So kann sich jeder daran bereichern und nie, aber auch nie kam so eine Diskussion wie hier auf.
Solidarität und gegenseitige Unterstützung ahoi.

Allerdings schien diese Diskussion nun erst mal etwas gebracht zu haben, denn plötzlich wurden Aufzeichnungen hoch geladen und man konnte Fragen stellen und bekam Hilfe. Da ich gerne Helfe sehe ich dann auch was zurückkommt. Dankbare Angebot für den Fall das ich mal Hilfe brauche, aber die Schattenseite: Manchmal werde ich überhäuft mit Anfragen zu meinen Aufzeichnungen. 😀 Aber okay einmal die Datei hochladen ist ja kein Beinbruch. Ich würde es immer wieder machen.

Von anderen Studierenden weiß ich, dass die Solidarität unter den Studierenden auch oft leidet. Daher wäre ich froh, wenn sich ein paar nun beteiligen würden und mal selbst berichten würden wie ihr studentische Solidarität erlebt? Schreibt einen Kommentar, einen Blog Beitrag. Teilt euch mit, damit wir ein breites Meinungsbild bekommen. Schön wäre es, wenn ihr euren Beitrag hier verlinkt, so dass ich sie auch sehe und an euren Erfahrungen teilhaben kann.

Liebe Grüße

Jenny

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2 Gedanken zu “Studentische Solidarität

  1. Liebe Jenny,
    ich hab das ganze in der Facebookgruppe mitbekommen und möchte dir mal meine Ansicht erläutern.
    Zum einen fand ich das Verhalten von L. (die Person, die gefragt hat) ziemlich dreist. Ihre anfängliche Frage war harsch formuliert, im Nachhinein (als die ersten Beschwerden schon in den Kommentaren zu finden waren) hat sie ihren Post bearbeitet und es so aussehen lassen, als hätte sie von Anfang an lieb und nett danach gefragt (sie hat es nämlich nicht gekennzeichnet, dass der Post bearbeitet wurde!). Dadurch hat sie sich unnötig in die „Opferrolle“ gedrängt. Man muss dazu sagen, dass sie eine Zusammenfassung der Folien wollte. Diese Folien sind auf stud.ip zu finden und das ist eine Arbeit, die man ohne Problem auch selbst machen kann (denn man muss sich ja eh damit beschäftigen um die Klausur zu bestehen). Es wäre etwas anderes gewesen, wenn sie nach Notizen zu den Seminaren oder z.B. der Vorlesung zu Manhart gefragt hätte, wo es keine Skripte/Folien etc gibt und es schwierig ist, wenn man nicht da war.
    Und ich muss dir leider widersprechen. Auch vor dieser Diskussion haben die Leute Zusammenfassungen hochgeladen (z.B. zu jedem Autor von TdW) oder Fragen konnten gestellt werden und diese wurden auch beantwortet.
    Man muss aber auch fairer Weise sagen, dass einige ziemlich frech zu ihr waren. Ich vermute, dass es an der anfänglichen Formulierung von L. lag. Außerdem hat die Gute ihren Ruf, den sie ihrem Verhalten in sämtlichen Veranstaltungen zu verdanken hat. Einige hätten da ihre „Wut“ einfach runterschlucken sollen. Aber du weißt ja: Niveau ist keine Hautcreme!
    In dieser großen Gruppe klappt es nicht so gut mit der Hilfe. Dafür haben sich aber viele kleine Gruppen gebildet, in denen sich untereinander geholfen wird 😉 Da hab ich richtig gute Erfahrungen gemacht.
    Ein Rat von mir: verliere bloß nicht die Hoffnung in die Menschheit/den Studenten. Keine Panik!

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    1. Hey,

      wie gesagt, ich kenne die fragende Kommilitonin gar nicht. Weiß nicht wer sie ist und kann sie so auch gar nicht ein ordnen. Ich freu mich daher über andere Sichten, weil auch meine ist nur Subjektiv. Klar gab es auch schon vorher ein paar wenige Kommilitonen die etwas hoch geladen haben, allerdings hab ich zum Teil auch schon vergeblich gefragt und seit der Sache kommt es mir vor als wäre es mehr nun. Kann aber auch an der Klausurphase liegen, dass mir das so rüber kommt. Allerdings werde ich deswegen die Hoffnung in die Studentenschaft nicht verlieren, denn dann wäre ich ziemlich pessimistisch, oder nicht? 😀 Allerdings fand ich den Umgang damit halt echt nicht in Ordnung. Es ist das eine zu sagen, dass man die Frage etwas dreist findet (so etwas kann man ja auch nett ausdrücken) oder halt ziemlich frech zu werden. Wie ich schreib für mich ist so etwas kein Problem meine Zusammenfassungen ab zu geben. Wenn jemand nach so etwas fragt, wieso nicht? Ich frag nicht nach einem Grund, sondern mach. So hab ich auch mehrfach meine Zusammenfassungen von Manhart herum gesendet bzw. dann auch auf einen Blog online stellen lassen. Ich selber hab auch einen kleinen Kreis mit dem ich gerne mich austausch und hab jetzt auch eine Kommilitonin, die soweit wir es hinbekommen die gleichen Seminare, Vorlesungen, etc. wie ich belegt. Ich möchte dir aber sehr Danken für deine Sicht der Dinge 🙂 SO bekommt man ein kompletteres Bild. Danke!

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