#BloggerfürFlüchtlinge Ein paar Gedanken zur Flüchtlingsdebatte

Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Ich weiß nur, dass ich momentan mit gemischten Gefühlen auf die Flüchtlingsdebatte schaue. Es gibt Dinge, die ich gut finde und Dinge die mich entsetzen. Doch ich glaube ich fange mit denen Dingen an die mich entsetzen, damit hier ein guter Schluss entsteht. Denn noch sehe ich nicht alles verloren.

In letzter Zeit wird viel in den Medien berichtet zu den Flüchtlingen und es gibt dabei so einige Dinge die mich gruseln. Gerade die letzten Ausschreitungen entsetzen mich. Da werden Kinder in einer S-Bahn angepinkelt von wildfremden Menschen, die ein Problem mit Ausländern haben, da werden Steine und Böller auf Flüchtlingsunterkünfte geworfen, da werden entstehende Unterkünfte abgefackelt oder Privateigentum von Menschen mit linker Gesinnung in Brand gesteckt. Alles mit dem Hintergrund, dass man ja nur besorgt sei.
Ganz ehrlich ich bin nicht vor Menschen mit einer anderen Nationalität besorgt, sondern vor den Menschen im eigenen Land. Zumindest vor manchen. Mich besorgen die Menschen, die meinen die Gewalt sei doch verständlich, wenn man so viele hier rein lässt. Gewalt wird hier beschönigt und als Gut empfunden. Ich gehe hier jeden Tag in den Kampf und erkläre meinem Kind, dass Gewalt schlecht ist und dann kommen rechtsextreme Menschen her und üben massiv Gewalt aus gegenüber Menschen die gerade vor Gewalt und Krieg geflüchtet sind. Terrorisieren diese Menschen, die nichts als Frieden gerade wollen und begründen, dass mit Angst vor Ausbeutung und Terror und Kriminalität? Nehmen ihre Kinder dahin mit und wollen sie angeblich vor Gewalt schützen? Wo schützt man Kinder vor Gewalt, wenn man sie vorlebt? Wo verhindert man Kriminalität, wenn man sie selber anwendet? Die Argumentation hinkt einfach.
Dann in den sozialen Netzwerken. Unter jedem Posting, er kann noch so weit weg sein von der Flüchtlingsdebatte, schreiben die sogenannten „besorgten Bürger“ ihren Müll. Schreiben, dass es zu viele werden, dass die ja alle Kriminell sind und bitte wieder in ihr Land abhauen sollen. Stellen Gerüchte auf, dass ja alles Geld in die „Asylbetrüger“ geht und für den „deutschen“ Bürger kein Cent mehr bleibt.
Ich bin in diesem Land geboren. Ich hatte Glück und ich sehe es nicht so, dass Flüchtlinge alles bekommen und wir nicht. Ich habe selber eine Weile von Hartz 4 gelebt und weiß, dass es nicht viel ist und je nach Wohnort reicht das Geld auch nur gerade so. Ich habe aufgehört Alkohol zu trinken und aufgehört zu rauchen, um mein Kind und mich finanzieren zu können. Ich habe uns einen Lebensstil entwickelt, der abseits vom Luxuskonsum ist und wir kamen sehr gut über die Runden. Luxus war halt nicht drin, aber dafür ist nun mal Hartz 4 auch nicht gedacht. Das dieses Gesetz aber ausbauwürdig ist und hier einige Mängel drin sind ist auch mir bewusst. Ja es sollte geändert werden, aber man kann, wenn man haushalten kann, davon Leben. Als Studentin nun habe ich ein wenig mehr Geld, darf aber auch später ein Darlehn zurückzahlen und bekomme Heizkostenabrechnungen und Nebenkostenabrechnungen nicht vom Amt übernommen. Mir zahlt auch keiner mehr die Kranken- und Pflegeversicherung und immer noch sehe ich keinen Grund mich hier zu beschweren und gegen Asylbewerber und Flüchtlinge zu hetzen.
Mich besorgt es, wenn Leute nur noch Hetze nachplappern und selber keine Nachforschungen mehr betreiben und Statistiken und seriöse Berichte lesen, weil die ja alle nur gefälscht sind. Natürlich sollte man kritisch sein mit Statistiken und sie auch vergleichen, aber man sollte die Wissenschaft nicht verteufeln und meinen nur das Bauchgefühl sei richtig.
Ich habe hier mal eine Diskussion gehabt. Hier im schönen Trier. Da sagte man mir, dass man Angst habe in Trier in die Stadt zu gehen, weil wir einen Ausländeranteil von 30-40 % hätten. Nein, haben wir nicht. Der Prozentsatz beträgt zwischen 8 und 9 %. Es wirkt hier manchmal nach mehr, da wir nun mal Touristenstadt sind. Wir haben hier viele Besucher aus aller Welt, dann kommen noch hinzu, dass die Menschen aus Luxemburg gerne zu uns einkaufen kommen, so wie wir nun mal gerne in Luxemburg tanken. Es ist ein Geben und Nehmen hier.
Wenn man allerdings nur auf Menschen achtet die eine andre Hautfarbe haben als man selber oder einen anderen Akzent sprechen, etc. dann kann man natürlich glauben es wäre hier alles „überfremdet“. Warum hört man nicht einfach mal auf zu unterteilen, sondern sieht alle als Menschen an? Denn das sind wir nun mal alle. MENSCHEN!

Zum Glück sind nicht alle Menschen mit so negativen Gedanken bestückt. Da habe ich in den letzten Wochen auch viele Beispiele gelesen und gesehen. Da ist eine Béa (Tollabea) die uns ihre eigene Geschichte erzählt und zur Solidarität aufruft gegenüber Flüchtlingen. Eine Lucie Marshall, die Flüchtlinge bei sich aufnimmt und eine eigene Kleiderkammer errichtet hat in ihrem Flur. Da sind die Menschen hier in Trier, die sich in Massen zusammenfinden, um den Flüchtlingen zu helfen. Die es nicht hinnehmen wollten, dass Flüchtlinge im Regen draußen übernachten. Hier berichtet Matthias Koster total authentisch drüber. Da sind Menschen wie Lisa von Stadt, Land, Mama, die zu einem Gartenfest eingeladen hatte und ich könnte noch so viele mehr aufzählen. Ich selber suche gerade mit einer Frau ein Kind, welches einen Schulranzen benötigt und arbeite ab November im Rahmen meines Praktikums wohl auch mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.
Dann gibt es den Zusammenschluss #bloggerfürflüchtlinge und diesen werde ich nun auch unterstützen, denn das Thema bewegt mich einfach. Ich überlege in diesem Sinne auch eine Reihe an Interviews zu organisieren. Interviews mit Menschen, die sich engagieren, die ihren Beitrag dazu steuern und die helfen mit ihren Berichten Vorurteile ab zu bauen und die wirklichen Umstände ins Licht zu rücken. Viel zu lange sind hier Gerüchte und Vorurteile gestreut worden. Wenn ihr daran Interesse habt, meldet euch bitte bei mir. Ich würde dann an einem festen Tag in der Woche jeweils ein Interview veröffentlichen. Schritt für Schritt. Es kommt aber auf eure Beteiligung an, denn ohne euch gibt es keine Interviews!
Wenn ihr noch anders unterstützen wollt, dann lege ich euch folgendes Nahe:
Unterstützt die Aktion #bloggerfürflüchtlinge, #refugeeswelcome bei der wir Blogger den Flüchtlingen eine Stimme geben. Ich bin froh auf die Gründer dieser Aktion und hoffe, dass sich noch viel mehr daran beteiligen. Lasst uns gemeinsam den Flüchtlingen eine Stimme geben und unterstützt diese Aktion mit Blogbeiträgen und zahlreichen Posts in den sozialen Medien.

Auf betterplace.org wurde eine Spendenplattform geschaffen. Unterstützt diese und somit die Flüchtlinge mit euren Spenden. Ihr helft damit, die Menschlichkeit in dieses Land zurückzuholen! Wie es die vielen Beispiele oben schon tun.

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