Gehe nicht mit Fremden mit

Jedes Elternteil kennt es. Die Warnung, dass Kinder nicht mit Fremden mitgehen dürfen. Auch ich kenne das. Immer wieder ermahne ich mein Kind und predige es. „Gehe nicht mit Fremden mit.“ Gut mittlerweile nicht mehr so oft, aber ein: Wir treffen uns gleich hier an diesem Punkt, wenn wir auf Toilette gehen gibt es immer noch, damit Sohnemann weiß, wo er mich gleich findet. Immerhin will er mit seinen 7 Jahren nicht mehr mit auf das Damen Klo. Kann ich auch verstehen.
Am Montag war es dann wieder so. Sohnemann ging auf das Klo Hände waschen und Mama ging eben auf Toilette. Ich hatte Glück, dass keiner vor mir auf dem Damenklo war und war keine 5 Minuten im Toilettenraum, da ich mich eh immer beeile. Immerhin möchte ich meinen Prinzen nicht zu lange warten lassen.
Als ich am Montag nun raus kam vom Klo wartete Sohnemann schon artig auf mich, doch was er mir dann sagte hat mich erschaudern lassen: „Mama, da war eine Frau, die wollte das ich mit ihr mitkomme, aber du hast gesagt ich darf nicht mit Fremden mitgehen.“
Ich musste wirklich schlucken. Andersrum war ich so glücklich, dass mein Sohn nicht mitgegangen ist. Die Frau war natürlich auch verschwunden. Ich hab meinen Sohn gelobt für dieses Verhalten. Es war sehr gut, dass er nicht mitgegangen ist.
Ich fragte ihn, was er gemacht hätte, wenn die Frau ihn mitgezogen hätte und er sagte: „Ich weiß es nicht.“ Da sagte ich ihm, dass er nach Hilfe rufen soll und Feuer. Ganz laut. Warum Feuer? Weil von Feuer fühlen sich auch fremde Menschen bedroht. Ein Hilfeschrei wird leider öfters ignoriert.
Einen Tag später unterhielt ich mich mit einer Kommilitonin darüber. Sie erzählte mir dann eine Geschichte, die sie einmal erlebt hatte. Sie hatte auf einem großen Markt ein Mädchen gefunden, welches allein schweigsam da saß und Menschen die sie ansprachen ignorierte. Sie fragte das Mädchen wo die Eltern sind und sie sagte, dass sie die Eltern verloren hatte. Sie warteten etwas mit ihr und eine alte Erzieherin von dem Mädchen erkannte es und wusste wo es wohnte. Das Mädchen willigte daraufhin ein sich von den dreien nach Hause geleiten zu lassen, aber nur mit einem großen Abstand von 10 Metern. Daheim waren die Eltern nicht begeistert, dass das Kind mit Fremden mitgegangen ist, waren aber beruhigt als das Drumherum geklärt war. Sie war wohl auf einer Hochzeit verschwunden und die Eltern wussten, dass das Kind nach Hause laufen würde, wenn es verloren geht. Ich hab die Geschichte mit gemischten Gefühlen begutachtet.
Was würde ich machen? Was würde ich als Mama wollen? Ich denke ich würde mit dem Kind warten und in einer Einkaufsmall die Eltern ausrufen lassen. An einem Markt würde ich wohl nach einer weile die Polizei informieren in Absprache mit dem Kind. Zum einem damit das Kind mit Sicherheit weiß, dass ihm niemand was böses will und zum anderen, damit die Eltern beruhigt sein können, dass das Kind nicht mit Fremden mitgeht.
Wie geht es euch? Was bringt ihr euren Kindern bei? Wie würdet ihr reagieren? Und vor allem wie wünscht ihr euch, dass man vorgeht, wenn man euer Kind findet und ihr es sucht?

Advertisements

14 Gedanken zu “Gehe nicht mit Fremden mit

  1. Hallo,
    ich habe dieses Jahr im März ein Mädchen bei uns in der nähe der Bushaltestelle aufgegabelt. Sie weinte laut und ließ sich kaum beruhigen. Sie hatte sich verlaufen und fand einfach den Weg nicht mehr nach Hause. Sie war erst 5 Tage vorher mit ihrer Mutter dorthin gezogen und der Taxibus hat sie einfach am Anfang der Strasse aus dem Bus geschmissen. Da sie keinerlei Kontaktnummer im Ranzen vermerkt hatte, geschweige denn irgendwas mit Namen versehen war habe ich die Polizei informiert. Und das obwohl die kleine Panische Angst davor hatte , warum auch immer. Die Polizei kam und der Name wurde überprüft. Die Mutter hatte sich noch nicht mal umgemeldet, sodass es schwierig war heraus zufinden wo sie denn jetzt wohnt. DIe Polizei wollte sie dann mitnehmen. Da kam aber dann, zum Glück, ihr Onkel angerannt. Da war sie dann auch schon 3 Stunden überfällig…. ich konnte nur den Kopf schütteln…das man erst dann anfängt zu suchen, in einer dem Kind völlig fremden Umgebung, keine Kontaktdaten im Ranzen…. das mit den Daten habe ich ihm auch gesagt. Das er seiner Schwester dringend ans Herz legen soll, dass sie zumindest den Namen und eine Handynummer im Ranzen anbringt. Denn wenn irgendwas passiert und das Kind ist nicht ansprechbar oder ähnliches kann man zumindest jemanden Informieren. Und sie sollte sich bei dem Taxiunternehmen beschweren. Vorallem nachdem die kleine mir erzählt hat, dass die von dem Fahrer immer Süssigkeiten und Spielzeug bekommen haben aber das nicht erzählen dürfen….

    Gefällt mir

    1. Gut, dass du so reagiert hast. Die Taxiunternehmen können einen manchmal Herzrasen bereiten, da hatten wir auch mal eine Situation, da wurde mein Sohn einfach vor dem Haus abgesetzt ohne Kontrolle, ob wer daheim ist. Es war niemand daheim. Der Fehler war aber schon vorher passiert. Er hätte gar nicht mit dem Fahrdienst fahren sollen an dem Tag. Allerdings sind die Unternehmen verpflichtet die Kinder persönlich zu übergeben und nicht einfach abzusetzen. Also zumindest hier. Süß gab es zwar auch hin und zu vom Fahrer, aber das war nie ein Geheimnis vor uns Eltern. Es wurde meistens gegeben, wenn die Kinder aus dem Bus stiegen und uns übergeben wurden.Traurig nur, dass das Kind erst so spät vermisst wurde von den Eltern.Ich gerate ziemlich schnell in Panik ehrlich gesagt. Dies ist vielleicht auch nicht immer gut. Aber ich arbeite an mir 🙂 Danke, dass du diese Erfahrung hier mitteilst.

      Gefällt mir

  2. Davor hatte und habe ich immer noch Angst. Sohnemann ist alt genug, um das zu verstehen und wir haben schon im Kindergarten ein Codewort ausgemacht. Schicke ich oder der Papa jemanden außer der Reihe, um ihn abzuholen, kennt dieser jemand dieses Codewort. Ohne Codewort geht er nicht mit. Haben wir ja böserweise schon mal getestet und funktioniert.
    Und ansonsten können Papa und ich auf den Fingern pfeifen und dass so unverwechselbar, dass teilweise schon Nachbarskinder auf dem Hof standen und Bescheid gesagt haben, dass Sohnemann nicht bei ihnen spielt.
    Aber das Codewort kann ich nur jedem empfehlen…

    Gefällt mir

    1. Das mit dem Codewort ist eine wirklich gute Idee, die ich mir zu Herzen nehmen werde. Ansonsten haben wir immer ganz klare Verabredungen und er weiß immer wer ihn abholt. Entweder Mama oder ein Mitarbeiter vom Familienentlastenden Dienst, welcher sich mit Perso ausweisen muss gegenüber der Kita bzw. nun Hort.

      Gefällt mir

  3. Also bei uns am KiGa ist früher immer ein Mann rum gelaufen der die Kids beim Spielen draussen beobachtet hat. Wenn er von einem Kind gesehen würde hat er auch gewunken oder die Kids angesprochen. Wenn der solch ein Kind auf der Straße anspricht und es bittet mit zu kommen, wird ein Kind, welches nur gelernt hat, nicht mit FREMDEN mitzugehen evtl. mit ihm mitgehen, denn für das Kind ist es ja kein Fremder.

    Gefällt mir

    1. Fremde sind für uns alle Menschen die wir nicht wirklich kennen. Allerdings habe ich ihm auch gesagt nun, dass er auch nicht mit Freunden von Mama mit darf, wenn ich ihm gesagt habe, dass er gerade an diesem Punkt warten soll. Er hat es auch verstanden. Er meinte: „Nein, ich warte bis du wieder da bist. Dann gehen wir wenn gemeinsam mit!“ Habe ihm halt erklärt, dass ich sonst nicht weiß wo er ist.

      Gefällt mir

  4. Da bekomme ich beim Lesen eine Gänsehaut! Die Vorstellung, das Kind könnte mit Fremden mitgehen, macht einfach Riesenangst! Ich hatte mal ein ähnliches Erlebnis, da ging ein etwa Dreijähriger ganz alleine durch ein Dorf – und weinte lauthals. Ich fragte ihn vorsichtig, wo seine Eltern sind, aber er ignorierte mich. Ich wusste nicht, wohin ich mich wenden sollte – während ich überlegte, kam ein Glück sein Vater auf dem Fahrrad angerast und der Kleine rannte glücklich „Papa“ rufend auf ihn zu. Ich hätte sonst auch die Polizei gerufen, denke ich.
    Mein Sohn hat mir letztens erzählt, dass vor seinem Kindergarten auf der Straße ein Mann stand und die Kinder im Garten fotografiert hat (der ist von der Straße aus einsehbar). Die Erzieherinnen haben den verscheucht – aber die haben ja auch nicht immer alles im Blick. Und was, wenn so einer dann vorm Kindergarten rumlungert oder die Kinder durch den Zaun anspricht? Das Tor vorne bekommen die Größeren alleine auf… und wenn so ein Typ dann was ganz tolles verspricht – mir wird übel bei dem Gedanken! Vor allem ,weil ich weiß, wie Kinder auf Gummibärchen oder Smarties abfahren…

    Gefällt mir

    1. Das kann ich verstehen. Das ist aber auch gruselig, wenn da jemand vor der Kita die Kinder fotografiert. ich hoffe, dass ihr eine Meldung bei der Polizei gemacht habt. Das ist echt zum erschaudern. Und mit dem jungen Mann, gut, dass der Papa aufgetaucht ist, sonst wäre die Variante Polizei wohl die Beste gewesen.

      Gefällt mir

  5. Mir sind zwei kleine Kinder (5 und 3) zugelaufen, die ihren Eltern abgehauen waren und nicht zurück fanden. Hab dann mit ihnen am gewartet, waehrend mein Mann die Eltern suchen gegangen ist. Die beiden waeren bedenkenlos mit mir mitgegangen, wenn ich es vorgeschlagen haette. Das war ein ungutes Gefühl. Meine Kinder sind kaum aelter – wie wuerden die reagieren?

    Gefällt mir

    1. Ja da fängt man an nachzudenken wie würden meine Kinder handeln. Allerdings habt ihr echt gut reagiert, indem ihr euch aufgeteilt habt. Das du bei den Kindern geblieben bist und dein Mann die Eltern gesucht hat. Finde ich persönlich gut.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s