Schulanfang mal anders

Dienstag war der große Tag von Sohnemann. Er war schon morgens ganz aufgeregt und doch merkte man ihm an, dass er sehr angespannt war. Frühstücken wollte er nicht. Er hat sich dann irgendwann auf Naturjoghurt mit Trauben eingelassen. Dann ging es etwas, doch auf dem Weg zur Kirche war dann schon wieder etwas nicht in Ordnung. Die Stimmung hellt sich auf als er seinen Papa und seine Oma sah. In der Kirche war er dann schüchtern und verweigerte typischer Weise das Singen. Beim Segen allerdings machte er wieder gut mit.
Schön war, dass in den Fürbitten auch der Flüchtlinge gedacht wurde. Ein Moment der mich sichtlich bewegte.
Wir sind dann aus der Kirche raus und hier merkte man schon, dass der Große sichtlich überfordert war mit den vielen Menschen. Er wollte einfach nur noch weg. Ich gab also der Oma die Adresse der Schule und bin dann mit ihm und meinem Freund zur Schule gelaufen, damit er sich etwas akklimatisieren konnte. An der Schule versteckte er sich dann in einen Busch und wollte nicht in die Turnhalle. Die Menschenmasse war ihm nicht so wohlig.
Er kam dann mit mir rein. Die Schulbegleiterin war noch nicht da, also nahm ich ihn auf den Schoß. Da klammerte er sich ganz feste an mich. Die Schulbegleiterin kam dann auch endlich und Sohnemann war völlig fertig und bat mich mit ihm raus zu gehen. Ich bin dann mit ihm vor die Turnhalle und er konnte sich etwas beruhigen. Als die Klassen aufgerufen wurden kam die Schulbegleiterin zu uns und sagte Bescheid. Mein großes Schulkind ging dann mit und mit seiner Schulbegleiterin zu seiner Klasse, aber als er dann bei den Kinder stand weinte er. In diesem Moment war es so als würde mir jemand Messer in das Herz stechen, denn ich musste mich echt zusammen reißen nicht laut zu weinen, aber die Tränen flossen. Die Eltern applaudierten alle und es war einfach zu Laut. Die Parallelklasse wurde noch aufgerufen und dann mussten sie durch einen Spalier von 3. Klässlern aus der Halle. Sohnemann war das sichtlich unangenehm, aber er ging tapfer an der Hand seiner Schulbegleiterin mit.
Wir Eltern gingen dann Kaffee trinken und Kuchen essen, während die Kinder ihre erste Stunde hatten. Dort verkündeten mir dann die Oma und der Papa, dass sie nicht mehr mit Eis essen kommen. Das war dann natürlich der nächste Schlag. Als Sohnemann dann aus der Klasse kam wurden noch Fotos gemacht, da wirkte er auch entspannter.
Er bekam dann von Oma und Papa noch Geschenke und dann sind sie weg. Sohnemann ging dann noch mit zum Hort rüber, damit er einmal sagen konnte hier bin ich und dann war seine Einschulung auch vorbei. Auf dem Weg zum Auto brach dann erst mal die Traurigkeit aus, dass der Papa nicht mehr da war und die Oma.
Wir fuhren nach Hause und da durfte der Schuljunge, dann erst mal die Schultüte ausschütten und machte fleißig seine ersten Hausaufgaben.

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Als Belohnung für diesen harten Tag gingen wir dann ein Eis essen. Auch hier hatte der Schuljunge etwas Pech, denn die Erdbeeren schmeckten abgestanden… War uns auch noch nie passiert. Immerhin waren wir in unserer Lieblingseisdiele.
Abends ging er dann gut ins Bett.
Heute Morgen kam er dann auch gut raus und schon kam das nächste Dilemma. Die Schulbegleiterin schrieb eine Nachricht, dass sie krank ist. Grippe. Na super. Sohnemann also in den Schulbus gegeben. Er hat ja weiterhin einen Fahrdienst und dann die Schule informiert, die war natürlich nicht begeistert. Ich ja auch nicht. Also mit dem Träger gesprochen und dann zumindest für die nächsten 2 Tage eine Vertretung gefunden. Heute war er aber komplett ohne Begleitung in der Schule. Es schien aber gut gelaufen zu sein. Er hat wohl freudig am Unterricht teilgenommen und kam gut im Hort an.
Dort hat er dann gegessen und seine Hausaufgaben gemacht: (Heute war es die 1 schreiben üben). Als ich ihn abholte war er am Roller fahren.
Nun fehlen ihm noch Hausschuhe für den Hort, die holen wir dann Samstag noch. Ich halte eh nichts von Geburtstagen, da kann ich neben 5 Stunden Ehrenamt auch noch Schuhe shoppen ;D Hauptsache ich muss nicht feiern *hust*
Morgen steht nun der zweite Schultag an und dann darf Sohnemann auch bis 16:15 Uhr im Hort bleiben. Er will ja Klettern üben. Der Hort scheint ihm auch gut zu tun.
Wir sind jetzt einfach optimistisch. Das wird schon werden! Der Schuljunge schafft das schon!

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2 Gedanken zu “Schulanfang mal anders

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