Warum ich Probleme mit dem 12. September habe

Heute ist einer dieser Tage, wo ich merke, dass ich nicht ganz so ticke wie die Allgemeinheit. Ich hab ein paar Eigenheiten, die mich in der Tat abheben von meinen Mitmenschen. Eine davon spüre ich jedes Jahr am 12. September.
Es ist mein Geburtstag und es gibt keinen Tag den ich mehr verabscheue. Ja ich verabscheue den Tag. Versteht es nicht falsch. Es ist nett, wenn man mir gratuliert und ich bedank mich auch artig, aber die wenigsten verstehen, was ich am liebsten machen würde an dem Tag. Wenn es nach mir geht würde ich schlafen, arbeiten, schlafen. Den Tag ignorieren. Ihn entfernen aus dem Kalender. Zumindest für mich.
Das hat verschiedene Gründe und ich weiß, dass sie tief in mir liegen. Aber ich kann an diesem Tag einfach nicht glücklich sein. Das liegt zum einen daran, dass ich meine Erzeuger nicht leiden kann. Warum erzähl ich evtl. irgendwann mal, aber aktuell mag ich nicht. Ich bin aber ehrlich gesagt nicht traurig, dass ich keinen Kontakt zu Ihnen habe, denn so wie sie sind brauch ich ehrlich gesagt keine Feinde mehr. Den größten habe ich schon in diesen beiden Menschen.
Zum anderen liegt es daran, dass ich in meiner Kindheit immer Geburtstage hatte, die mich nicht glücklich machten. Nehmen wir die Geschenke mal weg, aber eine selbstbestimmte Feier gab es nie. Die Anzahl der Kinder war vorbestimmt und wie ich zu feiern habe auch. Eine Wahlfreiheit hatte ich nie. Der schlimmste Geburtstag war der wo ich Kegeln musste in einer Kneipe. War halt billig, weil es den Nachbarn gehörte. Als, wenn man als Teenie Kegeln mag…. Ich mochte es zumindest nicht. Wie oft habe ich an meinem Geburtstag geweint. Geschenke wie Barbie Puppen war auch nicht meins. Ich erinnere mich, dass sie gerne ihre Köpfe verloren. Ich wollte nie eine Prinzessin sein. Ein weiterer schlimmer Geburtstag war mein 18. Wo ich das erste Mal selbstbestimmt feierte. Am Schluss gab’s Stress mit der Saalvermieterin, weil ein paar Jungs am Herren Klo einen Schaden verursachten. Ja mein Geburtstag war ab da für mich gelaufen.
So kam es das ich mit 20 an meinem Geburtstag heiratete, der Tag sollte von einem eigentlich schönen Ereignis überschattet werden. Ich wollte nie wieder meinen Geburtstag an dem Tag feiern. Was ich nicht ahnte, war, dass mein heutiger Exmann mich 2 ½ Monate später allein ließ.
Seit dem Feier ich meinen Geburtstag nicht mehr. Seit dem versuche ich diesen Tag zu verstecken, vielleicht um einfach nicht wieder enttäuscht zu werden. Das einzige worüber ich mich freuen kann ist der Eifer meines Sohns, der jedes Jahr mit viel Mühe etwas bastelt. Ich weiß, dass er es aus Liebe macht. Auch über Geschenke von meinem Freund freue ich mich, weil sie nicht übertrieben sind. Mir reicht so ein einfacher Blumenstrauß. Ich will kein Trouble um meinen Geburtstag.
Dieses Jahr war ich deshalb 5 Stunden auf Trier spielt und habe am Stand vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter gearbeitet und habe das erste Mal in meinem Leben Kinder geschminkt. Ich war dann mit Freunden shoppen, die mir eine kleine total nette Aufmerksamkeit mitbrachten. Sie sind halt sehr konsequent in ihrer Meinung und meinten du bekommst was, ob du willst oder nicht. Für meinen Sohn haben wir dann Hausschuhe und einen Wecker vom FC Bayern München gekauft. Dann sind Sohnemann und ich heim und ich hab eine Stunde geschlafen und dann gekocht und den Sohn ins Bett gebracht. Dass es so ruhig gelaufen ist liegt wohl auch daran, dass mein Freund seit gestern die Sommergrippe hat. So ist mir das Essen gehen auch erspart geblieben.
Ich weiß, dass ist ein komisches Verhältnis zu meinem Geburtstag, auf einige mag es traurig wirken, aber manchmal wünschte ich mir, dass man es respektiert, dass ich echt Probleme mit diesem Tag habe.
Vielleicht kann ich irgendwann mal anders mit diesem Tag innerlich umgehen, aber aktuell macht er mich ehrlich gesagt nicht glücklich. Ich persönlich freue mich daher, wenn wir morgen haben und ich einfach wieder 365 Tage Ruhe habe.

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Ein Gedanke zu “Warum ich Probleme mit dem 12. September habe

  1. Ich feiere meinen Geburtstag auch nicht, jedenfalls nicht mit Freude. Nur meine Mutter gratuliert mir am Telefon – sie ist 92 Jahre. Meine Kinder wissen, dass ich meinen Geburtstag nicht mag, deshalb haben sie diesen Termin auch vergessen.

    Eine derartige Einstellung kommt davon, wenn man ein angespanntes Verhältnis zu sich selber hat.

    Mein Vater hatte in jüngeren Jahren alle Geburtstage ignoriert – als unnötige Gefühlsduselei abgetan. In den letzten Jahren seines Lebens hat er großen Wert darauf gelegt, dass ihm der Bürgermeister und die Vereinskameraden dazu gratulieren.

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