Ein Brief an Kathi

Liebe Kathi,

du schriebst an Tollabea folgendes:

„Mein Sohn ist 9 Jahre alt und in der vierten Klasse. Er gilt als verhaltensauffällig und es bestand Verdacht auf ADHS was aber widerlegt wurde. Er ist ein lieber Junge, braucht klare Regeln und ansagen die er zu Hause auch bekommt. Das Problem liegt aber in der Schule. Er hat so gut wie keinen Respekt vor den Lehrern, ignoriert sie wenn er gebeten wird die Mensa oder das Schulgebäude zu verlassen. Diskutiert ist frech und aufmüpfig.
Ich bin total ratlos wie ich ihm beibringen kann das er Respekt zu haben hat und Anweisungen folgen soll. Habt ihr einen Tipp für mich???“

Ich wende mich jetzt an dich über meinen Blog, auch wenn mir die Informationen eigentlich zu wenig sind, daher kann ich nur vage und vermutend reagieren. Ich kenne nun mal weder dich, deinen Sohn, noch die Lehrerin. Auch kenne ich natürlich nicht eure Therapieanbindungen.

An erster Stelle wäre halt spannend zu wissen, ob dein Sohn therapeutisch irgendwo angebunden ist oder alles beendet wurde als es hieß kein ADHS? Ist man noch dabei etwas zu testen oder mit was hat man euch quasi aus der Therapie entlassen? Mit einer Diagnose oder mit einem ihr Kind hat nichts ist alles in Ordnung?
Hast du evtl. mal überlegt in Richtung Autismus-Spektrum-Störung zu schauen? Nur um das evtl. zumindest ausschließen zu können? Dass dein Sohn so etwas hat könnte ich jetzt anhand der wenigen Informationen nicht sagen. Meiner aber sah von außen so aus als sei er Autist nun sind wir bei Verdacht auf tiefgreifende Entwicklungsstörung, nicht näher bezeichnet. Es hat also einfach keinen so wirklichen Namen aktuell wir sind noch immer dran.
Neben diesen Abklärungen und Beratungssuche würde ich ein intensives Gespräch bei der Schule suchen und evtl., wenn ihr Therapeuten habt, die mit ins Boot holen, sowie auch evtl. Schulsozialarbeiterin und Schulpsychologen, wenn ihr so etwas an der Grundschule habt. Wir haben zum Beispiel vor der Einschulung ein intensives Gespräch geführt, da waren alle beteiligt, die künftig mit meinem Sohn zu tun haben und die mit ihm schon zu tun hatten. Wir haben einfach vorabinformiert. Dies geht bei euch ja nicht nun. Allerdings kann so ein Gespräch mal aufschlüsseln und aufzeigen, wo die Probleme liegen.
Ich kenne das von meinem, daheim ist er mittlerweile ein Engel, aber sobald er in einer Gruppensituation ist wie in der Schule ist es mega schwer für ihn. Daher haben wir eine Schulbegleiterin, die steht meinem Sohn stützend zur Seite und entlastet auch die Lehrerin. Vielleicht könntet ihr so etwas besprechen?
Dann würde ich auch schauen, ob irgendwelche Probleme mit Mitschülern bekannt sind. Auch, dies kann zu auffälligem Verhalten innerhalb der Schule führen.
Anders wie einige meinen finde ich nicht, dass es in der Schule allein Aufgabe des Lehrers ist, ob es funktioniert, sondern eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrer und Schüler notwendig ist. Kläre ab ob es feste Strukturen in der Schule gibt, evtl. braucht er auch Hilfe um feste Strukturen zu finden und zu akzeptieren in Gruppensituationen. Hier könnte, wenn es therapeutisch sinnig ist und die Lehrerin dem auch zustimmen würde ein Schulbegleiter ideal. Der kann intensiv auf dein Kind eingehen und kann die Konflikte, die bestehen entschärfen und reduzieren. Er oder sie redet mit dir, um zu erfahren wie dein Kind sonst ist und auch mit dem Lehrer, um beide Sichten zu sehen. Das ist auch wichtig. Bei uns herrscht zum Beispiel ein dreier Austausch.
Was auch interessant wäre, ob die Probleme von Beginn an bestanden in der Schule oder erst irgendwann aufgetaucht sind.
Mehr kann ich dir gerade nicht sagen, liebe Kathi, manchmal ist auch ein Schulwechsel sinnig, allerdings kenne ich einfach zu wenige Fakten, um dir wirklich ernsthaft was zu raten. Ich wünsche mir einfach, dass du dir evtl. etwas rausholen kannst und es dir zumindest hilft ein paar Ideen zu entwickeln.

Alles Liebe

Jenny

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