Blogparade #Einschulung

Die wunderbare Mama-notes hat zu einer schönen Blogparade aufgerufen. Thema #Einschulung. Das ist natürlich ein günstiges Thema für uns, denn gerade haben wir 2 Wochen Schule hinter uns, die Schule hat bei meinem Sohn gerade angefangen und wir konnten so erste Eindrücke sammeln, aber ich leite euch jetzt durch unseren Weg.

Die Zurückstellung

Mein Sohn hätte eigentlich schon 2014 eingeschult werden sollen. Zumindest laut Gesetz, allerdings war schon sehr schnell uns allen Bewusst, das ist zu früh. Unsere Therapeuten schrieben dazu Berichte, die Kita schrieb Berichte und sogar das Gesundheitsamt sagte: „Nein, ihr Sohn ist noch nicht schulreif.“ Gut für uns, denn das sah ich auch so. Er musste erst stabiler werden. Wer das nicht direkt so sah war der Schulleiter der Grundschule, wo ich anmelden musste (warum musste schreib ich gleich hinzu!). Dieser war der Meinung, dass das in einem halben Jahr anders aussieht und daher musste ich dann kämpfen für die Zurückstellung, denn der Schuleiter muss das entscheiden. Ich stelle den schriftlichen Antrag und er entscheidet, ob mein Kind zurückgestellt wird oder nicht.

Meine Ängste

Ich hatte da echt Ängste im Januar 2014, ob er den Antrag durch gehen lässt. Mir schob sich die Panik vor die Augen wie mein nicht schulreifes Kind in der Schule gemobbt wird. Wie schon im ersten Kindergarten bei uns im Wohnort. Mir wurde heiß und kalt und ich hatte Angst davor, dass mein Kind auf diese Schule muss. Mit Kindern, die ihn schon mal mobbten, die ihn auch in Erinnerung behalten haben, da er zu den Zeiten stark auffällig war. Er ist immer noch auffällig heute, aber nicht mehr so heftig wie zu der Zeit.
Ich hatte Angst, dass Kinder ihn wieder mobben dürfen und keiner eingreift. Keiner ihm hilft und das Selbstbewusstsein von ihm wieder in den Keller sinkt, sowie es im Sommer 2013 fast gar nicht mehr da war. Wo mein Kind Wutattacken bekam, Schreianfälle und sich im Anschluss, wenn er sich beruhigt hatte selber auf den Kopf schlug.

Das Jahr länger in der Kita

Im Sommer 2013 wechselte er dann in die Traum Kita schlechthin und 2 Jahre wurde sich sehr stark um Sohnemann bemüht. Er wurde Selbstbewusster lernte klare Strukturen kennen (gleich bleibende Tagesabläufe), die er braucht und bekam Therapien in der Einrichtung. Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie und therapeutisches Reiten. Das alles half ihm sich zu stabilisieren. Im Oktober 2014 gingen wir dann zur zweiten Einschulungsuntersuchung. Zu der Zeit hatte ich schon einen festen Blick über die Schullandschaft in Trier und hatte meine Wunschschule im Kopf. Bei der Einschulungsuntersuchung hieß es dann schulreif, aber auf meinen Wunsch hin wurde auch ein sonderpädagogisches Gutachten im Auftrag gegeben.

Die Einzugsgebiet Regelung

Dem Direktor der Schule sagte ich von Beginn an, dass mein Sohn nicht bei ihm auf die Schule kommen wird. Gewagt, denn hier muss dein Kind im Einzugsgebiet zur Schule gehen, dass wäre bei uns die Schule, die 5 Minuten Fußweg weg ist. Eine Schule vor der es mir gruselt, da ich da einige Kinder aus der Kita in Erinnerung habe. Kinder, die mein Sohn gemobbt haben. Immer so, dass die Erzieher es nicht mitbekommen hatten und er nicht mehr in die Kita wollte. Vor meinem geistigen Auge schwammen die größten Horrorszenarien. Schule soll Spaß machen und kein Mobbing beinhalten. Klar, das wird nicht immer vermeidbar sein, aber nicht zum Schulstart. Um das zu verhindern wollte ich das Sonderpädagogische Gutachten. Denn dann kann ich zwischen Schwerpunktschule und Förderschule wählen, da die Schule bei uns im Einzugsgebiet keine Schwerpunktschule ist würde die dann raus fallen. Ja, ich habe gekämpft dafür. Zum Glück.

Das Gutachten

Das Gutachten ging über mehrere Termine. Es schaute eine Förderlehrerin über ihn, eine Fachkraft der ADD, eine Krankengymnast und es wurde ein bestimmter Intelligenz-Test gemacht. Ziemlich viel, aber bei den Gutachten schauen sie genau. Sie gingen sogar in die Kita zu Besuch und sprachen mit den Erziehern und schauten sich meinen Sohn an. Raus kam dann ein motorischer Schwerpunkt auf Grund der Infantilen Cerebralparese und dass ein Schulbegleiter sinnig auf Grund der Verhaltensauffälligkeiten ist. Es wurde mit mir auch genau ausgewogen, welche Schulart sinniger ist. Ich wurde nicht allein gelassen. Denn das ist schwierig, dass was sinnig wäre gibt es nun mal nicht. Zumindest nicht in Deutschland.

Pro und Contra – Förderschule vs. Schwerpunktschule

Förderschule:

Pro: Kleine Klassen, feste Strukturen, Rückzugsmöglichkeiten
Contra: Kein Unterricht auf Regelschulen Niveau (Unterforderung von Sohnemann)

Schwerpunktschule:

Pro: Normaler Unterricht, Integration von behinderten Kindern in eine normale Klasse (keine Selektion)
Contra: zu große Klassen (kann zu Überforderung und Reizüberflutung fühlen)

Ihr seht eine Schule mit beiden Pro’s wäre toll.

Die Schulwahl

Nun ich entschied mich für die Schwerpunktschule mit Schulbegleiter und hatte da auch eine bestimmte im Blick, die ich anfangs auch mal angemerkt hatte. Der Wunsch musste aber bewilligt werden von der ADD und das zog und zog sich. Einzugsschwerpunktschule wäre für mich sehr ungünstig gewesen, da die weder nah an zu Hause ist, noch nah an der Uni. Die Wunschschule hat einen sehr guten Hort vor Ort und ist fußläufig von der Uni aus in 15 Minuten zu erreichen. Ich bekam dann unter Vorbehalt vom Hort einen integrativen Hortplatz für Sohnemann, da der bewilligt sein musste vor dem offiziellen Statement (Doof, dass die Horte schon im April die Plätze belegen müssen, aber die Gutachten und Ergebnisse erst im Juni/ Juli fertig sind. Typische Logik hier im Ort). Ja wir haben einen integrativen Hort und dieser hat einen sehr guten Ruf und kooperiert sogar in den Sommerferien mit der Universität.
Ja der Hort war ein Grund für die Schulwahl, da er integrativ ist und bei Bedarf bis 18 Uhr auf hat und auch die Uni nähe. Ein anderer wichtiger Punkt, durch meine politische Arbeit, die ich ein Jahr inne hatte (ich war Mitglied im Jugendhilfeausschuss und im Dezernatsausschuss 2 der Stadt), hatte ich viel über den Ruf der Schule mit bekommen und der ist sehr gut. Die Schule wurde oft hochgelobt von Kollegen.

Meine Ängste, die Zweite
Natürlich kamen erneut Ängste auf. Auch als meinem Wunsch dann stattgegeben wurde. Würde Sohnemann es schaffen sitzen zu bleiben? Wie reagieren die anderen Kinder auf ihn und vor allem wie reagieren die Eltern und Kinder auf den Schulbegleiter? Diese letzte Frage stellte ich auch an das Scoyo-Expertenteam und bekam folgende Antworten: http://www-de.scoyo.com/eltern/eltern-fragen-experten-antworten/schulbegleiter-einschulung-schule-inklusion-elternfrage Hierbei danke an Tollabea, die mich überhaupt aufmerksam darauf machte durch einen Post von ihr.

Wie es nun ist

Vor 2 Wochen war nun die Einschulung. Sohnemann freute sich vor der Einschulung sehr, zu der Einschulung selber hatte ich ja schon was geschrieben. Könnt ihr hier nochmal nachlesen. Aber was sind unsere Erfahrungen nun?
Prinzipiell sehr gut. Sohnemann geht sehr gerne in die Schule. Sie haben einen guten Mix aus Bewegung und Lerneinheiten in den Schulstunden, wenn die Lehrerin merkt, dass die Kinder Bewegung brauchen, gibt sie diese auch. Sie verbinden das Lernen mit Singen und kurzen Bewegungsübungen immer wieder zwischen drin. 45 Minuten sitzen. Nein. Der Unterricht ist auch nicht frontal, sondern sie gehen auf die Schüler ein und es wird auch Gruppenarbeiten geben. Oder sie machen Spiele. Jedes Kind bekommt eine Karte mit einem Reimwort und muss dann seinen Partner finden. Das sind übrigens Dinge die mir gestern in einem Gespräch der Förderlehrer erzählte. Wir haben 15 Minuten telefoniert und uns ausgetauscht über die ersten 2 Wochen. Was mich faszinierte, Anmerkungen, die ich anhand von Sohnemanns Verhalten machte nahm er an und versprach darauf zu achten. Denn Donnerstag musste der Schuljunge mit mir noch Spät Hausaufgaben machen, da er im Hort dachte es sei keine Hausaufgabe, da das Hausaufgaben Haus nicht dran gemalt war. Er hatte aber gesagt bekommen, dass er es daheim fertig machen soll. Gut, das ich darauf achte, ob er alles gemacht hat. Dies tut aber nicht jedes Elternteil. Sonst macht Sohnemann aber die Hausaufgaben sehr gerne. So stand er heute Morgen auf und sagte: „Mama, machen wir die Hausaufgaben?“ (Um 6:45 Uhr will das Kind Hausaufgaben machen) Meine Reaktion war. „Du wirst jetzt erst mal wach.“ Toll wenn er das machen will, aber nicht direkt wenn er gerade aus dem Bett geplumpst ist. Hausaufgaben sind also keine Qual am Anfang, sondern machen noch Spaß. Er ist noch so wissbegierig und saugt die Informationen so auf. Daheim üben wir dann hin und zu auch aus Spaß die Lautsprache. Hier gab es gestern einen Spaßstreit zwischen meinem Freund und mir ich benutzte die Lautsprache und er die normale Aussprache der Buchstaben. Sehr zur Freude von Sohnemann, der einen Lachflash bekam. Auslöser war, dass Sohnemann übrigens vorarbeiten wollte und sich über die Lautsprache erörterte wie man Oma schreibt. Ein ganzes Blatt beschrieb er dann mit dem Wort.

Fazit

Die Schule tut Sohnemann sichtlich gut. Er wird gefordert. Er lernt. Er geht gerne hin. Die Lehrer gehen völlig auf die Besonderheiten ein und haben damit auch schon Erfahrungen gemacht, da sie schon öfters Schwerpunktkinder an der Schule hatten. Sie sind in meinen Augen Gold wert. Der Austausch funktioniert auch sehr gut, dass ich mitbekomme wie es Sohnemann geht und im Anschluss geht der Große in den Hort und hat da echt Spaß. So viel Spaß, dass er darauf besteht bis 16:30 Uhr im Hort zu bleiben und Donnerstag sogar bis 18 Uhr da war, weil er mit wollte zum Kegeln. Eigentlich wollte ich ihn langsam an die langen Hortzeiten gewöhnen aber er genießt es da. Kein Wunder bei den Angeboten, die sie schon jetzt hatten. Klettern Kegeln, Schnitzen und gestern gab es mal einen Film im Hort. „Home“ haben sie gesehen.
Was nicht gut lief war die Schulbegleitung, weshalb sie nun gestern gekündigt wurde und wir wen neues bekommen, aber dazu erzähl ich die Tage mehr. Was ich jetzt bald einfügen werde ist ein Wochentagebuch Schule. Da werde ich auf einer Extraseite bei mir die Blogeinträge dazu chronologisch einsortieren, dann könnt ihr mal aktiv verfolgen was für Fortschritte hier kommen. Die ersten Beiträge werde ich jetzt die Tage nachformulieren.

Alles Liebe

Jenny

Advertisements

6 Gedanken zu “Blogparade #Einschulung

  1. Danke für Deinen ausführlichen Bericht, liebe Jenny. Was das für ein Heck-Meck mit den sonderpädagogischen Gutachten war. Meine Güte… Freut mich jedenfalls sehr, dass Dein Sohn es jetzt so gut angetroffen hat in seiner Schule.

    Gefällt mir

    1. Gerne. Ja das Gutachten war in Live sogar noch stressiger als ich das hier nun verkürzt dargestellt habe. Neben diesen Terminen war ja eh noch so viel drum herum und erst im Juni/Juli hatte ich dann den Bescheid wo mein Kind hin kommt. Mitte Juli war den der Elternabend der Grundschule und neben anderen wichtigen Terminen hab ich ja diesen Sommer 5 Uniprüfungen absolviert. Stress pur, aber was macht man nicht alles, damit das Kind es gut hat in der Schule 🙂
      Und das Gutachten war so wichtig. An der eigentlichen Einzugsschule hätte ich die ganze Zeit ein unwohles Gefühl gehabt. Kennst du dieses Gefühl du triffst einen Menschen, er gibt sich alle Mühe nett zu sein, aber du denkst dir: Nein das passt nicht, das wäre eine Katastrophe für mein Kind? Und dann kannst du es nicht mal wirklich begründen, sondern es kommt einfach aus einem Bauchgefühl heraus? So erging es mir zumindest mit der Schule 5 Minuten Fußweg von mir entfernt. Ich bin sehr glücklich, dass es nun bei uns alles so gut geklappt hat. Aber leider hat nicht jeder so viel Glück.
      Ich wünsche euch auf jeden Fall im neuen Jahr nur das Beste! Und ein Tipp spar schon mal jetzt. Die Einschulung ist echt teuer 🙂 Bei uns waren es ca. 350 Euro, aber auch nur weil ich als Studentin von den Schulbücherkosten befreit bin, sonst wären es knapp 500 Euro gewesen. Ich bin froh, dass die Oma von meinem Sohn unterstütze.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s