Die Sache mit der Schulbegleitung

Sohnemann ist nun seit 2 ½ Wochen in der Schule. Seit Beginn an mit einer Schulbegleitung. Doch von Beginn an lief es nicht so berauschend gut. Beim Übergabegespräch mit der Schule kam die Begleitung zu spät. An der Einschulung kam die Begleitung zu spät. Okay kann passieren, wenn man die Strecke zur Schule unterschätzt und evtl. nicht oft Bus fährt bei uns.
Am Abend der Einschulung kam dann ein Anruf der Schulbegleitung. Ob es okay sei, wenn sie freitags eine Stunde früher geht, weil sie doch schon länger einen Urlaub gebucht hat und den nicht stornieren mag. Moment. Wir haben Tag 1 und schon will die Schulbegleitung in ihrer ersten Woche nicht voll arbeiten? Da grummelt es schon im Magen. Meine Reaktion war, dass sie das doch bitte mit ihren Chefs abklären soll. Immerhin ist sie ja über einen Träger eingestellt. Wie ich später herausfand tat sie das nicht. Aber dies sollte auch egal werden, denn am ersten richtigen Schultag bekam ich morgens eine SMS. Krank. Grippe. Die Schulbegleitung kommt die ganze Woche nicht zur Schule, ob ich der Schule Bescheid geben könnte.
Ich tat also wie mir gesagt wurde und verbrachte den restlichen Tag damit zwischen Schule und Träger hin und her zu telefonieren und eine Vertretung zu bekommen. Denn die Schule war nicht begeistert, ich war nicht begeistert und der Träger hatte alle Mühe eine Vertretung zu finden. Für Donnerstag und Freitag hatte dann Sohnemann eine Vertretung. Mit dieser Vertretung kam er auch sehr gut zurecht. Die Person brachte aber auch viel Sensibilität und Erfahrung mit.
Montags war dann die eigentliche Schulbegleitung wieder da und auch Dienstag. Bis auf, dass Sohnemann immer noch der Meinung war, dass die Schulbegleitung ihn stört war es okay. Mittwoch kam dann wieder eine SMS. Läuse. Kommt nicht. Also wieder mit dem Träger hin und her telefoniert. Am Freitag unterhielt ich mich dann kurz mit dem Fahrer vom Fahrdienst und musste erfahren, dass die eigentliche Schulbegleitung, die ja nun wieder seit Mittwoch fehlte, wohl am Wochenanfang lieber an ihrem Smartphone spielte als das Kind direkt in Empfang zu nehmen. Also entscheid ich mich nochmal mit dem Träger zu telefonieren. An diesem Tag kam dann raus, dass die Schulbegleitung sich auch einige Schnitzer gegenüber den Träger erlaubt hat, wo ich persönlich schockiert war. Ich bin ja selber Studentin der Pädagogik und wenn ich mir so Dinger wie die Schulbegleitung erlauben würde im Beruf, dann wäre ich schneller arbeitslos als ich hier schreiben kann.
So erging es dann auch der Schulbegleitung. Nachdem die Begleitung gekündigt war bekam ich von dieser noch einen bitterbösen Anruf, was mir denn einfallen würde. Ich würde ja ihre Existenz zerstören. So eine Unverschämtheit habe ich noch nie mitgemacht. Wenn man lauter Fehler macht und das schon nach 2 Wochen für mein Kind zur total Katastrophe wird, dann ist das nicht mein verschulden.
Nun diese Woche macht es die Vertretung nochmal und wenn die Gespräche mit den Chefs klappen übernimmt die Vertretung es bis November. Dann läuft die Bewilligung aus außer ich bekomm das Amt überzeugt, dass wir die Schulbegleitung länger brauchen, ob die Vertretung dies aber dann noch machen kann weiß ich nicht. Was ich definitiv nicht möchte ist einen FSJler oder eine FSJlerin. Die können ihren Job natürlich auch gut machen, aber Sohnemann hat halt kleine Feinheiten die man beachten muss. Man bemerkt die Züge nicht auf Anhieb und man braucht ein erfahrenes Gespür, um sich da kompetent darauf ein zu lassen. Da geht nicht jemand unerfahrenes. Das würde nur in der nächsten Katastrophe enden. Dies mag ich ehrlich gesagt nicht. Mein Traum, zumindest nach dem Telefonat mit der Vertretung gestern, wäre ja wirklich die Vertretung zu behalten, denn ich habe das Gefühl gehabt hier jemanden zu haben, der pädagogisch auf einer Wellenlänge mit mir ist und auch wirklich beobachtet. Der Vertretung sind Dinge aufgefallen, die richtig sind und die ich erläutern konnte. Immerhin hatte die Vertretung nie den Input der eigentlichen Schulbegleitung. Aber hier spricht auch die Erfahrung raus.
Ich bin jetzt mal gespannt wie es ab nächste Woche läuft. Hoffentlich besser und vor allem für Sohnemann und mich klarer von der Struktur.

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8 Gedanken zu “Die Sache mit der Schulbegleitung

  1. Ohje. Ich bin auch Schulbegleiterin für einen artistischen 7.Klässer gewesen. Bei unsrrem Träger wird ganz genau geprüft, wer Schulbegleitung macht und dass die Aufgabe grundsätzlich auf lange Zeit angelegt wird. So haben Schulbegleiter bei uns immer einen unbefristeten Vertrag
    Nun ist es aber auch so,dass händeringend Personal gesucht wird, weil so viel Bedarf besteht. Vielleicht hat sich deine Dame da etwas drauf ausgeruht.
    Wie ist es nun weitergegangen, wurde die SB für Sohnemann fortbewilligt? Wenn ja, ist die Vertretung weiterhin aktiv für euch,

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    1. Hallo,

      ich hab mal einen Kurzbericht geschrieben. Nächste Woche wollte ich ausführlicher berichten, nachdem Hilfeplangespräch mit dem Sozialamt. Da entscheidet sich wie es nun weiter läuft, also ob wir weiterhin eine Begleitung haben und wenn ja für wie lange und wieviele Stunden.
      Die Dame wurde extra eingestellt für meinen Sohn und hat leider auch den träger in Verruf gebracht. Das ist so krass gewesen, dass cih es nciht mal komplett schreiben möchte öffentlich was da alles war.
      Liebe Grüße

      Jenny

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      1. Ich drücke Euch die Daumen für das HPG. Hoffentlich sind die lieben JA-Mitarbeiter nicht ganz so gnadenlos, wie es bei meinem Moritz* der Fall war. Da könnte ich dir auch Geschichten erzählen…
        *Name ist natürlich geändert

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      2. Bei uns ist es das Sozialamt. Mein Sohn ist Schwerpunktbeschult auf Grund der Motorik, auch wenn er den Schulbegleiter nur wegen des Autismus braucht läuft dieser kurioser Weise über das Sozialamt. Versteh einer die Welt.

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      3. Hmm, vielleicht auch von Land zu Land unterschiedlich? Mein Schulmoritz ist auch schwerpunktbeschult, an einer Schule für Körperbehinderte mit zusätzlichem Schwerpunkt Sozialverhalten. Er hat (auch) eine ADS Diagnose feinmotorisch Schwierigkeiten, außerdem ein extrem aggressives Verhalten, weswegen er zwei jahre als nicht beschulbar galt. Das Jugendamt ist zuständig (Paragraph 35a SGB VIII Eingliederungshilfe)

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      4. Bei uns gibt es für seelisch behinderte Kinder keine Schwerpunktbeschulung, sondern nur für körperlich oder geistig behinderte Kinder. Hier ist Autismus kein grund für einen Förderbedarf. Hätten wir also nicht noch die motorische Geschichte wäre mein Sohn auf einer Grundschule, die seine Problematik nicht ernst nimmt und hätte wohl schon längst einen Schulverweis. Erschreckend, aber leider traurige Realität. Unseren Antrag für den Schulbegleiter stellte ich auch beim Jugendamt über 35a SGB 8 und ist dann aber über SGB 12 §54 bewilligt worden. Begründung in trier gäbe es ne Sonderregelung, weshalb das alles über das Sozialamt läuft. Naja so ganz glaub ich das nciht, da wir da ja gesetzlich vorgeschrieben diese Regelungen haben, die ich in meinem Studium auch schon durchgekaut habe, aber ich gehe von Geldsparen in Topf X aus. Wahrscheinlich ist in Topf Y mehr, aber ich weiß das die gute Dame vom Amt schon schreckliche Pläne hat und da werde ich gegen Kämpfen. Ein Schulbegleiter kann nicht für 2 Kinder, die auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Klassen beschult sind zuständig sein.

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      5. Was?! Ein SB für zwei Kinder? Wie soll das funktionieren? §35a KJHG ist definitv auch für Autismus. Wer, nicht ein Kind von Autismus betroffenes Kind ist denn für 35a passend? Oh, ich könnte schon wieder. Moritz´ Mama musste über zwei Jahre für die Schulbegleitung kämpfen (wie bereits geschrieben war er für diesen Zeitraum unbeschulbar). Was macht das mit dem Kind? Inklusion? – Fehlanzeige… und ich dachte bei uns kommt schon alles 50 Jahre später, nun gut, es gibt Regionen in Deutschland in denen es wohl noch schlimmer ist.

        PS: mittlerweile bekommen bei uns Kinder mit einer AD(H)S-Diagnose auch Schulbegleitung. Es kommt nur darauf an, wie sehr man mit einem Rechtsanwalt befreundet ist 😉

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      6. Das frage ich mich auch und die Dame der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hat auch schon nen Vogel gezeigt, von da ist die Autismusbeauftragte für meinen Sohn. Auch die Therapeutin und leitung des Schulbegleiters haben schon den Kopf geschüttelt. Argument war, dass das andere ja nur körperlich Hilfe braucht, also nicht ständig. Ehm ja. nicht mit mir.
        Was den 35a betrifft frag mich nicht, aber mit AD(H)S bekommt man hier keinen Schulbegleiter. Da gibt’s ja Medikamente für. Fertig. Ich bin gespannt auf nächsten Dienstag. Wie geschrieben. Ich werde berichten und zwar ungeschönt.

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