Studien und das Tagesthema Wackelzahn

Am Montag ist immer mein langer Tag. Ich stehe um 5 Uhr morgens auf mache die Tasche von Sohnemann und mir fertig, bereite die Brotdosen vor und das Frühstück für den Sohn. Um 6 Uhr steht dann dieser auf und frühstückt, trinkt etwas, bekommt die Tablette und wird eingekleidet für die Schule. 6:50 Uhr geht es dann aus dem Haus. Seit letzter Woche muss ich dann auch direkt mit raus, denn um 7:07 Uhr kommt mein Bus und ich muss zur Universität fahren.
An der Uni komme ich dann gegen kurz nach 8 an, kaufe mir meist einen Kaffee und evtl. ein belegtes Brot mit Käse und gehe dann zum Seminarraum. Anfangen tue ich mit Theorien der Kultur und des Sozialen, wo wir uns aktuell mit Rousseau beschäftigen. Wir haben über seinen 1. Diskurs gesprochen und auch über sein Leben und darüber wie und wo wir Quellen finden und wie wir sie wissenschaftlich Korrekt angeben. Ich hatte meine Ausarbeitungen auch eingeschickt, aber leider hatte ich keine Zeit für das Feedback, da ich vom einem Seminarraum zum nächsten nur 15 Minuten habe und ich ein Referat halten musste. Ja ich bin schon wieder voll dabei, aber das Thema wurde mir auch quasi in die Hand gespielt. Aktionsplan Inklusion der Stadt Trier. Da ich mich selber aktiv daran beteilige und auch als Gruppensprecherin einer der Arbeitsgruppen agiere und die Protokolle auch frei für die Öffentlichkeit sind kann man natürlich sehr gut über das Thema referieren. Es hat mir auch Spaß gemacht und lief sehr gut. Fast noch spannender fand ich aber die Diskussion, die dann nach dem dritten Referat gestartet wurde zum Thema: Eine Schule für alle oder besondere Schulen für besondere Kinder? Hier wurde sehr kontrovers diskutiert und kein wirklicher Konsens gefunden. Das Thema ist schwer. Ja man kann gewisse Schüler in unser jetziges Schulsystem integrieren, aber nicht alle. Ist nicht evtl. unser Schulsystem einfach das Falsche und schlecht für Inklusion? Ihr seht es ist wirklich schwer und selbst ich komme nicht auf eine komplett gefestigte Meinung.
Danach hatte ich ja nun frei, da mein Dozent ja kurzfristig mitteilte, dass er erst um 16 Uhr die Vorlesung hält, da ich da keine Zeit hatte bin ich ja nicht hin. Ich aß dann einen Salat, das Büffet an der Uni liebe ich ja, und unterhielt mich mit ein paar Kommilitoninnen. Im Anschluss ging es für mich zum Hort den Sohn abholen, da wir wieder zu Logopädie mussten. Im Bus erzählte mir der Sohn ein schönes Quatschgedicht:

„Marmelade, Wackelzahn, Marmorkuchen ist jetzt dran.“

Das wiederholte er ständig. Bei der Logopädie hatte er dann eine Lärmphase vor Therapiestart und ich dachte mir fallen gleich die Ohren ab. Zum Glück haben die anderen Eltern es nicht ganz so schlimm gefunden. Ja manchmal ist mir das immer noch unangenehm, wenn plötzlich Blicke kommen die voller Vorwürfe sind. In der Logopädie Einheit lief dann alles ruhig ab und als der Sohn wieder kam fuhren wir mit dem Bus in die Stadt, dabei erzählte er mir, dass sein Wackelzahn lockerer geworden ist und er glaubt, dass dieser heute raus fällt. Zu dem Zeitpunkt dachte ich mir das wäre doch mal was und wir überlegten gemeinsam zurück wie lange der Zahn den schon wackelt und stellten fest, dass es mindestens 3 Monate schon sind. Was ein ausdauernder Wackelzahn. Wir holten dann noch eine Überweisung für einen Orthopädietermin heute und brachten den Schulranzen zu K. auf die Arbeit, da wir noch ein Buch über Sankt Martin kaufen wollten. Uns ist wirklich aufgefallen, dass wir alles Mögliche an Geschichten haben, aber Sankt Martin nicht, dabei fanden wir eine Box mit 5 alten Kinderklassikern die runtergesetzt war auf 15 Euro. So kamen Pinocchio, Der Zauberer von Oz, Peterchens Mondreise, Alice im Wunderland und Peter Pan auch mit zu uns nach Hause.

Währenddessen wackelte der Sohn weiter an seinem Zahn und ich sagte ihm warte doch lieber bis daheim nicht dass er wirklich noch rausfällt und du ihn hier verlierst. Wir holten dann noch ein spezielles Muskelbad für K. und holten ihn dann ab, um gemeinsam Heim zu fahren. Daheim angekommen wackelte der Sohn direkt wieder am Zahn und endlich nach 3 Monaten des Wartens fiel er raus. Panik schob sich kurz breit, da es leicht blutete aber schnell war der Mund gesäubert und der Sohn stand strahlend vorm Spiegel. Seine erste wörtliche Reaktion war dann auch:

„Super, nun kann ich Grinsen und Gleichzeitig aus einem Strohhalm trinken!“

Ja das Kind denkt wirklich praktisch. Nach dem Abendessen brachte ich ihn dann zu Bett und rechte ihm einen seiner kuscheligen Schlafanzüge. Dabei sagte ich: „hier ich hab einen kuscheligen Wackelzahn für dich.“
Das Kind schaute mich verwirrt an und fing an zu lachen und langsam dämmerte es mir was ich da vom Zaun gelassen hatte. Ich sagte nur noch schnell: „Schlafanzug, einen kuscheligen Schlafanzug.“ musste aber selber Lachen. Er ging dann zu Bett und ich las ihm das erste Kapitel von Alice im Wunderland vor. Er schlief danach auch sehr schnell ein und heute Morgen wurde ich dann von einem Kind geweckt, was das Licht in meinem Zimmer an machte und brüllte: „Mama, die Zahnfee war da.“ Ja guten Morgen auch.

Nun mache ich uns fertig, denn wir haben einen wichtigen Termin und danach muss der Sohn in die Schule / Hort je nachdem wie schnell wir wirklich dran kommen und ich zu 4 Stunden Vorlesung zum Thema Gender und Diversity.

Einen schönen Tag euch!

Alles Liebe

Jenny

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