Jahresrückblick 2015

Das ist mein erster Jahresrückblick. Letztes Jahr gab es den Blog zwar schon, aber ich bediente ihn noch halbherzig. Ich war nicht warm geworden. Dies geschah erst im Juli diesen Jahres. Ich könnte jetzt simpel meine erfolgreichsten Blogbeiträge von diesem Jahr verlinken, aber das ist nicht was ich möchte. Ich möchte selbst nochmal durch das Jahr reisen, in welchem so viel passierte. Am Ende werde ich noch ein kurzes Resümee ziehen und euch den lustigsten, peinlichsten traurigsten und schönsten Moment verkürzt aufzeigen. In diesem Jahresrückblick werden dann immer wieder Verlinkungen auf die alten Blogbeiträge zu finden sein, also viel Spaß bei dieser kleinen Reise durch unser Jahr 2015.

Januar

Im Januar diesen Jahres war ich noch in meinem 1. Fachsemester vom Studium. Unfassbar, aber ich bin jetzt schon im 3. Semester und komplett in der Regelzeit drin. Der Januar war vollkommen geschmückt mit Prüfungsvorbereitungen und ich lernte noch konsequent. Bedeutet ich hatte sogar meine ganze Wohnung mit Lernzetteln bestückt. Außerdem begründete ich für meinen Sohn einen Widerspruch beim Landesamt und wir gewannen. Rückwirkend für den 28. April 2014 erhielt mein Sohn am 25. Januar 2015 seinen Schwerbehindertenausweis. Ich weiß noch wie aufgewühlt ich da war. Es war ein Moment zwischen Freude und purem Realismus. Ich realisierte das erste Mal wirklich selber, dass mein Kind wirklich beeinträchtigt ist. Noch heute tue ich mich aber mit dem Begriff schwer und denke mir, dass es Familien gibt, welche es schwerer haben. Evtl. einfach nur Selbstschutz.

Februar

Im Februar war Sohnemann seinen Papa besuchen und ich hatte meine erste Abschlussprüfung an der Uni. Nach der Prüfung war ich zwar froh, dass ich sie geschafft hatte, aber gleichzeitig auch sehr verzweifelt, denn ich war mir sicher einen Teilbereich total versemmelt zu haben.

März

Im März bekam der Sohn sein neues Kinderzimmer. Die Zeiger waren auf Eischulung gerichtet und somit beinhaltete es einen Schreibtisch integriert in einem Hochbett. Es ist nun viel hübscher geworden.
Ein weiterer Aspekt war, dass ich im März noch politisch tätig war. Ich half beim Equal Pay Day mit und wehrte mich gegen Bundeswehr Trainings in Zivilgebieten (Link führt zu einem Artikel aus dem Volksfreund – der regionalen Presse aus Trier). Das löste einen kleinen Skandal aus, da selbst die Bundeswehr erst nicht wusste, wer dort trainierte. Am helllichten Tage, auf einem Gelände, welches von Kindertagesstätten flankiert ist. Die Diskussionen zogen sich bis in den Bundestag.

April

Im April erfuhr ich endlich meine Soziologie Note und stellte mit Freude fest, dass ich die Prüfung mit 2,7 bestanden hatte. Das war für mich einfach nur eine wahre Erleichterung. Ich hatte meine ersten 10 Leistungspunkte. Es fehlten also nur noch 170 *hust*.
Ein besonderes Ereignis war, dass ich mit Sohnemann meinen ersten Ausflug raus aus Trier machte. Wir fuhren mit dem Zug nach Köln und genossen dort einen Tag am Dom und im Kölner Zoo. Es war schön einfach mal wieder nur gemeinsam Zeit zu genießen.

Mai

Im Mai gab es 2 wichtige politische Ereignisse für mich. Zumindest für mich waren sie wichtig. Zum einen gab es den kita-Streik, welchen ich dann auch vor Ort unterstützte und ein guter Bekannter, welcher mittlerweile in Berlin lebt gewann seinen Kampf vorm Bundesarbeitsgericht gegen H & M ich war so glücklich das mit zu bekommen, denn wir hatten alle für ihn gehofft. Mein Lieber, noch einmal ich bin stolz auf dich, dass du ausgehalten hast! Dein Kampf hat sich gelohnt!
Leider war der Mai nur bis zum Monatsende gut, denn Ende Mai verstarb auch ein Kind aus der Kita meines Sohnes und wir versanken alle in tiefer Trauer, welche im Juni in einer Trauerfeier mit den Kids endete.

Juni

Seit der Trauerfeier können der Sohn und ich das Lied“ Hey, kleiner Schmetterling“ nicht mehr hören. Jedes Mal reißt es Wunden in unseren Herzen auf. Dieser traurige Moment bewegte, aber auch in mir sehr viel und ich dachte intensiv über mein Leben nach und beschloss mich von der Politik zu verabschieden. Es hatte auch noch andere Gründe, aber hier war der Punkt erreicht an dem ich zurücktreten musste auch wenn ich meine Arbeit in der Stadtpolitik gerne gemacht hatte. Ich liebte die Arbeit im Jugendhilfeausschuss und auch im Dezernatausschuss 2. Der schönste Moment in diesem Monat war das Gentleman-Konzert. Könnt ihr euch vorstellen, dass ich davor 5 Jahre nicht mehr auf einem Festival oder Konzert war? (Hier der Blogbeitrag Juni)

Juli

Im Juli wurde mein wunderbarer Sohn 7. 7 Jahre darf ich ihn nun mein Kind nennen. Das war wie jedes Jahr ein Moment, welcher mich rührte. Ich glaub das kennt ihr. Zumindest soweit ihr selber Eltern seid. Im Juli hörten dann auch die Vorlesungen aus dem 2. Fachsemester auf und ich musste 3 von 5 Prüfungen schreiben. Leider begann hier auch eine große Familienkrise von der ich auch berichtete.

August

Diese Krise fand Ende August ihren Höhepunkt und endete in einer eisernen Funkstille. Vorher gab es aber noch schöne Erlebnisse. Zum einen schloss ich meine letzten 2 Uniprüfungen für das Sommersemester ab und erfuhr von den ersten, dass ich sie bestanden hatte, zum anderen ging mein Blog nach langem Zögern auch auf Facebook online. Genau am 10.08.2015 und das wird auch für mich mein Herzensbloggeburtstag sein, denn seitdem gehört er wirklich zu mir und wird regelmäßig gefüttert. Er ist kein Stiefkindliches Etwas mehr.

September

Im September wurde mein Sohn eingeschult und ich war eine Freundin in Mannheim besuchen. Das erste Mal das ich wieder über Nacht verreist war. Süße, danke für diese wunderbaren Stunden bei dir. Es tat so gut mit meiner Familie mal aus dem Alltag heraus gewesen zu sein.
Im September wurde ich auch 27. Dieses Jahr machte ich einen kleinen Test und deaktivierte schon früh im Jahr meine Geburtstagsanzeige auf Facebook. Meine Beste wusste es natürlich dennoch, obwohl wir uns noch nicht lange kannten und brachte mir eine süße Überraschung zum Standdienst in der Innenstadt. Ich unterstützte für ein paar Stunden die Mädels vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter – kurz VAMV. Ende September war ich dann auf einer Fortbildung zum Thema: „Homosexualität und Vielfalt in der Kinder- und Jugendarbeit.
Oktober

Der Oktober war verhältnismäßig ruhig. Es gab die ersten Herbstferien und die Uni begann wieder.

November

Seit November ist es wieder sehr stressig. Der Sohn hat zig Therapien wieder, außerdem bin ich nun studienbegleitend im Praktikum und muss dennoch auch irgendwie zusätzliche Termine in meinen Terminplaner hineinbekommen. Aber es geht schon.
Besonders war, dass ich in der Kindernotambulanz im Krankenhaus einen Syrer kennenlernte. Eine Begegnung, die ich noch heute nicht vergessen habe und hin und wieder tauschen wir uns noch über Facebook aus.

Dezember

Der letzte Monat in diesem Jahr und doch auch viel Stress belastet, aber guter Stress. Das einzig besondere war, dass der Sohn seine erste Botox Behandlung hatte und wir deshalb 4 Tage im Krankenhaus waren. Sonst war es ein üblich besinnlicher Weihnachtsmonat. Welcher in ein paar schönen Weihnachtstagen endete und nun damit abschließt, dass mein Sohn zu seinem Vater verreist für ein paar Nächte.

Resümee

Rückblickend kann ich sagen, dass unser Jahr viele Auf‘s und Ab‘s hatte. Es gab viele Nachrichten die wir verdauen mussten und die Wunden in uns hinterlassen haben, aber genauso viele neue und schöne Ereignisse. Was uns das ganze Jahr verfolgte war das Thema Autismus und es endete für uns vorläufig in dem Höhepunkt, dass Sohnemann endlich die Diagnose bekam, welche schon lange fällig war. Der Kampf hatte sich gelohnt. Es ist nicht immer leicht unser Leben, aber bis jetzt hat sich jeder Moment gelohnt egal wie stressig er belegt war.
Abschließen möchte ich nun mit einem Dank an euch lieber Leser und Kommentatoren. Danke, dass ihr uns begleitet habt und das ihr in Kontakt mit mir getreten seid. Danke, denn das zeigt mir, dass ich nicht allein bin und das gibt mir auch ein wenig Seelenpflege. Ich wünsche euch einen guten Start ins Jahr 2016 und freue mich, wenn ihr auch im neuen Jahr uns weiter begleitet. Zum Abschluss nun ein paar Besondere Momente in Kurz für euch. Beim letzten dürft ihr dann gemeinsam mit mir über mich ins neue Jahr hinein Lachen 😉
Der erfolgreichste Moment: Der erfolgreichste Moment war für mich als ich Ende September erfuhr, dass ich auch die letzte von 5 Prüfungen im Sommer bestanden hatte. Der Moment als mir bewusstwurde, dass ich 60 Leistungspunkte nach 2 Semestern erreicht hatte und das mit beeinträchtigtem Kind an der Seite. Das motiviert.

Der schönste Moment: Switcht zwischen dem 7 Geburtstag meines Sohnes und seiner Einschulung. Mein kleiner Junge ist nun schon echt groß und ich liebe seine Fortschritte. Mittlerweile kann er sogar lesen und mein absolut liebster schönster Moment war als er mir am 29.12.2015 das erste Mal eine Buchseite vorlas. Er wollte die Gute-Nacht-Geschichte übernehmen.

Der traurigste Moment: War als das Kitakind starb. In mir brach einiges zusammen und leider war es nicht das einzige Kind, welches zu den Sternen reiste. Von einer Facebookbekannten mit welcher ich regen Kontakt habe, verstarb auch ein Kind. Das sind Momente, die mich, auch wenn es nicht mein eigenes Kind war, innerlich bluten lassen. Auch meinen Sohn nahm das noch immer mit, weshalb wir am 2. Weihnachtstag im Dom waren und Kerzen anzündeten.

Der peinlichste Moment: Ist wirklich unangenehm und ist mir erst diesen Monat passiert. Ich war auf dem Weg zum Praktikum, saß im halb 8 Bus und mit mir lauter Schüler. Am Beginn der Stadt musste ich einen Schüler rauslassen und in dem Moment riss meine Hose, am Hintern. Ein riesen Loch. Natürlich hatte ich an dem Tag eine kurze Jacke und nicht meinen Mantel an und ein kurzes Oberteil. Gut, dass ich um den Hals einen breiten Schal trug, der wurde mal eben umgenutzt zum Hintern verdecken. Doof nur, dass ich zur Arbeit musste. In meiner Not weckte ich meine Beste und die kam prompt am frühen Morgen vorbei und brachte mir eine neue Hose. Es war auch Rettung in letzter Not, denn mein Chef nahm mich mit zu einer Rathaussitzung. >.<

Das war es nun mit meinem Jahresrückblick. Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass es weiterhin so spannend bleibt und ich viel zu erzählen und berichten habe. Im Januar steht ja schon wieder einiges an, das kann also erst mal gefüllt weitergehen.

Einen guten Rutsch ins Jahr 2016!

Eure Jenny

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2 Gedanken zu “Jahresrückblick 2015

  1. Sehr schön, dass ich gerade jetzt auf deinen Blog stoße, so habe ich kompakt das ganze Jahr, was mich allerdings nicht hindert hier noch mehr zu lesen und auch weiterhin hier regelmäßiger Gast sein werde.
    Vor allem die Schulgeschichte finde ich spannend, kommt das ja jetzt alles erst auf uns zu und ich bin noch etwas planlos was wir alles bei Ämtern beantragen müssen.
    LG
    Martina

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Martina, freut mich das du her gefunden hast. Bei der Beantragung in der Schule kommt es immer mit auf das Bundesland an, da wir ja unterschiedliche Schulsysteme haben und vor allem darauf wie man deine Tochter einschulen will. Je nach Einschulungsart gibt es Hilfen ja oder nein. Wir haben Dampf gemacht und ein Sonderpädagogisches Gutachten beantragt und dann die Empfehlung auf Schulbegleitung und Schwerpunktschule bekommen (Regelschule mit inklusiven Klassen). Damit fahren wir aktuell ganz gut. Muss aber nun am 12.1 um die Verlängerung kämpfen für den Schulbegleiter. Die werden leider nur 6 Monate bewilligt am Beginn und dann je nach Einschätzung. Und ehrlich? Auch ich bin noch überfordert. Da mir die Dame vom Amt nicht sagte wen ich alles dazu laden muss und plötzlich alle Stellen kommen mit. Ja der muss hinzu und die und jener. >.< Ich musste den termin machen für das Amt. Eigentlich auch sehr witzlos….
      Es dauert auf jeden Fall etwas bis man Routine drin hat. Wir haben sie auch noch nicht drin.
      LG Jenny

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