Blogparade: Hausaufgaben fürs Leben

Hach wie herrlich. Eine Blogparade von Frau Mutter zum Thema Hausaufgaben fürs Leben kommt genau richtig, wo ich es wieder nicht schaffe mich auf meine eigenen Aufgaben zu konzentrieren, weil ich lauter Frust im Kopf habe. Also hier bin ich, fröhlich prokrastinierend zum Thema Hausaufgaben.

Wie ihr ja wisst sind wir noch sehr jungfräulich was das Thema Hausaufgaben betrifft. Ist doch der Sohn erst kürzlich in die Schule gekommen. Okay, er hat sein erstes Schulhalbjahr hinter sich. Aber wir haben schon erfolgreich unsere Hausaufgabentechniken entwickelt. Zumindest glaube ich das, denn mein Sohn ist aktuell der Typ Kind, der frustriert ist, wenn er seine Aufgaben nicht beendet bekommen hat. Dann macht er sie halt abends fertig. Ja aktuell leidet er eher unter zu viel Ehrgeiz. Freiwillig brummt er sich auch Zusatzaufgaben auf, wenn er was in der Schule nicht fertigbekommen hat.

Montags bis donnerstags macht er seine Hausaufgaben in der Hortbetreuung. Hier ist immer die gleiche Struktur. Die Kinder kommen in den Hort, essen etwas, gehen 10 Minuten Luft schnappen und dann in den Hausaufgabenraum. Jeder an seinen Tisch. Sehr Vorteilhaft, da der Sohn ja Autist ist. Die Struktur fördert es. Montags muss ich ihn auf Grund von Therapien leider aus den Hausaufgaben rausholen. Letzte Mal hat er dann in den 5 Minuten vor Therapiebeginn den Rest fertiggemacht. Er ist auch vorher nicht in die Therapie gegangen, weil er sich geärgert hatte, dass er nicht fertig war. An den anderen 3 Tagen ist er immer fertig bevor ich ihn vom Hort abhole.

Freitags werden keine Hausaufgaben im Hort gemacht und somit darf ich dann am Wochenende ran. Hier gilt. Samstagmorgens nach dem Frühstück machen wir die Hausaufgaben und zwar gemeinsam. Gemeinsam heißt hier aber nicht, dass ich ihm helfe. Nein, gemeinsam heißt ich lerne, neben ihm sitzend, für die Uni (ich studiere ja), wenn er eine Frage hat, dann erkläre ich ihm nochmal wie das funktioniert. Aber eigentlich braucht er sehr selten Hilfe. Er fragt immer nur, ob ich schauen kann, ob alles richtig gelöst ist. Wenn ich einen Fehler entdecke sage ich, schau hier nochmal genau hin und er entdeckt den Fehler meistens selbst. So habe ich damit nicht wirklich viel zu tun. Für uns ist das aktuell die richtige Lösung. Er macht so seine Hausaufgaben selbstständig und ich kann so sehen, ob er evtl. etwas nochmal erklärt haben muss oder ob er gut mithalten kann. Aktuell ist zweiteres überwiegend.

Aus diesem Grund ist es bei uns noch kein Stress Thema und wir müssen auch noch nicht sonderlich viel Lernen. Teilweise lernt das Kind sogar freiwillig daheim in dem es sich eigene Aufgaben ausdenkt und die regelmäßigen Leseübungen werden draußen absolviert, indem einfach jedes Schild gelesen wird was ihm in den Blick kommt, da muss Mutti nicht mal was zu tun. Kann gerne so weiterlaufen. Allerdings befürchte ich, dass dies noch maximal ein Jahr anhält und dann kommt das typische Hausaufgaben sind blöd Dilemma. Wie wir das dann meistern werden wir ja noch sehen. 😀

Was hat das bisher nun mit der Blogparade Hausaufgaben fürs Leben zu tun? Bisher noch nichts. Mein Sohn ist neben seinem Ehrgeiz oft sehr deprimiert, daher haben wir einen schönen großen Ordner gekauft den wir jetzt immer gemeinsam füllen und betrachten. Die Idee kam von einer Therapeutin. Hier werden immer wieder gemeinsam Bilder ausgewählt, welche wir einfügen und die mit guten Erinnerungen behaftet sind. Mindestens einmal die Woche schaut der Sohn nun auch da hinein und versucht so schöne Gedanken in den Fokus zu setzen. Eine Aufgabe, die für ihn schwer ist, da er immer wieder denkt, dass er nicht toll ist.

Seine Hausaufgabe fürs Leben ist es daher zu sehen wie schön die Momente sein können und was er doch ganz toll kann, indem er jede Woche weitere Bilder hinzufügt. So sind da nicht nur Bilder von Ausflügen drin, sondern auch von seinen gebauten Dingen, von seinen kreativen Ideen und Bilder von seiner Fürsorglichkeit. Was der junge Mann nämlich selten sieht ist, dass er ein ganz toller emotionaler Mensch ist. Einen Menschen der sehr liebenswert ist.

Ich versuche dadurch mit ihm dahin zu kommen, dass er nicht nur die Tatsache sieht, das er Schwierigkeiten hat feste Freundschaften zu bekommen, sondern das er sieht wie wertvoll sein da sein ist. Sagen wir es so. Ohne meinen Sohn wäre ich nie zu der Frau geworden, die ich heute bin. Sein da sein hatte auf mich die größte Wirkung auf meine eigene Entwicklung. Vor ihm wäre ich nie offen gewesen für Themen wie Inklusion oder Armut. Heute sehe ich die Dinge aus anderen Winkeln und das wünsche ich mir auch für meinen Sohn, dass er nicht mehr aus dem Negativwinkel betrachtet, sondern aus dem realistisch positiven Winkel. So#ThinkPositive !

Ich füge mich jetzt beherzt an die Blogparade ein und schaue mal nach, ob ich noch mehr Ideen sehe für evtl. Hausaufgaben fürs Leben.

Nachtrag: Freundlich wurde ich auf ein paar Studienergebnisse Aufmerksam gemacht an deren Ende noch weitere Hausaufgaben fürs Leben stehen, wenn ihr interessiert seid schaut dochmal rein: http://www-de.scoyo.com/eltern/schule/studie-hausaufgaben-stress

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2 Gedanken zu “Blogparade: Hausaufgaben fürs Leben

  1. Liebe Jenny,

    toll, dass du bei der Blogparade von Frau Mutter und uns mitgemacht hast. Ein wirklich schöner Beitrag und eine wichtige Hausaufgabe fürs Leben: zu lernen, sich selbst zu lieben. Danke!

    Viele Grüße,
    Kali vom scoyo Eltern!-Magazin

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