Das erste Mal alleine draußen

Heute war ein ganz entspannter Tag. Der Große war in der Schule und ich traf mich mit einer Freundin auf ein leckeres Frühstück. Später lernte ich noch etwas und holte dann den Sohn vom Hort ab. Auf dem Heimweg fragte er mich, ob wir später noch mit dem Roller raus könnten und ich sagte ja. Doch dann änderte er seine Meinung, sah mich liebblinzelnd an und fragte: „Du Mama? Darf ich statt mit dir mit dem Roller, allein raus, ohne Roller und eine kleine Runde spazieren? Ich geh auch nur den kleinen Rundweg ja?“

Puh, da saß ich im Bus und meine erste Reaktion war Panik. Hatten wir doch schon 2 Versuche gehabt, die absolut schiefliefen. 2 Versuche, wo mein Sohn dann plötzlich weg war und ich mir wirklich sorgen gemacht hatte. Ich wägte im Kopf ab und entschied mich dennoch für ein „Ja“, denn es sprach mehr dafür es zu testen als dagegen.

Mein Sohn ist ja immerhin schon 7 und die Gründe, warum es nicht klappte wohnen auch nicht mehr bei uns im Haus. Also müsste es ja gut klappen. Allerdings fühlte ich mich dennoch ängstlich wie so eine Glucke. Ja ich bin eine verdammte Glucke und muss jetzt lernen loszulassen! Und das habe ich mir dann auch Mantra mäßig eingeredet.

Wir kamen dann also mit dem Bus daheim an. Der Sohn ging noch kurz mit mir hoch sich erleichtern von den Schulsachen, legte seine Uhr an und wir verabredeten ein paar Dinge:

  • Geh nicht mit Fremden mit
  • Schau beim über die Straße laufen, ob ein Auto kommt und
  • Wenn der Zeiger auf einer bestimmten Zahl ist bist du spätestens daheim sonst komm ich dir entgegen.

Ja, ich kleiner Angsthase von Mutter habe das auch mehrmals wiederholt, nur um sicher zu gehen, dass er das auch ganz klar verstanden hat. Natürlich kam dann das genervte: „Ja, Mama. Ich bin jetzt los. Machst du schon mal den Waffelteig, ja?“ „Ja, mach ich. Ciao bis gleich!“

Er ging zum Aufzug, die Tür schloss sich hinter ihm und er winkte nochmal durch die Glasscheibe bevor er hinunterfuhr. Als er weg war ging ich dann erst mal zum Fenster und beobachtete ihn so weit wie ich beobachten konnte. Ja der, Schutzinstinkt überwog und kurz dachte ich, ob ich nicht hinterherschleiche, aber ich wiederstand dem drang und ging in die Küche den Waffelteig vorbereiten.

Ich hatte gerade das Waffeleisen hervorgeholt als es klingelte. 5 Minuten vor Limit. Da war mein Sohn wieder mit roten Wangen und sichtlich stolz.

„Hey, du bist ja schon wieder da.“

„Ja, ich habe immer auf die Uhr geschaut und bin jetzt genau wo der Zeiger auf der 4 ist angekommen.“

Ganz ehrlich ich war heute einfach nur stolz. Stolz auf meinen Sohn, der mir heute gezeigt hat was er schon kann und stolz auf mich, dass ich meine Ängste nach hinten schieben konnte und ihm vertraut habe. Freitag darf er das nochmal machen. Das habe ich ihm versprochen und ich glaube da werde ich dann schon viel ruhiger sein.

Wie ging es euch beim ersten Mal?

Liebe Grüße

Jenny

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2 Gedanken zu “Das erste Mal alleine draußen

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