Wahlergebnisse und was mich daran aufregt

Seid nun 4 Tagen sind die Wahlen rum und ich habe es ehrlich gesagt immer noch nicht verdaut was da passiert ist. Nicht, dass ich nicht mit Zweistelligen Prozentzahlen für eine gewisse Partei gerechnet habe, aber das sie in Sachsen-Anhalt auf über 20 Prozent kommen und zweitstärkste Partei werden hätte ich nicht erwartet.

Hinzu kommt dann der kurz vorher erschienene Programmentwurf und der lässt mich echt schwach werden. Wenn ich mir das durchlese frage ich mich wer sowas wahrhaft wählen kann?! So ein Programm unterstütze ich doch nicht mal um einen Denkzettel zu verpassen, dann mache ich doch eher meine Stimme ungültig, damit sie nicht zu Gunsten einer Altpartei geht. Aber wähle doch nicht extrem rechte Ansichten, sie mich an die 30er Jahre erinnern.

Der aktuell meist zitierte Teil ist der:

Wer unverschuldet in diese Situation geraten ist, verdient selbstverständlich unser Mitgefühl und die Unterstützung der Solidargemeinschaft. Eine staatliche Finanzierung des selbstgewählten Lebensmodells „Alleinerziehend“ lehnen wir jedoch ab. Wir wenden uns entschieden gegen Versuche von Organisationen, Medien und Politik, Alleinerziehende als normalen, fortschrittlichen oder gar erstrebenswerten Lebensentwurf zu propagieren. Der Staat sollte stattdessen das Zusammenleben von Vater, Mutter und Kindern durch finanzielle Hilfen und Beratung in Krisensituationen stärken.

Schwerwiegendes Fehlverhalten, welches sich gegen die eheliche Solidarität richtet, muss bei den Scheidungsfolgen berücksichtigt werden“ (https://correctiv.org/media/public/a6/8e/a68ed5e4-32a8-4184-8ade-5c19c37ff524/2016_02_23-grundsatzprogrammentwurf.pdf S.41 Z.26-37)

Kaum ein Elternteil wählt das Modell Alleinerziehend aus freien Stücken. Was hier propagiert wird ist ein Schlag in das Gesicht jedes alleinerziehenden Elternteils. Soll etwa Frau demnächst wieder Schläge ertragen?

Es gibt vielseitige Gründe, warum es manchmal für die Kinder besser ist, wenn die Eltern getrennt sind und das muss nicht immer Gewalt sein. Nein, auch ständiger Streit (z.B.) ist auf Dauer nicht gut für Kinder und manchmal ist es dann besser sich zu trennen.

Auch ich bin alleinerziehend und würde wahrscheinlich unter selbstgewählt zählen bei dieser Partei, denn ich habe meinen Exmann nicht zurückgenommen, nachdem er 2 Monate einfach weg war. Nachdem er bei einem Streit abhaute, nach 2 Tagen nur noch seine letzten Sachen holte und mich dann sitzen ließ mit dem Baby. Als ich dann die Scheidung beantragte 2 Monate später meldete er sich und wollte es nochmal versuchen. Bestimmt nicht. Über einen Absatz darüber kann ich auch nur lachen:

Der vom Kind getrennte Elternteil leidet oft unter dem Verlust des Kontakts zu seinen Kindern.“

Dies wäre mir nämlich neu. Natürlich kenne ich auch Fälle wo das so ist und da sollte dann natürlich was für diesen Elternteil getan werden, aber ohne dass das Kind drunter leidet, dies gestaltet sich in den Fällen die ich kenne aber schwierig. Nehme ich aber meinen Fall, dann ist mein Exmann immer gerne bemüht sein Kind so wenig wie möglich zu sehen. Das Kind in den Ferien zu sich nehmen? Maximal in den Weihnachtsferien, danach heißt es aber „Ach, ich hatte das Kind jetzt so lange ich komme in 6 Wochen wieder.“ Leidtragender? Nicht das Elternteil wie propagiert, nein das Kind. Ich darf wieder zum Amt rennen und ihn den Kopf waschen mit Hilfe des Jugendamtes. Es ist nämlich absolut uncool, wenn die das Kind aus der Schule eine Postkarte mitbringt auf der Steht:

20160317_080915

Ich übersetze: „Mir ist es wichtig, dass ich meinen Papa öfters sehe.“ Geschrieben von einem Erstklässler, der mich oft fragt, warum er denn den Papa nicht öfters sehen kann und öfters zu ihm kann.

So man könnte meinen okay, dann haben sie jetzt einen Teil drin, der nicht besonders durchdacht ist, aber nein es kommt noch besser:

„Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen stellt unsere bewährten Förder- und Sonderschulen keineswegs in Frage. Die Forderung, behinderten Kindern Teilhabe am Bildungssystem zu garantieren, ist bereits umfassend und erfolgreich erfüllt. Die ideologisch motivierte Inklusion „um jeden Preis“ verursacht erhebliche Kosten und behindert Schüler in ihrem Lernerfolg. Die AfD setzt sich deshalb für den Erhalt der Förder-und Sonderschulen ein. Die Eltern sollen auch weiterhin das Recht haben, ihre Kinder in diese Einrichtungen zu schicken.“ (S.58 Z. 11-17)

„Behindert Schüler in ihrem Lernerfolg“ Da bekomme ich als Mutter eines Schwerbehinderten Kindes das Kotzen. Mein Sohn geht auf eine Schwerpunktschule (integrative Regelschule) und die Kinder leiden darunter nicht in ihren Lernerfolgen. Unsere Schule ist teilweise weiter als andere Schulen hier im Ort. Wir liegen in einem guten Tempo. Die Schüler kommen alle gut mit und profitieren von den kleinen Klassen (aktuell 16 Schüler pro 1.Klasse). Was ich allerdings sagen kann ist, dass es bei uns gut läuft ja, aber das ist auch die Ausnahme. Die meisten Schulen sind noch nicht soweit. Auch gibt es bei uns natürlich Nachbesserungsbedarf. Allerdings haben wir ein weltoffenes Elterngefüge bei uns und ich bin Stolz die Schule als Schulelternbeirätin zu unterstützen.

Wenn ich lese „Die Forderung, behinderten Kindern Teilhabe am Bildungssystem zu garantieren, ist bereits umfassend und erfolgreich erfüllt“, dann stimmt mich das wütend, denn erst aktuell lese ich bei einer anderen Bloggerin der ich Folge, dass ihr Kind als nicht beschulbar eingestuft wird. Ein Kind das gerne zur Schule gehen würde es aber aktuell nicht darf und nicht kann durch unser ach so super System. Wenn die Forderung nach Teilhabe erfüllt wäre, dann würden Kinder nicht mehr als Nicht beschulbar eingestuft werden, denn dann könnte jedes Kind zur Schule, wie es ja auch die Schulpflicht eigentlich vorgibt.

Das sind nur zwei Punkte, die mich aufregen. Ich könnte diesen Beitrag noch länger machen und zum Beispiel auf die Gender Forderungen der Partei eingehen und meinen Frust darüber raus lassen, aber für heute belasse ich es so. Allerdings möchte ich nicht, dass mir jemand auf Facebook oder hier am Blog folgt, der diese Partei gewählt hat. Ich möchte nicht von Rassisten gelesen werden. Ich habe keine Angst vor unseren Mitmenschen, die einen Migrationshintergrund haben (egal ob Flüchtling oder Migrant), sondern Angst vor der gewaltigen Dummheit meiner wahlberechtigten Mitbürger, die so eine Partei wählen und die meinen Flüchtlings Unterkünfte abzufackeln, Bürgerwehren zu gründen und wahllos Leute zusammen zu schlagen nur, weil sie eine andre Hautfarbe haben. Ganz ehrlich ihr widert mich an.

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