Was ich vom Gaming halte

Durch die gute Chaoshoch4 wurde ich auf eine Blogparade von „Die Prüfkiste“ aufmerksam. In dieser geht es um das Thema Gaming und ich finde das spannend, denn ich habe schon die verschiedensten Erfahrungen zum Thema Gaming gemacht, auch welche die mich in schwierige Situationen gebracht haben.

Die Anfänge

Aber von vorne. Meine ersten Gamingerfahrungen habe ich noch ganz klassisch am Super Nintendo, Sega und Playstation One gemacht. Super Mario und auch Pokemon Stadium waren der Renner. Mein allererstes Spiel aber war Tetris für den Game Boy. Erinnert ihr euch noch dran?

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https://pixabay.com/de/video-gaming-controller-videospiele-975200/

Später haben meine Brüder und ich uns dann in Sing Star gebattelt. Ich habe oft gewonnen, obwohl ich absolut null singen kann. Bei mir rennt jeder freiwillig davon, wenn ich mein Stimmchen erhebe *lach*

Wie ich zu WoW kam

Mit 17 bekam ich meinen ersten eigenen PC in meiner ersten eigenen Wohnung. Allerdings damals dann nicht fürs zocken. Ich hatte ein paar Jahre nur noch an der Playstation Final Fantasy gesuchtelt. Eine Spielereihe, die ich bis heute Liebe. Dann wurde ich in der 13. Klasse schwanger, durch meinen Erzeuger hatte ich schon World of Warcraft kennen gelernt und angefangen die Lorebücher zu lesen. Ich war hin und weg. Als ich dann ständig nicht in die Schule durfte (Ringelröteln und Schwangerschaft verträgt sich nicht) ersetzte ich meinen PC durch einen neuen und fing an zu spielen.

Ich fing zu der Zeit an als Burning Crusade fast zu Ende war. Erst spielte ich eine Jägerin, dann wechselte ich auf eine Priesterin und begann Heiler zu werden. Ich hatte eine bildhübsche Blutelfe, die heute eine winzige Goblindame ist. Zu Wrath oft he Lichking heilte ich dann das erste Mal in Naxxramas (einer 25 Spieler Raidinstanz) und machte mir auch einen Namen, heißt man bat mich ziemlich oft zu heilen. Ich lernte neue Freunde kennen und war glücklich abends einfach auch was Anderes als Mama zu sein. Gerade nach der Trennung von meinem Exmann tat dies gut.

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Woher der Nickname Cestralia kommt

Die Priesterin ist es übrigens auch, die zu meinem allgemeinen Internet Nick Cestralia führte. Damals suchte ich einen Namen, der ein Unikat war und ja ich war die erste WoW Spielerin, die den Charnamen Cestralia nutzte. Eine Mischung aus dem Namen Cecile (Ce-) und dem Wort Astral (-stral). Verniedlicht mit der Endung -ia. Bedeuten tut dies soviel wie der schöne Stern. Ja, jetzt wisst ihr warum ich auf WordPress unter dem Namen Cestralia schreibe. Ich nutze den Namen seit nun mehr als 7 Jahren. Er gehört einfach zu mir.

Zocksucht und der beinah Verlust meines Sohnes

Ich lernte dann einen neuen Partner kennen und hier kamen dann meine schlechten Erfahrungen hinzu. Wir lebten relativ bald zusammen. Ich war in seine Nähe gezogen und hatte eine Ausbildung angefangen. Mein damaliger Freund war auch in einer Ausbildung. Doch plötzlich verfiel er dem Zocken komplett. Er half mir weder mit Kind, noch mit Haushalt. Außerdem brach er plötzlich seine Ausbildung ab. Ich war 6 Tage die Woche Vollzeit in der Ausbildung zur Floristin und hatte keinerlei Stützen, plötzlich konnte ich dann einfach nicht mehr. Morgens um 8 Arbeiten bis um 18 Uhr, dann Haushalt, Kind versorgen, wenig Schlaf, weiter ging es. Irgendwann blieb der Haushalt liegen. Hinzu kamen finanzielle Probleme, da ich 8 Monate lang den Berufsausbildungsbeihilfeantrag nicht durchbekam, da mein Erzeuger Auskünfte verweigerte. Wir wurden beinah Obdachlos. Meinen Partner kümmerte es nicht, weshalb ich um Hilfe bat beim Jugendamt. Ich war fertig und verzweifelt. Aber auch die nahmen mich nicht ernst. Also hielt ich es 6 weitere Wochen aus mit dem zock süchtigen Partner, einem verwahrlosten Haushalt, Ausbildung und Kind. Dann kam die Hilfe und beinah hätte ich mein Kind an eine Pflegefamilie verloren, dank einer genialen Familienhilfe und einer Notkur kam es nicht soweit. Zum Glück, noch heute fällt es mir schwer detailliert darüber zu schreiben, denn das ist nur ein grober Anriss. Die Sucht meines Exfreundes und meine Blindheit hätten mich beinah das wichtigste in meinem Leben gekostet. Meinen geliebten Sohn. Das ist das schlimmste was mir je passiert ist und doch nur eine kleine erschreckende Sache aus meiner Vergangenheit.

Das Zocken und ich heute

Ich habe dann 1 Jahr lang nicht mehr gespielt. Ich hatte es mir selber verboten und danach mich langsam wieder ran gewagt. Heute habe ich selber ein gesundes Verhältnis zur Zockerei. Abends ist es für mich okay, allerdings nur wenn es das Studium nicht einschränkt. Ich habe kein Thema damit meinen Zockerfreunden zu sagen, dass ich ein paar Wochen nicht da bin und habe Freunde gefunden, die das auch verstehen, da sie es selber so handhaben. Vor 3 Jahren war ich etwas erfolgreicher im Spielen und noch heute habe ich Bekannte in einer Pro Gamer Gilde, die ich liebend gerne anfeuerte. Aber auch die sind erwachsener geworden und haben das Pro Gaming aufgegeben. Heute spielen wir alle nur noch Casual.

Mein Fazit

Ich finde das Gaming eine gute Beschäftigung sein kann. Da man eben nicht sozial isoliert ist. Das Gaming kann manchmal auch merkwürdige Schicksalsfügung sein, denn vor über 5 Jahren lernte ich meinen heutigen Partner kennen mit dem ich nun schon über 4 ½ Jahre zusammen bin. Allerdings kommt es immer darauf an wie viel man zockt. Man kann schnell in eine Spielsucht geraten, die einen das ganze Leben zerstören kann. Dennoch sollte man Computer nicht verteufeln. Ich bringe daher auch meinen Sohn schon heute einen gesunden Umgang mit dem PC bei, damit er später nicht unbedingt in die Gefahr gerät in ein Suchtverhalten zu driften. Wie Chaoshoch4 zähle ich dafür auch zu den Menschen, die nicht rauchen und sehr selten Alkohol trinken. Zu Alkohol habe ich eh meine eigene strenge Sichtweise, die viele nicht verstehen, davon erzähle ich gerne auch mal. Aber für heute belasse ich es dabei. Vielleicht mögt ihr ja mal mehr zu einem der Themen lesen, die heute angesprochen wurden. Vielleicht spielt ihr ja auch selber oder habt auch mal negative Erfahrung zum Thema Gaming gemacht. Ich bin gespannt von euch zu lesen.

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5 Gedanken zu “Was ich vom Gaming halte

  1. Huhu,

    sehr interessanter Bericht!

    Aber ebenso traurig, auch die andere Seite der Medaille mal kennen zu lernen.
    Ich selbst habe meine ersten Gaming Erfahrungen sogar noch am Atari meines Vaters gemacht. Mit unserem ersten PC (das Ding hätte ne ganze Telefonzelle ausfüllen können), wurde ich beim Zahnarzt bestochen… “Bea, wenn du brav den Mund aufmachst darfst du Zuhause ein neues Malprogamm auf dem Computer ausprobieren” 😀

    Mit meinen Kids mache ich es genauso. Der Große hat zwar schon mit 9 Jahren sein eigenes Notebook (ein ausgesondertes vom Papa, der ITler ist). Aber ich schränke seine Spielzeiten auch drastisch ein. Nach der Ganztagsschule ist er erst gegen 16 Uhr daheim und völlig überdreht. Da darf er dann eine Stunde spielen um wieder runterzukommen. Er spielt natürlich noch kein Counterstrike oder WoW. Er spielt Need for Speed, oder der Zeit total gerne Simcity.

    Nach der Stunde ist schluß. Wenn er noch weiter spielen möchte muss er sich zusätzliche Spielzeit erst erarbeiten, in dem er mir zum Beispiel beim Haushalt etwas hilft… leichte Aufgaben wie Socken sortieren, oder mit seinem Bruder Duplo bauen während ich koche.

    Im Sommer bei gutem Wetter funktionieren die “Electronics” nicht, die überhitzen wenn man die einschaltet 😛 Bei gutem Wetter sollen die Kids nämlich lieber draussen spielen. Auf dem Spielplatz, im Garten auf dem Trampolin oder im Wendehammer Fahrrad fahren. Hauptsache frische Luft und bewegung!

    Ich finde es super das du so spontan einen solch persönlichen Erfahrungsbericht auf die Beine gestellt bekommen hast.
    Und übrigens: mein Blog heißt ja erst seid Dezember Chaoshoch4.. davor hieß er Influ´s Welt… unter meinen Beiträgen steht auch immernoch Influ als Autor… Influ ist der Name meiner kleinen Magierin… ursprünglich Influenzia als Untote, aber irgendwann gekürzt zu Influ weil jeder nur Influ sagt. Ja, Influ ist ein Teil von mir geworden in über 11 Jahren WoW 🙂

    Liebe Grüße,
    Beate

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    1. Hui danke für den ausführlichen Kommentar. Ja, bei gutem Wetter ist hier auch draußen spielen angesagt. Ich mag das selber nicht, wenn man dann nur am PC hockt. Bei uns ist die Spielzeit auf aktuell noch 30 Minuten beschränkt, aber evtl. erhöhe ich zum nächsten Geburtstag auch die Zeit ein wenig. Kann es mir noch bis Juli überlegen 😀
      Wir hatten nie einen Computer daheim als ich noch daheim lebte, daher musste ich für Hausaufgaben im Internet immer zu Freunden gehen, aber das ging schon.
      Übrigens lustig, dass auch dein Nick irgendwie mit WoW zusammenhängt 🙂 Wieder eine kleine Gemeinsamkeit zwischen uns 🙂 Erstaunlich, dass ich bei uns immer wieder ein paar parallelen finde 🙂
      Was die Schattenseite betrifft. Noch heute erschreckt es mich, dasss ein Spiel so süchtig machen kann. Daher finde ich es aber auch heute so wichttig aufzupassen und von klein auf an einen vernünftigen Umgang zu lehren. Verteufeln der Elektronik bringt da nicht viel, wenn man Präventiv arbeiten möchte mit seinem Kind 🙂

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