Ein kurzer Rückblick auf (fast) 6 Monate Praktikum

Ich hatte es auf Facebook schon angedeutet, aber ich habe mein Studienpraktikum nun, nach 5 ½ Monaten, abgeschlossen.

Die ganze letzte Woche konnte ich es irgendwie nicht fassen, dass es nun vorbei ist und war komplett gefüllt mit gemischten Gefühlen, denn ich habe ja mit Menschen gearbeitet und das nicht gerade kurz. Gerade im 2. Projekt war ich über 3 ½ Monate eingesetzt. Eine Zeit, die auch an mir, nicht spurlos vorbeigeht.

Eine Zeit in der ich viel Neues lernte und ausprobieren konnte. Eine Zeit in der ich lernte, dass manche Schicksale kaum zu ertragen sind, besonders, wenn man betroffen ist und in der ich tapfere junge Menschen sah, die sich dennoch nicht komplett hingen lassen, zumindest zum Teil. Es gab junge Menschen, die noch viel Hilfe brauchen, aber auch welche, die einfach auf Grund der schlechten Vergangenheit nicht gerade gut vermittelbar sind, obwohl sie heute relativ stabil sind.

Ich lernte auf der persönlichen Ebene in Kontakt zu treten, aber dennoch Distanz zu wahren. Ich übte einen eigenen Stil ein und kam auch mal an meine nervlichen Grenzen, aber ich hatte ein tolles Team um mich herum, was einfach super zusammengehalten hat. Ich lernte, dass es finanziell extrem schwierig ist und man leider auf die Quoten achten muss, obwohl es doch eigentlich um den Menschen an sich gehen sollte. Eine Tatsache, die uns alle nervte, denn, wenn man im sozialen Bereich arbeitet möchte man nicht auf Quoten achten, damit das eigene Geld gesichert ist, sondern den Menschen Unterstützung bieten, die einem anvertraut sind.

Besonders gut taten daher die Tage, wo wie gemeinsam kochten und zeigten wie man aus wenig Geld für viele Personen ein gutes gesundes Essen zaubern kann. Wir kochten zum Beispiel an meinem letzten Tag für 10 Personen und hatten kosten von 15 Euro. Es gab Kartoffeln mit selbstgemachten Kräuterquark und dazu einen schönen gemischten Salat mit selbstgemachten Dressing. Im Anschluss wurde nach dem gemeinsamen Kochen immer gemeinsam gegessen und es kamen einfach andere Gespräche zustande als bei anderen Seminareinheiten. Es war immer eine lockere Stimmung und man konnte mit der Klientel einfach in engeren Kontakt treten.

Es war für mich aber auch eine anstrengende Zeit, denn neben der wirklich guten Praxis Erfahrung habe ich ja meinen autistischen Sohn und die Unizeiten gehabt. Gegen Ende wurde es auch immer anstrengender und erschöpfender, weshalb ich nicht einfach dageblieben bin, obwohl das möglich gewesen wäre. Ich war wirklich in einem Zwiespalt, denn zum einen habe ich meine Praxiszeit geliebt, doch zum anderen bin ich mit dem Lernen nicht mehr hinterhergekommen. Ich wünschte es wäre besser zu organisieren, aber der Realismus hat gesiegt und ich habe wirklich nur meine Pflichtzeit absolviert.

Umso mehr tat es gut so liebenswert verabschiedet worden zu sein. Mein Chef gab mir eine sehr gute Beurteilung, und die Worte, dass ich mich gerne melden kann, wenn ich mein Studium beendet habe, mit. Außerdem beorderte er mich vor dem letzten Team nochmal zu sich ins Büro und überraschte mich mit einer DVD und einem Gutschein für mein geliebtes Café Balduin, wo ich so gerne meine Pausen verbrachte. In der letzten Wochenreflexion mit den Klienten konnte ich dann nicht viel reden. Ich verabschiedete mich nur kurz, denn ich hätte beinah losgeheult. Gerade, weil sich meine Kollegen auch vor den Klienten so nett verabschiedeten. Zu hören, dass man vermisst wird und sie es schade finden, dass ich nun fertig bin tut einfach gut. Beim anschließenden Team gab es dann von mir Kuchen und das Team überraschte mich nochmal mit seiner Herzlichkeit, denn es gab Pralinen, Blumen und ein kleines Buch zum Abschied. Damit hätte ich nicht gerechnet gehabt und es zeigte mir, dass meine Arbeit gut und gerne gesehen war.

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Die Abschiedsgeschenke meiner Praktikumsstelle. Danke für alles ❤

Für mich war dieses halbe Jahr wirklich intensiv und auch wenn ich hier im Blog nicht viel berichtet habe, aus Datenschutztechnischen Gründen, kann ich nur sagen, ich habe viel mitgenommen, vor allem viel Herz, aber auch das Wissen wofür ich studiere, denn genau in diesem Feld habe ich für mich nochmal gesehen, was die Arbeit Wert ist.

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