Therapiefrustration

Momentan tut mir mein Sohn leid. Die Therapien nehmen kein absehbares Ende und montags ist er immer gestresst.

6 Uhr aufstehen, frühstücken, einkleiden.
7 Uhr kommt der Fahrdienst.
8-12 Uhr Schule.
12-13:45 Uhr Hort mit Mittagessen und Hausaufgaben.
14-15 Uhr Bus fahrt mit mir zur Therapie
15-16:30 Uhr Logopädie und Physiotherapie
18:30 Uhr Ankunft daheim.

Jeden einzelnen Montag. Das stresst unheimlich. Gerade so ein Kind, dass am Tag auch einfach nur Spaß haben möchte nach der anstrengenden Schule.

Gestern sind wir deshalb mal Heim statt zur Therapie gefahren. Ja, ich weiß die Therapien sind wichtig für mein Kind, aber ja, auch ein Kind hat mal eine Verschnaufpause verdient. Schule, pendeln und Therapien schlauchen nun mal unheimlich. Einer der Gründe warum ich gerne umziehen würde.

Sie schlauchen das Kind so, dass er aktuell anfängt zu weinen und um sich zu Brüllen, weil er einfach mal nur Spaß haben mag. Immer wenn es Richtung Therapie geht. Aktuell fühle ich mich deshalb hin und her gerissen. Ich weiß das die Therapien nötig sind, doch ich versteh auch meinen Sohn, der einfach nur Kind sein mag. Ich verstehe, dass er wütend wird, dass er nicht will, dass er mit Worten um sich wirft, wo ich mich Frage, wo er die her hat, denn sie werden hier im Hause nicht verwendet.
Er fühlt sich überlastet, hat das Gefühl nie Spaß haben zu dürfen und das führt dazu, dass auch ich leide. Ich weiß warum ich ihn nicht noch zusätzlich in einen Sportverein anmelde. Mein Kind ist ja mittlerweile soweit, dass es mich fragt, ob ich ihn nicht mal früher vom Hort abholen kann oder am besten direkt nach der Schule. Das geht leider nicht immer und heute kan er zum Glück sein Computerdiplom im Hort machen, während Mami Uni hat.

Doch wie ich jetzt dauerhaft mit den Montagen umgeh weiß ich nicht. Vielleicht hatte jemand von euch mal ähnliche Situationen und hat einen Tipp für mich, um meinem Sohn zu helfen aus der Frustrationsspirale zu kommen. Das hauptproblem ist wohl die Physotherapie, da das Dehnen ihm natürlich weh tut :/ Wenn ihr also Ideen habt, dann bitte gerne her damit.

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5 Gedanken zu “Therapiefrustration

  1. Sprich mal die Physiotherapeutin an, was Dein Sohn anstatt dessen tun könnte. Ich habe jetzt nicht genau verfolgt, wofür die Physio sein soll.
    Unser Kleinster hatte eine Weile Motopädie, wo im Rahmen von Sport (im speziellen Trampolin) er viel für seine Koordination tun konnte.
    Und schwimmen unter klaren Voraussetzungen war auch sehr gut.

    Dass Du den Hort benötigst, ist mir klar. Leider habe ich schon bei vielen Kinder aus dem autistischen Spektrum miterlebt, dass der soziale Stress über den Schulalltag hinaus, sie wahnsinnig gestresst hat.
    Kann Dein Sohn erklären, was ihn am meisten fordert?

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    1. Hallo Anita, danke erst Mal für deinen ausführlichen Kommentar. Die Physio bekommt er, da er eine Infantile Cerebralparese hat. Er ist Orthesenträger und bekommt regelmäßige BotolinumToxinA Injektionen. Auf Grund dieser ist Physio dringend notwendig, da sie unterstützt zur Dehnung der verkürzten Sehnen. Allerdings ist das was meinen Sohn stresst vor allem das Pendeln und diese Therapien. Der Hort macht ihm meist Spaß, da er da viel draußen spielen kann und es Angebote gibt die er gerne macht. Hinzu kommt das wir dort Heimerziehungspfleger haben. Von seinem Empfindungen drückt er nicht viel aus. Gestern der Ausbruch war wieder. Ich darf nie Spaß haben und Wüste Beleidigungen gegen die Therapeutinnen. Daher fühl ich mich auch gerade so hilflos. Wenn ich versuche mehr zu erfahren. Kommt hab ich gerade gesagt, da hast deine Antwort.

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  2. Jolina kennt es nicht anders, von Klein auf, ätzend sind die Tage an denen sie 2 Therapien hat, das versuche ich zu vermeiden, kommt aber auch mal vor.
    Sag dir einfach es ist NUR der Montag.
    Bei uns ist es der Dienstag mit Krankengymnastik, der Mittwoch mit logo, der Donnerstag mit Therapiepraxis. Jolina hat Krankengymnastik von ihrem 2. Lebenstag an und von da an niemals eine Phase ganz ohne Therapie (außer in den Ferien)
    Klar es ist ein langer Tag bei Euch, aber die anderen Tage bleiben zum spielen, freut Euch, dass es gleich am Anfang der Woche ist und dann das Schlimmste geschafft ist. Therapie kann auch Spaß machen, Qualitätszeit sein, kommt immer darauf an wie es verkauft wird. Jolina liebt ihre therapien, auch wenn sie dort schwer arbeiten muss.
    Dein Kind fühlt übrigens, dass du dich nicht gut fühlst, schwierige Situation, verbindet diesen blöden Tag mit einem krönernden Abschluss, einem wunderbaren Ritual.
    Bei uns ist es jeden Donnerstag die Brezel für Jolina und der Cappuccino für mich, auch wenn der Donnerstag ätzend bei uns ist, freuen wir uns auf diese kleinen Dinge

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  3. Solche Therapien sind etwas was man nicht verseumen sollte , aber wennn das Kind stress dabei empfindet , dann hat das alles keinen Sinn.Die Kinder sollten sich auf solchen Therapien gut fühlen sodas es auf sie wie eine entspannungs Therapie wirken.

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    1. Er geht auch wieder. Nur es bringt halt nichts zu gehen wenn das Kind schon völlig aufgelöst ist. Er bekommt die Therapien nun fast 4 Jahre. Das es da hin und wieder zu Frustration kommt ist leider so. Vor allem weil ein Kind in der Woche auch einfach mal spielen mag. Das Problem ist auch eher die physio. Er hasst sie momentan. Dabei ist sie die wichtigste und er muss da auch hin. Ich hoffe das es nach den Ferien wieder entspannter wird. Denke es kommt einfach alles zusammen gerade.

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