Jahresgedächtnis

1 Jahr ist es her, dass du diese Welt verlassen hast. Ein Jahr indem du uns nie aus dem Kopf gegangen bist. Ein Jahr indem mich es immer wieder überwältigt, dass du nicht mehr da bist.
Ich erinnre mich als wäre es gestern gewesen. Ich war mit meinem Sohn bei meinem Freund auf der Arbeit, da kam der Anruf. Ich dürfte entscheiden, ob er morgen in die Kita kommt, du seist gestorben. Unsere Bezugserzieherin war so bewegt, weinte. Ich konnte nicht mehr. An diesem Tag brach ich das erste Mal weinend vor meinem Sohn zusammen. Nicht in der Lage zu reden. Ich erinnere mich so sehr, wie gerne du dich bei mir verstecktest, wenn wir uns sahen, weil du noch nicht heim wolltest. Mein Herz, mein Verstand, sie wollten nicht glauben das du Tod bist.
An diesem Tag, fuhren wir heim und ich weinte ständig und sagte zu meinem Sohn nur, dass wir daheim reden, da wo Hundi ist, da wo wir kuscheln können. Ich setzte mich mit ihm auf mein Bett, nahm ihn in den Arm und teilte ihm behutsam mit, dass du nicht mehr da bist. Er weinte und kuschelte an diesem Tag sehr lang mit mir, fragte viel und schlief auch bei mir. Am nächsten Tag wollte er in die Kita und ich brachte ihn selber und holte ihn auch selber ab. Nie habe ich Trauer so intensiv gespürt. Die Erzieher waren so toll, trotz eigener Trauer, nahmen sie euch an die Hand und halfen euch auch. Sie funktionierten.
An diesem Tag gingen mein Sohn und ich danach zur Kirche und zündeten eine Kerze für dich an, danach ging es zum Wildgehege, denn Tiere geben ihm Sicherheit.
Die Tage danach, sie haben geschmerzt und ich habe selber nur noch funktioniert. Ich habe in der Kita geholfen wo ich konnte. Wir trafen Verabredungen und halfen wo wir konnten, dass sich deine Freunde wenigstens von dir verabschieden konnten. Du wirst niemals vergessen sein, kleiner Sonnenschein.
Wenn ich heute an dich denke, sehe ich dein lachendes Gesicht. Ich ertrug es nicht am 40 Tagesgedächtnis das Bild von deiner Beerdigung zu sehen, war es doch der Geburtstag meines Sohnes und wollte ich dich doch lachend in Erinnerung behalten.
Weißt du wir machten sogar eine Trauerfeier für dich und mein Sohn war wütend, weil die Seelsorgerin deinen Namen falsch aussprach. Er meckerte sofort los. Am Ende ließen wir Ballons steigen in deinen Lieblingsfarben mit Bildern für dich. Das hat uns irgendwie befreit von der Last von den Tagen davor und doch schwebst du stets hier mit. So auch Weihnachten, wo wir wieder für dich in der Kirche waren.

Kleiner Schmetterling. Wir werden dich niemals vergessen.

Im stillen Gedächtnis

Jenny und Sohn
„Hey, kleiner Schmetterling,
wie weit bist du geflogen?
Wie bunt doch deine Flügel sind,
warst du beim Regenbogen?
Hey, kleiner Schmetterling,
du bist so wunderschön.
Wie bunt doch deine Flügel sind,
alle Farben kann man seh’n.

Rot wie beim Lippenbemalen,
Blau wie der Himmel im Mai,
Grün wie das Gras, alle Farben,
auch Gelb und Orange sind dabei. „

 

Text: Unmada Manfred Kindel
Musik: Unmada Manfred Kindel & Jonas Fritsch

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2 Gedanken zu “Jahresgedächtnis

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