Rückblick 1. Schuljahr

Wir haben jetzt fast 2 Wochen Ferien. Fast 3 Wochen in den ihr nichts von uns gehört habt. Lag vielleicht daran, dass mein Sohn auf Freizeit war und ich einen Grundputz daheim gemacht habe. Aber auch daran, dass ich etwas Ruhe brauchte und nach der Rückkehr von der Ferienfreizeit einige Meltdowns hier waren. Dennoch möchte ich euch, bevor ich von den Ferien und der Freizeit erzähle, von der 1. Klasse berichten.

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Die letzte Woche der 1. Klasse war bestückt mit Ausflügen und Vorbereitungen für meinen Sohn und mich. Es war so aufregend die letzte Schulwoche vor den großen Sommerferien zu begehen und einfach mal zurück zu blicken was so geschehen ist. 1 Jahr Schule ist nun hinter uns. 1 Jahr mit 3 Schulbegleitern, aber auch vielen schönen und positiven Erlebnissen. (Zu der Schulbegleitersituation werde ich nochmal einen gesonderten Beitrag schreiben, denn heute mag ich euch einfach vom ersten Schuljahr berichten.)

Vor einem Jahr ist er nun eingeschult worden. Lief es die ersten Tage gut, kam nach 2 Wochen der erste Einbruch mit negativ Meldungen. Das lag aber daran, dass mein Sohn direkt eine unzuverlässige Schulbegleitung hatte und wir sie das erste Mal wechseln mussten. Was aber besonders aufgefallen ist. Er hatte nie Probleme im normalen Unterricht. Er fokussiert sich auf die Aufgaben der Lehrerin. Nur dort wo es laut und aufregend wird, hat er Probleme.

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Da sind der Musikunterricht, der Sportunterricht und auch der monatlich stattfindende Schultreff. Er liebt sie, aber er bekommt auch ständig Reizüberflutungen, denn es ist dann immer was los.

Anders sieht es in den Pausen aus. Hier ist er ziemlich ausgegrenzt und wird teilweise bewusst angegangen von anderen Schülern. Lange erzählte er mir nichts davon, doch seit ich es weiß und mit dem entsprechenden Förderlehrer telefoniert habe, wird besonders darauf geachtet. Gemeinsam mit der neuen Schulbegleitung. Leider kommt es auch in den Pausen zu regelmäßigen Overloads, die bis hin zu einem Meltdown gehen können. Aber die Schule bemüht sich wahnsinnig toll, um meinen Sohn.

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Das sehe ich auch daran, dass ich, wenn ich da bin (ich bin auch Mitglied im Schulelternausschuss), gefragt werde, ob man noch was beachten kann, oder einfach auch mal Schönes berichtet wird.

Bei den Hausaufgaben ist er sehr Gewissenhaft, aber man merkt immer wieder den Autismus. Wenn die Lehrerin ein Herz um die Aufgaben macht heißt es, dass es eine Extraaufgabe ist, die nicht gemacht werden muss, also lässt er sie weg. Sagt die Lehrerin, dass sie heute keine Hausaufgaben auf haben und er aber vorher was von ihr markiert bekommen hat. Sagt er im Hort und daheim, dass sie nichts aufhaben. Dies führt dazu, dass ich regelmäßig kontrollieren muss, ob er wirklich nichts aufhat und dann argumentieren muss, warum er denn jetzt doch was machen muss. Eine Sache die wir noch klären müssen mit der Schule.

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Was die Lerninhalte betrifft, da ist mein Sohn wirklich gut mitgekommen und ich sehe, dass die Entscheidung richtig war ihn auf eine Schwerpunktschule zu geben. Er rechnet gerne und konnte schon im Dezember lesen. Kurz vor Ende der Ferien konnte ich sogar vergleichen durch Zufall wie gut das schon ist. Eine Mitschülerin von ihm las was und es ist ihr etwas schwergefallen. Er las dagegen die Worte total flüssig. Allgemein seit er das Lesen für sich entdeckt hat tut er das so gerne. Sogar Rechnen liebt er. Erst die Tage hat er sogar in den Ferien freiwillig ein paar Aufgaben gerechnet. Ich wollte ihn eigentlich Ruhe gönnen, aber er will selber, weil er meint, da bin ich noch nicht so gut, ich will noch üben.

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Seine Leistungen zeichnen sich übrigens in einem wunderbaren Zeugnis aus, das durchweg positiv geschrieben ist. So beteiligt er sich gut im Unterricht und im Bereich Sachkunde (hier haben sie viel Tiere zum Thema gehabt) beeindruckt er sogar mit seinem Expertenwissen (das letzte Wort ist tatsächlich so im Zeugnis am stehen). Glaubt mir, dass macht einen wahnsinnig Stolz. Stellt euch vor ihr bekommt ein doppelseitiges schriftliches Zeugnis und es liest sich durchweg positiv. Das ist so schön. Klar wird auch auf sein Verhalten eingegangen, aber es klingt so, dass sie es berücksichtigen, dass er Autist ist. Und genau das ist so schön. Die Schule wirbt mit dem Slogan „Eine Schule für alle“ und das scheint sie mir bisher zu sein.

Natürlich gab es auch mal Schwierigkeiten, aber bisher haben wir zusammengearbeitet und sie wollen es weiter mit ihm versuchen. Ich denke wir schaffen noch weitere 3 Jahre an der Schule, wenn es so weiterläuft. Besonders, wenn jetzt alles klappt und wir zum Jahresende in die Nähe der Schule ziehen können.

(Der Beitrag ist bildtechnisch übrigens mit Werken von meinem Sohn aus dem Unterricht bereichert)

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2 Gedanken zu “Rückblick 1. Schuljahr

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