Was man aus Beziehungskrisen mitnimmt

Ich habe euch die Tage ja erzählt, dass es bei mir eine Beziehungspause gibt. Dazu kam es, da wir uns beide gegenseitig nicht mehr wirklich wahrgenommen hatten. Wir waren in einen Status der Resignation gelandet. Ich hatte das Gefühl, dass meinen Freund die Beziehung so reicht wie sie ist und, dass er gar kein Interesse hat an einem richtigen Familien da sein. Ich begann zu überlegen, ob ich nicht einfach eine 2 Zimmer, statt 3 Zimmer Wohnung such, weil ich das Gefühl hatte, dass er gar nicht zu uns ziehen mag.

In einer Diskussion hatte ich dann meine ganzen Gefühle offengelegt und auch meine unsicheren Gefühle. Ich war an einem Punkt, wo ich Ruhe brauchte zum Nachdenken und zum mir selber finden. Im ganzen Stress ist das nicht einfach, wenn man nicht einen Moment für sich hat, daher nahm ich meinem Freund die Schlüssel ab und nahm mir die Zeit die ich brauchte. Ich setzte ihm quasi die Pistole auf die Brust, denn vorherige Gespräche hatten bei uns beiden nicht viel gebracht. Aber so wie es lief konnte es einfach nicht weitergehen.

In dieser Zeit der Pause fand ich aber auch Dinge, die von mir nicht okay waren und an denen ich dringend arbeiten muss. So zum Beispiel das Hilfe annehmen. Ich war wirklich nicht leicht. Er wollte mir was abnehmen beim Kaufen und ich zickte rum. Fühlte mich angegriffen. In meiner Selbstständigkeit eingeschränkt. (Schrecklich oder?) Dabei wollte er nur helfen. Mich unterstützen. Genauso, wenn es um Kleidung für mich geht. Der Kleiderschrank von meinem Sohn platzt aus allen Nähten und ich renn mit 2 kurzen Hosen, 5 Strumpfhosen, 3 T-Shirts und 3 Pullovern herum. Hinzu kommen 3 Kleider, wovon ich nur eines im Alltag tragen kann, aber gerade keine Schuhe dazu habe. Schon oft bat er mir an, dass er mit mir was kaufen geht, aber nein, das wollte ich nicht. Wenn mach ich das Selber. Ihr seht ich bin absolut kompliziert. Und ganz ehrlich ich habe da dringenden Verbesserungsbedarf, wenn ich möchte, dass es weiter funktioniert.

Auch muss ich mehr Reden, statt in mich hineinzufressen. In letzter Zeit denke ich oft an die Hochzeit mit meinem Exmann. Nicht, weil ich meinen Ex vermisse, nein, sondern wegen dem Standesbeamten damals. Er sagte ein paar Worte, die mir erst jetzt wieder ständig in den Sinn kommen. „Eine Beziehung aufrecht zu erhalten ist Arbeit, aber damit es auch klappt darf man nie vergessen miteinander zu reden. Verliert ihr das reden werdet ihr euch aus den Augen verlieren. Wenn ihr euch treu bleiben wollt, dann redet miteinander.“ So in der Art waren seine Aussagen. Damals habe ich nicht unbedingt verstanden warum, doch jetzt weiß ich es.

Als ich nun Donnerstag das Lebenszeichen von uns rausgab hier im Blog, war ich schon an einem Punkt, wo ich meinen Partner vermisste. Ich bekam ihn nicht aus dem Kopf und als ich dann abends mitbekam, dass er sich bei niemanden gemeldet hatte in den letzten 2 Tagen bekam ich Angst, sorgen und was soll ich sagen ich griff zum Telefon. Was folgte war ein langes Gespräch bis tief in den Abend. Wo wir uns aussprachen und gemeinsam überlegten wie es weitergehen soll und was wir zusammen brauchen, damit es wieder klappt und was soll ich sagen. Es hat uns wieder näher aneinander gebracht und nach und nach schläft er jetzt öfters hier und holt seine Sachen Schritt für Schritt zu uns. Wir haben sogar schon überlegt, wo sein PC, dann hinkommt und so weiter.

Auch darf ich nun in 2 Wochen auf einem großen Parkplatz mich ans Steuer seines Autos setzen und langsam das fahren wieder üben. Seit 6 Jahren bin ich nicht gefahren und glaubt mir ich habe so Angst an seinem Auto was kaputt zu machen. Aber er möchte, dass ich mobiler bin, damit ich mir Stress aus dem Alltag nehmen kann.

Was wir gelernt haben ist, dass wir mehr reden müssen und vor allem auch zuhören, hinhören was der andre sagt und mehr als Familie machen. Und genau das machen wir jetzt. Und ich sag euch es war schön als wir Freitagabend endlich wieder alle 3 beisammensaßen und einfach ein Kartenspiel zusammenspielten. Der TV war aus, die Handys weg und wir kümmerten uns einfach um uns drei und aßen gemütlich Pizza nebenbei. Dies ist ein guter Neuanfang und ich hoffe das es so nun auch wieder weitergeht.

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2 Gedanken zu “Was man aus Beziehungskrisen mitnimmt

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