Wie ich mich als Mutter verändert habe

Die liebe Frida von 2 Kindchaos hat zu einer wunderbaren offenen Blogparade zum Thema „So hab ich mich mit Kind verändert“ aufgerufen und ehrlich, ich bin happy, dass Sie das tat, denn irgendwie habe ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht wie ich mich so als Eltertier verändert habe. Doch eigentlich habe ich mich sehr verändert. Hier meine Top 10:

1) Die erste gravierende Veränderung war meine Kleidung. Von der absoluten Gothic hin zur mittlerweile locker lässig gekleideten Mutti. Was ich mir beibehalten habe sind meine Chucks. Ehrlich? Es gibt keine besseren Schuhe für mich als Mutter. Die sind einfach so bequem und Schmutz an Ihnen stört auch nicht wirklich. Gehört sich doch so.

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2) Meine Haarfarbe. Ich habe früher schwarze Haare gehabt. Gefärbt natürlich. Heute bin ich von zwischendrin Knallrot bei Braun gelandet und angekommen.

3) Mein Verhalten im Straßenverkehr. Bin ich früher im jugendlichen Leichtsinn auch über rote Ampeln gegangen bin ich heute so eine oberkorrekte Verkehrsteilnehmerin geworden. Ich gehe nicht mal ohne Kind mehr über Rot. Aber ich habe ja auch nicht mehr nur für mich Verantwortung, sondern auch für meinen Sohn.

4) Mein Verständnis von Familie. Ich hatte früher eine wirklich schwere Kindheit und mit Familie konnte ich irgendwann nichts mehr anfangen. Für mich war Familie das lästige Anhängsel, was nur an Weihnachten auf freundlich tut und selbst dies nicht hinbekommt. Heute bin ich ein absoluter Familienmensch. Ich genieße jeden Moment mit meiner Familie und bin einfach froh sie zu haben. Und ganz ehrlich besonders meinen Chaoszwerg möchte ich nicht mehr missen.

5) Meine Ernährung. Über meinen Sohn habe ich angefangen mich wieder mehr für die Ernährung und dass was ich esse zu informieren und was soll ich sagen. Mein Sohn hat es geschafft, dass ich etwas übernommen habe von ihm. Ich esse kein Tier mehr.

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6) Mein Gewicht. Ich habe als Eltertier glatte 10 Kilo zugenommen und ganz ehrlich es stört mich nicht mehr.

7) Meine Achtsamkeit. Bin ich als Jugendliche blind durch die Gegend gelaufen, kam mit meinem Kind die Veränderung. Heute Entdecken wir gemeinsam und ich schaffe es wieder mich zu wundern über die kleinen und großen Dinge in unserer Welt. Habt ihr schon gemeinsam Dinge eingepflanzt und Tag für Tag geschaut was da passiert? Ist es nicht spannend was die Natur so kann?

8) Ich bin ruhiger geworden. Bin ich als junge Erwachsene und als Jugendliche gerne an die Decke gegangen und hab es geschafft Geschirr zu zerdeppern oder einen Bilderrahmen mit der Faust zu zerdonnern, kommt das nicht mehr vor. Eher ist es so, dass ich trotz allem Trubel meistens die absolute Ruhe bewahre und Dinge nicht mehr persönlich nehme. Aber nicht immer manchmal delegiere ich auch an meinen Partner ab, wenn ich überreizt bin. Das merke ich heute zum Glück.

9) Ich bin Kuschelbedürftig. Bin ich früher lieber auf Distanz geblieben kann ich heute nicht genug mit meinem Kind oder meinem Freund kuscheln. Ja ich brauch auf einmal Nähe. Und ich liebe es.

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10) Meine Einstellungen. Früher waren mir meine Mitmenschen egal. Menschen mit Behinderung, wollte ich nie in der Nähe haben es war mir Suspekt und Fremd. Probleme anderer Leute, egal, hab genug eigene Sorgen. Gender? War nie Thema für mich und Politik. Brauch doch kein Mensch.

Das ist heute nicht mehr so. Heute ist das zum Glück nicht mehr so. Heute habe ich klare Positionen. Ich setze mich für Inklusion ein, doch ohne meinen Sohn hätte ich nie dazu gefunden. Ja man verändert sich, wenn man plötzlich selber vom Thema betroffen ist. Und es hat mein Leben so stark bereichert. Dafür bin ich jeden Tag dankbar. Durch mein Engagement bin ich auch vom Oberbürgermeister dieses Jahr stellvertretend geehrt worden. Glaubt mir ich bin Stolz an etwas mitgewirkt zu haben von dem ich mir ein schöneres, inklusiveres Trier vorstelle.

Gender ist mir ein sehr wichtiges Thema geworden. Wer zur Hölle sagt, denn bitte, dass Jungen kein rosa haben dürfen und bitte nur auf Action, Gewalt, Piraten Kram zu stehen haben. Da bekomme ich heute die Krise. Ich bin stolz auf das gemixte Zimmer meines Kindes. Hier reihen sich Elfen, Einhörner und Fußball die Hand.

Auch politischer bin ich geworden. Sogar so, dass ich ein Jahr politisch richtig aktiv war und Mitglied im Jugendhilfeausschuss, sowie dem Dezernat 2, der für Soziales, Schule und Sport zu der Zeit zuständig war, war. Und auch die Probleme meiner Mitmenschen sind mir nicht mehr egal. Ich höre zu und versuche da zu unterstützen wo ich es kann.

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Der Kita-Koffer. Eine super Sache von Queernet RLP und gerade entwickeln sie auch einen für die Grundschule!

Ihr seht es hat sich viel in mir getan. Ich könnte da bestimmt noch mehr hinzufügen, aber ich glaube das reicht.

Mehr Blogbeiträge zum Thema findet ihr in den Verlinkungen von Frida. Viel Spaß beim Lesen und vielleicht schaut ihr mal, wie ihr euch verändert habt. Ist es nicht faszinierend was mit uns passiert, wenn wir plötzlich Kinder haben?

Alles Liebe

Jenny

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