Die Sache mit dem Schlaf

Seit auf RTL „Das Erziehungsexperiment“ gelaufen ist, frage ich mich wieder: „Warum wird es oft als normal angesehen, dass Kinder gefälligst in ihrem Bett zu schlafen haben?“ Wenn ich das jedes Mal eiskalt durchsetzen würde, würde mein Sohn wohl kaum schlafen. Er ist sehr Nähe bedürftig und ich gebe sie ihm auch aus voller Liebe. Manchmal bekomme ich aber durch dieses gesellschaftliche Bild den Gedanken eine Übermutti zu sein.

Durch Facebook fühlte ich mich kurz wie ein Alien

So auch kurz nach dem Erziehungsexperiment. Da kam in einer Facebook-Elterngruppe die Frage auf, seit wann denn die Kinder in ihren eigenen Betten in ihren Zimmern schlafen, und ich fühlte mich wie ein Alien. Die Standard-Antwort lag nämlich bei unter einem Jahr. Mein Sohn ist aber 8 Jahre und gerade in diesem Moment, wo ich diese Zeilen versuche zu formulieren liegt er in meinem Bett – schlafend.

Wie tröstend war es da als eine Mutter schrieb, dass sie es toll findet, dass ich meinem Kind sein Bedürfnis erfülle. Auf Facebook ist es nämlich nicht so normal wie in meiner Twitter-Bubble. Zumindets kommt es mir so vor. Die Mutter udn ich unterhielten uns in einem kurzen Kommentarchat. Der O-Ton unseres kurzen Chats war aber, dass es für jedes Kind seinen eigenen Weg gibt. Es gibt nämlich sicherlich auch Kinder, die schon früh nicht mehr bei Mami und Papi im Bett schlafen wollen. Und auch Familien für die das Familienbett absolut nichts ist. Das muss man respektieren, denn jede Familie hat ihren eigenen Weg, auch beim Thema „Schlaf“.

Es gibt diese und jene Abende – jene sind aber öfters

Bei uns ist das so eine Sache. Es gibt Abende wo Luca sichtlich gut in seinem Bett schläft. Wo er sich sicher genug fühlt. Dann liegt er in seinem Hochbett mit Hundi und ich lese noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Im Anschluss gibt es einen Becher Wasser, er geht nochmal auf Klo und dann gibt es zur Nachtruhe noch ein Hörspiel. Da ist der Abend früh vorbei. Das ist aber der seltenste Fall. Viel öfter läuft es nicht bilderbuchmäßig.

Viel öfters ist es aber so, dass Luca nicht in sein Zimmer will, da rennt er schon, wenn es heißt, dass es ins Bett geht in, in mein Zimmer und versteckt sich unter der Decke. Ein Moment wo ich weiß, dass alles Bitten und Betteln nichts bringen würde. Er würde zwar in sein Zimmer gehen, aber sobald ich es nach dem Ritual verlasse im 5 Minutentakt nach mir rufen. Deshalb lass ich es dann durchgehen und ihn in meinem Bett schlafen. Hier ist das Ritual, dann auch, bis auf das Hörspiel, gleich. Eigentlich.

Ein starkes Nähe Bedürfnis – Mama, bleib bis ich schlafe

Immer öfters ist es aber aktuell so, dass Luca durch viel Druck und Stress, die auf seiner viel zu kleinen Seele liegen, sich verweigert ohne mich zu schlafen. So auch heute Abend. Nachdem er 5 Minuten allein lag, rief er mich nochmal. Er wollte mich nochmal drücken und dann lies er mich nicht mehr los. Wollte, dass ich dableibe und das tat ich dann auch. Ich legte mich dann neben ihn ins Bett und hatte meine eine Hand sanft auf seiner – mir nahen – Schulter liegen. Eine ganze Umarmung erträgt er nicht. Er bekommt dann das Gefühl keine Luft zu bekommen. Ein Gefühl was ich mir schrecklich vorstelle.

Wir redeten dann noch eine Weile und schließlich schloss Luca dann die Augen. Von da an dauert es auch nur noch wenige Atemzüge bis er schlief. Für uns ist das die entspanntest Methode und dennoch dauert dieser Prozess abends zwischen 60 und 90 Minuten. Minuten, die ich anders nutzen könnte. Zum Beispiel für die Uni, aber mir ist es so wichtig, dass mein Kind friedlich und mit einem guten Gefühl zur Ruhe kommt.

Danke liebe Twitter-Bubble

Und wenn ich dann in meine Twitter-Bubble schaue weiß ich, dass ich mit dieser Einstellung doch kein Alien bin. Das diese Bedürfnisorientierung doch gut ist und dafür möchte ich euch allen danke sagen. Danke, dass ihr mir dieses Gefühl gebt, dass es, egal wie alt das Kind ist, es gut ist auf die Bedürfnisse zu achten.

Gerne würde ich tolle Beiträge zum Thema Schlaf verlinken! Darf ich?

Im Übrigen würde ich gerne an den Beitrag einige Blogbeiträge zum Thema „Schlaf“ verlinken. Daher würde ich mich freuen, wenn ihr mir Links (über die Kommentarfunktion im Blog wegen der Übersicht bitte!) zukommen lasst mit eurem Blogbeitrag, denn, wenn ich jetzt selber rauspicke werde ich euch allen nicht gerecht.

Lediglich einen gerade erst erschienenen Beitrag werde ich direkt verlinken, da er das Thema Medikation und Schlaf bei Autismus abdeckt und, wie ihr wisst, das Thema Autismus mir immer am Herzen liegt und ich auch gerne andere Beispiele verlinke, teile und euch zeige.

Ellas Blog: Schlaf, Kindlein, schlaf – Autismus und Melatonin
Familiendinge: Familienbett oder Hauptsache schlafen
Lalemie:
Bitte schlaf doch endlich!
Mamas Mäuse: Andere Schlafgewohnheiten sollten kein Grund sein um sein Kind zu verteildigen. Unsere Mischung aus Ehe- u. Familienbett
Mo (2Kindchaos): Schlafen bei uns: heute hier, morgen dort
Blogprinzessin: Schlafen: Vor den Kindern vs. nach den Kindern
Blogprinzessin:
Unendlich müde
Ökohippierabenmütter:
Ode an das Familienbett
Ökohippierabenmütter:
Die 100 besten Tipps für Babys schlaf und warum sie nicht funktionieren
Ökohippierabenmütter:
Schläft er denn schon durch?
Verflixter Alltag:
Warum Familienbett nichts für mich is
Verflixter Alltag:
Linkparty im Oktober: „Gute-Nacht-Geschichten“
Frühlingskindermami:
Über die Schlafkarriere meiner Kinder

Alles Liebe,

Jenny

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13 Gedanken zu “Die Sache mit dem Schlaf

  1. Hier habe ich einen Beitrag über das Familienbett geschrieben:
    https://familiendinge.wordpress.com/2016/07/23/familienbett-oder-hauptsache-schlafen/
    Unsere Tochter kam mit fast sieben umzugsbedingt wieder zu uns ins Bett. Da ist sie auch nach dem Umzug noch geblieben, allerdings stellte sie selbst vor einer Woche fest, dass es ihr zu eng geworden ist. Jetzt liegt ihre Matratze vor unserem Kleiderschrank. Im eigenen Zimmer schlafen geht aber noch nicht.

    Gefällt 1 Person

  2. Ich finde es toll, dass dein Sohn noch bei dir die Nähe, die er benötigt findet. Wir haben zu Haus auch eine kleine Maus, die Nähe braucht, dicht und bekommt. Die Große von meinen beiden Mädchen ist da anders. Ich werde mal sehen, ob ich das die Tage schaffe zu verbloggen. LG

    Gefällt 1 Person

    1. Ich würde mich freuen. Ich weiß auch das einige große Bloggerinnen was dazu geschrieben haben. Evtl. finde ich die Beiträge nochmal, die ich so toll fand. Ich vergess das Speichern immer. Will das halt Facettenreich. Nicht eine Richtung ist toll, eine doof, sondern Schlaf in verschiedenen Varianten.

      Liebe Grüße

      Jenny

      Gefällt 2 Personen

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