Krankenhaus die Dritte

Wie ihr mitbekommen habt war ich mit Luca letzte Woche wieder im Krankenhaus mit einer Woche Verspätung. Eigentlich sollten wir schon eine ganze Woche früher da sein, doch als wir auf dem Weg waren und fast am Ziel schon eintrafen kam der Anruf: „Der Doktor ist krank. Bitte kommen Sie nächste Woche erst.“ Also nutzte ich Google, schaute wann die nächste Bahn zurückfährt und stieg mit Luca am nächsten Bahnhof aus, um direkt wieder heim zu fahren. An diesem Tag fuhren wir ungewollt 6 Stunden Zug. 7 Tage später konnten wir dann wirklich in die Klinik fahren.

Tag 1: Aufnahme und Ankunft

Am Anreise Tag musste ich um 4:50 Uhr aufstehen, damit ich uns noch Brote schmieren konnte für die Fahrt und auch noch mal ein letztes Mal überprüfen konnte, ob ich alles eingepackt hatte. Um 5:15 Uhr musste ich dann Luca und meinen Freund wecken, denn um 6 Uhr mussten wir schon das Haus verlassen. Wir bekamen unseren Zug, verabschiedeten uns von meinem Freund, und kamen pünktlich in Saarbrücken an, wo wir umsteigen mussten in einen weiteren Zug. Alles schien okay zu laufen und ich fing an mich zu entspannen bis unser Zug plötzlich stillstand. Wir bekamen eine halbe Stunde Verspätung, da Lokführer und Personal die Bahnübergänge ab Kirn selber sichern mussten. Somit kamen wir natürlich zu spät in Bad Kreuznach an.

Während wir standen versuchte ich immer wieder die Klinik zu erreichen, aber immer, wenn man dringend Bescheid geben muss, sind Telefone ja bekanntlich besetzt. Zum Glück erreichte ich sie irgendwann und sie notierten sich, dass wir später kommen. Bei der Ankunft wurde dann die Aufnahme relativ fix gemacht. Zumindest in manchen Bereichen. So wurden wir mit sämtlichen Unterlagen runter gesendet zur Anästhesie, leider auch mit sämtlichen Gepäck, was sich aus 2 Rucksäcken und einem Koffer zusammensetzte, sowie Hundi!

Unten warteten wir 20 Minuten bis wir dran waren und kamen zu einem sehr netten Arzt rein. Er hatte ein lustiges Sockentier in seinem Sprechzimmer und lies sich von Luca sogar Duzen. Er hat es Luca richtig angetan und nahm ihm auch sämtliche Ängste.

Im Anschluss durften wir wieder hoch und bekamen Mittagessen ins Wartezimmer. Fisch…. Bei 2 Vegetariern eine klasse Wahl der Küche, also aßen wir nur trocken Reis und einen Gemüsesalat. Ein Zimmer hatten wir dann immer noch nicht und das sollte auch noch 3 Stunden so bleiben, denn ein Patient wurde leider erst um 15:30 Uhr abgeholt und machte das Zimmer nicht frei. Was natürlich ungünstig für uns war, die wir eh schon so erschöpft waren. Wir sind dann runter auf den Spielplatz gegangen und haben uns dort die Zeit vertrieben.

Als uns zu kalt wurde ging es dann in die Cafeteria und es gab für Luca ein Stück Heidelbeersahne Torte und für mich Apfelkuchen, dazu ein Wasser und ein Kaffee. Im Anschluss holten wir eine Zeitschrift mit einer Art Archäologie-Set und setzten uns ins Wartezimmer unserer Station. Dort fing Luca an den Dino aus dem Gips zu befreien, da das sehr dreckig machen war, fragte ich im Schwesternzimmer nach einem Blatt und eine Krankenschwester, die wir schon von vorherigen Aufenthalten kannten, fragte, ob wir immer noch kein Zimmer haben würden. Ich verneinte und ging zu Luca mit dem Blatt. Als wir gerade mit dem Dino fertig waren, kam die Schwester rein und meinte sie hätte den Patienten gebeten woanders auf den Abholservice zu warten, damit wir endlich wirklich ankommen können und so konnten wir endlich unser Zimmer beziehen und uns den Rest des Tages erholen. Wobei Luca auch ganz viel malte und regelmäßig Blätter bei der Stationsschwester abholte. Aber irgendwann waren wir auch müde und sind kuscheln gegen 22 Uhr eingeschlafen.

Tag 2: Der Behandlungstag!

Am Morgen wachte Luca schon um 6 Uhr auf. Wir wurden langsam wach redeten und spielten. Gegen 7:20 Uhr kam dann ein ganzes Team Ärzte rein. 9 Personen an der Zahl Chefvisite. Na vielen Dank auch. Das war natürlich unheimlich zu viel für Luca und er versteckte sich hinter mir. Am Ende blieb eine Ärztin, die die Injektionsstellen markierte. Und dann ging das große Warten und Hungern los. Ursprünglich hieß es, dass Luca um 9-9:30 Uhr dran ist. Leider bewahrheitete sich das nicht und so spielten wir und lenkten uns ab und spielten sogar Ritter für Hundi. Wir versuchten nämlich einen Drachen zu besiegen, der Hundi entführt hatte.

Um 10:15 Uhr kamen sie dann mit OP-Hemd und Co und machten ihm Salbe drauf. Dieses Mal aber ein uns unbekannter Pfleger und der machte nur Wattepads über die Salbe, kein unsichtbares Pflaster. Für Luca problematisch, da er so Angst hatte sich überhaupt noch zu bewegen oder auf Toilette zu gehen. Mama musste dann bei allem Komplett helfen. Um 11 Uhr ging es dann endlich runter zum OP. Am OP-Saal durfte ich Luca noch mit übergeben und sie nahmen sogar dieses Mal Hundi mit in den OP. Premiere! Das hat Luca unheimlich gutgetan. Ich verabschiedete mich und sagte: „Bis gleich Schatz, wenn du wach wirst bin ich bei dir!“ Doch das sollte sich nicht bewahrheiten.

Während Luca also im OP war, war ich routiniert auf Station. Es war Besuch Nummer 3 ja und ich wusste wie das abläuft. Ich frühstückte und las ein wenig und wartetet darauf, dass man mir Bescheid gibt wann ich runter in den Aufwachraum kann, doch zu meinem Erstaunen kloppte es plötzlich, die Zimmertür ging auf und ein Luca wurde wieder reingeschoben. Man sah ihm an, dass er erleichtert war mich zu sehen und im benebelten Kopf sagte er: „Mama, ich habe nach dir gerufen und gerufen. Du warst nicht da.“ Die Krankenschwester sagte, dass es plötzlich sehr schnell wohl ging und lies uns allein. Luca kuschelte sich an mich und wollte aber nicht mehr zur Ruhe kommen. 30 Minuten später hatte er schon wieder Tee getrunken und sein Mittag mit mir gegessen, wobei erst seins kam und dann später ein Essen, weil sie vergessen hatten, dass ich ja auch noch kein Mittag hatte. Dieses Mal war es wenigstens vegetarische Kost.

Weitere 30 Minuten später wollte Luca unbedingt raus. Er sagte er wolle nur über die Station etwas. Wir gingen aus dem Zimmer und Luca zerrte an mir, doch wir mussten erst mal stehen bleiben, denn vor uns war der Chefarzt persönlich. Er fragte wie es Luca geht und ob alles in Ordnung sei und ich konnte aber gar nicht richtig mit ihm sprechen, denn Luca riss sich los und rannte über die Station davon. Ich sagte also nur: „Wie sie sehen ist alles okay, aber ich muss hinter her.“ Ja Spieleparadies Krankenhaus. Für Luca ist dieses ruhig im Zimmer bleiben nicht wirklich was. Nach einer Weile gingen wir runter und holten noch eine Zeitschriftenwundertüte von Mickey Maus. Dann blieben wir auf dem Zimmer, denn plötzlich taten Luca doch ein wenig die Beine weh und so erholte er sich doch endlich mal und schlief gegen 21 Uhr ein.

Tag 3: Ein regnerischer Tag

Am Morgen schlief Luca ungewöhnlich lang, sodass er erst kurz vor der Visite wach wurde. Das führte natürlich dazu, dass wir beide relativ überrumpelt waren von den Ärzten, aber okay. Sie kennen uns ja alle. Im Anschluss spielten wir 20 Runden UNO bis dann das Frühstück kam. Der ganze Tag war allgemein nicht aufregend. Wir gingen mal ein wenig auf der Station herum, malten, lasen, holten regelmäßig Tee, aber sonst passierte nicht wirklich was, außer dass Luca seine Kunstwerke an das Pflegepersonal verschenkte und sie jedes Werk in ihrem Zimmer aufhängten. Das hat ihn voller Stolz erfüllt.

Raus konnten wir an diesem Tag leider nicht, denn draußen regnete es und regnete es und regnete es und leider hörte es nicht auf. Wir stellten aber mit Freude fest, dass Pokémon Go bei uns im Zimmer funktionierte und das Programm unser GPS nicht richtig Orten konnte. So schafften wir es Eier schlüpfen zu lassen und Pokémon zu fangen in dem wir nur auf dem Bett saßen!

Nach einigen Fangsessions mit regelmäßigen Handyaufladen und etlichen Kinderserien später schliefen wir dann auch zeitig ein, denn es folgt ja noch Tag 4.

Tag 4: Eine Abreise mit Schäden

Am nächsten Morgen wachte ich früh auf. Das nutze ich um fix meine Haare zu glätten und langsam den Koffer zu packen. Irgendwann wachte auch Luca auf und war voller Tatendrang zu helfen. Gegen 7 Uhr kamen die Ärzte und verkündeten, dass wir nach Hause dürfen. Wir waren happy und ich lud mein Handy auf. Im Anschluss wollte ich noch den Nintendo 3DS so lange laden bis wir abfuhren. Ein Fehler, denn bei Abreise vergaßen wir ihn im Krankenhaus und stellten das erst im Zug fest.

Zum Frühstück dauerte es noch etwas. Also gingen Luca und ich noch fix 7 Etagen tiefer zur Anästhesie, denn er hatte für den Arzt, der ihn so nett aufgeklärt hatte, noch Bilder gemalt und wollte sie ihm unbedingt schenken. Wir gingen also unten zur Anmeldung und da der Arzt aber im OP war legte die Arzthelferin die Bilder in einen großen Umschlag und schrieb drauf, dass sie von Luca für ihn sind, dann ging sie mit Luca und mir zum Pausenzimmer der Ärzte und legte die Bilder mit ihm zusammen in das Fach rein. Da war er Stolz und glücklich, dass er nun definitiv die Bilder bekommen hatte. Wir gingen dann wieder hoch und bekamen dann unser Frühstück.

Wir 2 frühstückten also noch in aller Ruhe und fragten dann nach dem Entlassungsbrief, den bekamen wir. Vor Freude wollten wir nur noch fix auf Klo und dann los. Ich ging also zuerst und es passierte was passieren musste. Ich vergaß mein Handy in der Hosentasche und hörte nur noch ein Platschen, da war es ums Handy geschehen. Ich hatte es versenkt und leider hat es das nicht ertragen und ging komplett kaputt (darum hat der Beitrag auch leider keine Bilder). Mich über mich selbst ärgernd sind wir dann also los, wobei wir trotz Überprüfung den DS vergaßen und verabschiedeten uns noch. Unsere Lieblingsschwester verabschiedete sich auch und sagte: „Dann bis zum nächsten Mal!“

Ja sie kennen uns und wissen, dass wir schon bald wieder Gast sein werden, dann wenn die Wirkung des Botolinum Toxin A nachlässt. Bis dahin bleibt uns dieser Besuch als holprig mit Schäden in Erinnerung und als der Zeitpunkt, nachdem mein Sohn ein Münztelefon kennen lernte, denn nur so konnten wir meinen Freund erreichen und informieren, dass wir endlich Heim kommen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s